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Das Gute zum Wochenende - Nach Neuseeland mit grünem Sprit?

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ZDFheute Good News

Guten Morgen,

ein Wochenendtrip nach Nizza oder drei Wochen Rundreise auf Neuseeland und das alles ohne schlechtes Gewissen? Die Zeiten, in denen man sich beim Reisen keine Gedanken machte über CO2-Emissionen, ökologischen Fußabdruck und die Klimabilanz sind lange vorbei. Jetzt gibt es aber ein wenig Hoffnung für alle, denen ihr Fernweh ebenso wichtig ist wie die Rettung des Klimas: In dieser Woche wurde in Niedersachsen die weltweit erste industrielle Anlage in Betrieb genommen, die CO2-neutrales Kerosin produzieren kann.

Blick auf eine Anlage zur Produktion von CO2-neutralem Kerosin.
Die Anlage produziert den Kraftstoff für Flugzeuge synthetisch aus Wasser, erneuerbarem Strom von Windrädern, Abfall-CO2 aus Lebensmittelresten einer Biogasanlage sowie CO2 aus der Luft.
Quelle: dpa

Ein wenig klingt es wie ein Rezept für Magier: Man nehme Wasser und Windstrom aus der Umgebung. Dazu kommen dann Abfall-CO2 aus Lebensmittelresten sowie CO2, das der Umgebungsluft entzogen wird. Dieses synthetische Rohkerosin aus dem niedersächsischen Werlte wird anschließend in einer Raffinerie veredelt und an den Hamburger Flughafen geliefert. Einen ersten Abnehmer gibt es auch schon: Die Lufthansa.  Für eine Laufzeit von mindestens fünf Jahren wird der Konzern jährlich mindestens 25.000 Liter des klimaneutralen Treibstoffs einkaufen.

Ingenieure und Visionäre planen den öffentlichen Verkehr der Zukunft: elektrisch, autonom, sogar fliegend. Und per Bahn auf fast vergessenen Strecken.

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Ein paar Haken hat die ganze Sache aber schon noch: Die Menge, die zurzeit produziert werden kann, ist verschwindend gering, ein Liter Biosprit für Flugzeuge kostet bislang mehr als fünf Euro. Die Technologie befindet sich in der Erprobungsphase, aber wenn sie sich bewährt, ist das Potential riesig: Zunächst soll das Biokerosin herkömmlichem Flugzeugsprit beigemischt werden. Ab 2026 müssen in Deutschland mindestens 0,5 Prozent des Flugkraftstoffes aus klimaneutralem Kerosin bestehen, ab 2030 gilt eine Beimischungsquote von zwei Prozent.

Da ist noch viel Luft nach oben: Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, müsste bis 2050 der gesamte Flugbetrieb auf C02-neutrales Kerosin umgestellt werden. Und so ganz klimaneutral wird Fliegen dann auch nicht sein: Feinstaub- und Stickstoffemissionen in großer Höhe können auch durch grünen Biosprit nicht verhindert werden.

Ein Flugzeug befindet sich in der Luft. Symbolbild
Flugverkehr verursacht CO2-Emissionen.
Quelle: Andreas Arnold/dpa

Aber immerhin: die Technologie macht Hoffnung, dass Fliegen deutlich klimaverträglicher werden kann, wenn neben dem grünen Sprit noch weitere Maßnahmen dazu kommen. Das hat auch der weltweite Branchenverband der Fluggesellschaften IATA erkannt und sich eigene Ziele bis zum Jahr 2050 gesetzt: Mit nachhaltig produziertem Treibstoff, neuen Flugzeug-Designs, der Bindung von Kohlendioxid und dem Ausgleich von Emissionen soll fliegen ohne schlechtes Gewissen wieder möglich werden.

Bis es soweit ist, wird die heutige Fridays-for-Future Generation vielleicht schon im Rentenalter sein, doch manche Träume brauchen einfach Zeit, bis sie in Erfüllung gehen: Klimaneutral nach Neuseeland - das wär‘ doch was.

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Ich wünsche Ihnen ein gutes Wochenende und viel Spaß beim Weiterlesen.  
Ihr Steffen Bayer, Redakteur plan b  

Was noch gut war diese Woche

Nobelpreis für deutschen Klimaforscher: Der Hamburger Klaus Hasselmann ist mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet worden. Der heute 89-jährige ehemalige Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg konnte als erster nachweisen, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Hasselmanns Leistung ist die mathematische Verknüpfung von kurzfristigen Wetterereignissen mit der langfristigen Klimaentwicklung. Seine Grundlagenstudien aus den 1960er- und 1970er-Jahren haben die heutige Klimaforschung erst möglich gemacht.

Durchbruch bei der Malaria-Bekämpfung: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erstmals eine breite Anwendung eines Impfstoffes gegen Malaria empfohlen. Die Empfehlung beruht auf Pilotversuchen mit rund 800.000 Kindern in Ghana, Kenia und Malawi. Unter den jungen Geimpften sind tödliche Krankheitsverläufe laut der WHO um 30 Prozent zurückgegangen. Entwickelt wurde der Impfstoff vom britischen Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline, unterstützt von der Malaria-Impfstoff-Initiative der gemeinnützigen Organisation PATH. Bislang sterben jährlich 400.000 Menschen an Malaria, vor allem Kinder unter fünf Jahren.

"Takeover" im Schloss Bellevue: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat seinen Amtssitz einen Tag lang jungen Leuten zur Verfügung gestellt, um ihnen eine Plattform für ihre Anliegen zu geben. "Junge Menschen sind keine passiven Politik-Erdulder", sagte Steinmeier bei der symbolischen Schlüsselübergabe. Rund 150 junge Menschen zwischen 16 und 24 Jahren übernahmen das Kommando im Amtssitz des Bundespräsidenten. Die thematischen Schwerpunkte, darunter Antirassismus, Inklusion, Klima und Jugendpartizipation, bestimmten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst und legten die Ergebnisse ihrer Diskussionen dem Bundespräsidenten vor.

Politikverdrossenheit, Rechtspopulismus und ein zunehmendes Auseinanderdriften der Gesellschaft – unsere Demokratie ist angeschlagen. Viele Menschen möchten von der Politik mehr gehört werden.

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Ihre Portion Konstruktives am Wochenende

Leder gilt als nachhaltiger Naturstoff, doch das Image bröckelt. Skandale um krebserregende Stoffe in Schuhen oder verseuchte Flüsse in Bangladesch haben die Branche in Verruf gebracht. Immer mehr Kundinnen und Kunden wollen aber Produkte kaufen, die tierfreundlich und umweltschonend hergestellt werden, und der Markt antwortet: Mit pflanzlich gegerbten Häuten von biologisch gehaltenen Tieren - oder gleich mit veganen Alternativen, zum Beispiel aus Äpfeln oder Kakteen. Über Alternativen bei der Lederherstellung berichtet die neue plan b Dokumentation "Lust auf neues Leder".

plan b: Lust auf neues Leder - Häute aus Apfel, Biobüffel und Kaktee

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Was diese Woche die Nachrichten sonst bestimmte

Problemlos gegen Grippe und Covid-19 impfen? Für viele Teile der Bevölkerung, insbesondere für Ältere, empfiehlt die Ständige Impfkommission die jährliche Grippe-Impfung. Doch in diesem Jahr kommt ein Faktor hinzu: Die Mehrheit der Deutschen ist in den vergangenen Monaten gegen das Coronavirus geimpft worden. Ändert das etwas mit Blick auf die Grippe-Impfung? Unser Kollege Nils Metzger gibt Antworten in einem FAQ.

Die AfD als „Schaumkrone einer großen Wutwelle“: Als Kommunalpolitiker in Sachsen erlebt Dirk Neubauer die Folgen einer schweren Vertrauenskrise tagtäglich. Er fürchtet um die Demokratie und will sie retten - von ganz unten. Mein Kollege Marcel Burkhardt hat mit dem Mann gesprochen, der als parteiloser Kandidat 2013 zum Bürgermeister der Stadt Augustusburg gewählt wurde und 2017 in die SPD eingetreten ist, die er im Mai 2021 enttäuscht wieder verlassen hat.

Facebook-Dienste ausgefallen: Rund sechs Stunden lang waren die Dienste Facebook, Instagram und WhatsApp für Milliarden Nutzer nicht erreichbar. Facebook glaubt inzwischen, die Ursache dafür gefunden zu haben. Eine Konfigurationsänderung soll schuld sein. Am Freitag kam es zum zweiten Mal in einer Woche zu technischen Problemen bei den Diensten des Konzerns.

CDU und CSU - Die Union der zwei Tonspuren: Auf der einen Tonspur hört man vom Ende der Jamaika-Träume, auf der anderen von der Bereitschaft, weiter Jamaika zu sondieren. Auf der einen Tonspur von der Neuaufstellung der Union in der Opposition, auf der anderen von der Zukunftskoalition Jamaika. Mein Kollege Stefan Leifert hat beide Tonspuren bis zum Ende abgehört und analysiert.

Wenn Sie sich aktuell informieren möchten:

  • Alle Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus finden Sie unter diesem Link.
  • Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Zusammengestellt von Steffen Bayer und Andreas Kronhart.

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