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Das Gute zum Wochenende : Wie Wissenschaft Hoffnung gegen Corona macht

Datum:
ZDFheute Good News

Guten Morgen,

es ist gar nicht so leicht in diesen Zeiten gute Neuigkeiten zu Covid-19 zu präsentieren, umso mehr freue ich mich, dass ich Sie heute gleich auf mehrere "Good News" in Sachen Corona hinweisen kann.

Die Europäische Union hat gerade einen Schnelltest zugelassen, der in Pandemiezeiten schneller Ergebnisse liefern und den internationalen Reiseverkehr wieder ankurbeln könnte. Dabei handelt es sich um ein Testverfahren eines israelischen Unternehmens, das nicht auf langwierige Laborprozesse, sondern auf Durchleuchtung mit einem Miniaturspektrometer setzt. So kann es in nur 20 Sekunden zu einem positiven oder negativen Testergebnis gelangen. Im Gegensatz zu Verfahren, bei denen der Abstrich nur mittels Nasenstäbchen vorgenommen werden kann, untersucht das israelische Produkt die Speichelflüssigkeit.

Ein Mann träufelt am 26.02.2021 in Berlin die Lösung seines Corona-Schnelltests auf die Testkassette
FAQ

Zu Hause oder in der Apotheke - Wie sicher sind die Corona-Schnelltests? 

Testpersonen gurgeln ca. zehn Milliliter einer speziellen Lösung und spucken diese dann in ein Röhrchen. Das Spektrallicht leuchtet durch die Probe hindurch auf einen speziellen Chip. Ein Teil des Lichts wird absorbiert, der Rest von den Sensoren aufgefangen. Das Gerät ist schon in drei Dutzend Krankenhäusern weltweit in Betrieb und sollte ursprünglich schon Ende 2020 an Flughäfen eingesetzt werden. Allerdings verzögerte sich der Plan, wegen der neuen Virusmutationen. Inzwischen ist das Verfahren daraufhin angepasst worden.

Das "Sheba Medical Center" aus Ramat Gan, in der Nähe von Tel Aviv, hat das Verfahren mitentwickelt und spricht von einer Testgenauigkeit von 70-80 Prozent. Die EU hat dem Test jetzt das europäische CE-Konformitätskennzeichen erteilt. Mit dem Test könnte die Durchführung von Corona-Überprüfungen an Flughäfen und anderen Grenzübergängen enorm beschleunigt werden.

Impfspritze und Verlauf der Zahl der Corona-Impfungen
Grafiken

Impfkampagne in Deutschland - Wie viele wurden bisher gegen Corona geimpft? 

von M. Hörz, R. Meyer, M. Zajonz

Schneller testen ist das Eine. Geht es nach Dr. Achim Wallau, Hausarzt aus Wiesbaden, könnten wir auch schneller impfen und eine Herdenimmunität wäre in schon drei Monaten möglich. Wallau verweist dabei auf eine Plattform, den sogenannten "Impfplaner". Damit könnte der Prozess des Impfens vereinfacht und beschleunigt werden. Denn bisher so Wallau, gehe im Impfzentrum oft viel unnötige Zeit bei der Erfassung der Patientendaten verloren. Dabei müsse dort eigentlich nur noch gespritzt werden.

Impfarzt Wallau schlägt vor, Bürger schon beim Hausarzt zu erfassen. Unabhängig von der Zulassung als Impfpraxis können sämtliche Hausärzte in den Organisationsprozess und die Abwicklung der Impfungen integriert werden, indem sie die komplexe Vorbesprechung übernehmen, über den Impfplaner daten- und patientenbasiert Impftermine vergeben. Bei dem Termin können sich Patienten im Impfzentrum mittels QR-Code ausweisen. Die notwendige Software für den Impfplaner ist bereits entwickelt, der Hersteller verhandelt seit Monaten mit verschiedenen Landesregierungen.

Forscher arbeiten an der Entwicklung eines Tests zum Nachweis der P.1-Variante des neuen Coronavirus in Sao Paulo, Brasilien

Gefahr aus Brasilien - Was wir über die Virusvariante P.1 wissen 

von Jan Schneider

Die folgende gute Nachricht ist für mich so interessant, weil sie schon jetzt Rüstzeug für den Kampf gegen mögliche weitere Corona-Mutanten darstellen könnte. An der Universität Bonn und dem Forschungszentrum "caesar" haben Wissenschaftler*innen einen Wirkstoff entwickelt, der vereinfacht gesagt, ein bestimmtes Protein blockiert und damit verhindert, dass Viren in jeweilige Zellen gelangen. Über das Protein dockt der Erreger normalerweise an die Zellen an, die er attackiert. Danach programmiert das Virus die Zelle so um, dass sie wiederum neue Viren produziert. Das wäre dann nicht mehr möglich.

Bei dem Versuch wurden bisher nur Pseudoviren und keine echten Coronaviren erprobt. Dieser Schritt soll jetzt folgen. Prof. Dr. Günter Mayer vom LIMES-Institut der Universität Bonn sieht in dem Wirkstoff eine große Chance: "Je mehr Mutationen sich anhäufen, desto größer wird die Gefahr, dass die verfügbaren Medikamente und Impfstoffe nicht mehr wirken. Unsere Studie könnte den Blick auf eine alternative Achillesferse des Erregers lenken." Mittelfristig könnten die Ergebnisse zum Beispiel zu einer Art Nasenspray führen, das einige Stunden gegen eine Corona-Infektion schützt.

Das ist zwar sehr wissenschaftlich heute, zeigt doch aber viele lösungsorientierte Ansätze an diesem Osterwochenende. Und Lösungsansätze und gute Nachrichten sollen ja an dieser Stelle für Optimismus sorgen. Wir freuen uns auf Ihre ganz persönlichen "Good News". Sie erreichen uns unter zdfheute-feedback@zdf.de.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Osterwochenende und viel Spaß beim Weiterlesen.  

Ihr Christian Dezer, Redaktionsleiter plan b  

Was noch gut war diese Woche

"Driving on sunshine": Ein Elektrofahrzeug (fast) ohne Abhängigkeit von Ladestationen. Was nach Zukunftsmusik klingt, wird gerade erprobt. "Street", ein Forschungsprojekt bei dem Wissenschafler*innen und verschiedene Firmen zusammenarbeiten, testet ein Nutzfahrzeug, das ringsum mit hocheffizienten Photovoltaik-Paneelen ausgestattet ist. Die aus dem Sonnenlicht umgewandelte Energie kann direkt in das Bordnetz eingespeist werden und erhöht die Reichweite des Fahrzeugs. Laut dem Koordinator des "Street-Projekts", Prof. Robby Peibst, würde dadurch jeder vierte netzbasierte Ladestopp eingespart. Die Technik ist zunächst für leichte Nutzfahrzeuge geplant.

Zukunft mit weniger Kunststoffabfällen: Allein in Deutschland fallen nach einer Erfassung des Umweltbundesamts rund 6,28 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle an. Ein neues Umweltbewusstsein bei Endverbrauchern wie auch bei Industrieunternehmen führt künftig zu einer steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Produkten.

Das Projekt "Bio2Bottle", koordiniert vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik, entwickelt deshalb einen biobasierten und recyclebaren Kunststoff zur Herstellung von Flaschen, die sich gleichzeitig für die Lagerung und den Transport von Reinigungsmitteln und landwirtschaftlich genutzten Flüssigkeiten eignen. Ein Bereich, der bisher noch nicht so im Fokus stand. Wie Kunststoffabfälle vermieden können sehen Sie auch hier:

Fastenzeit - ein positiver Verstärker: Jetzt zu Ostern ist die Fastenzeit eigentlich vorbei. Aber auch danach kann Verzicht dem Körper entscheidende Gesundheitsimpulse geben. Nur einige Tage Fasten verstärken die positive Wirkung einer Ernährungsumstellung. Das zeigt eine neue Untersuchung mit 71 Personen, die an Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes litten. Der Nahrungsverzicht verändert die Darmflora und fördert das Wachstum gesundheitsfördernder Bakterien. Gleichzeitig werden immunologisch bedingte Entzündungsprozesse gehemmt. Das hilft, Gewicht, Stoffwechsel und Blutdruck zu normalisieren.

Die Studie zeigt, ein solches Einstiegsfasten kann vor allem den Patienten helfen, die bislang kaum auf Diäten angesprochen haben. Denn schon länger ist bekannt, dass die Darmflora für den Diäterfolg und für den gefürchteten "JoJo-Effekt" eine entscheidende Rolle spielt. Haben die "falschen" Bakterien die Überhand, bleibt der Abnehmerfolg oft aus.

Ihre Portion Konstruktives am Wochenende

Wenn Sie Ostern mal vieles anders machen wollen, nachhaltiger und mit Rücksicht auf Tier und Natur, schauen Sie doch mal in unsere plan B-Osterdokumentation:

Beitragslänge:
30 min
Datum:

Was diese Woche die Nachrichten sonst bestimmte

Wo sich gerade Menschen mit Corona anstecken: Die Virus-Mutanten zeigen Wirkung: Der Anteil von Corona-Infektionen in Kitas, Schulen und am Arbeitsplatz nimmt laut RKI deutlich zu. Doch die Daten haben auch große Lücken, erklärte Nils Metzger aus unserem Faktencheck-Team.

Können Corona-Geimpfte andere anstecken?: Doppelt geimpft, negativer Schnelltest - doch dann zeigt ein PCR-Test eine hohe Viruslast. Was hinter dem Fall steckt und was wir zur Virusübertragung bei Geimpften wissen, zeigte unser Faktenchecker Oliver Klein.

Kanzleramt wusste schon früher vom Impfstopp: Das Kanzleramt wusste schon am Freitag vom drohenden Astrazeneca-Stopp für Jüngere. Warum trotzdem bis Montag weitergeimpft wurde - eine Rekonstruktion von Andrea Maurer und Christiane Hübscher.

Biontech meldet hundertprozentige Wirksamkeit: Der Impfstoff von Biontech/Pfizer schützt Herstellerangaben zufolge auch Jugendliche zuverlässig vor einer Covid-19-Erkrankung.

Wenn Sie sich aktuell informieren möchten:

  • Alle Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus finden Sie unter diesem Link.
  • Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

Wenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo.

Zusammengestellt von Christian Dezer und Jan Schüßler.

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