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Das Gute zum Wochenende - In die Pedale treten für die Zukunft

Datum:
ZDFheute Good News

Guten Morgen,

für mich ist das Fahrrad in Zeiten der Pandemie das ideale Verkehrsmittel - an der frischen Luft halte ich die Aerosole auf Abstand, kann mir mal den Kopf durchpusten lassen und bleibe dabei noch fit. Und für die Umwelt tut man auch Gutes, wenn das Auto mal stehen bleibt. Umso besser, dass Deutschland in Sachen Radverkehr ordentlich in die Pedale treten will. Diese Woche hat Verkehrsminister Andreas Scheuer den neuen Nationalen Radverkehrsplan vorgestellt, mit ihm sollen wir bis 2030 die gefahrenen Kilometer auf dem Rad verdoppeln.

Einen ersten Schritt haben viele schon getan und sich in der Pandemiezeit ein (neues) Fahrrad gekauft. Insgesamt 5,04 Millionen Räder wurden im vergangenen Jahr angeschafft, ein Plus von knapp 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zweiräder stehen also vor unseren Haustüren bereit. Doch wer öfter damit unterwegs ist, dem fällt auf: Rad fahren ist bei uns umständlich und vor allem an vielen Ecken gefährlich. Auch in meiner Heimatstadt fühle ich mich als Radfahrerin zwischen den vielen Autos oft fehl am Platz, Radwege zum Ausweichen gibt es meist nicht.

Deshalb will der Nationale Radverkehrsplan nun für mehr Verkehrssicherheit sorgen und ein lückenloses Radverkehrsnetz aufbauen. Denn genau das haben sich die meisten Bürger*innen gewünscht. Die Politik hat also hingehört und will auch Geld locker machen. Bund, Länder und Kommunen wollen pro Jahr und Person rund 30 Euro investieren, um beispielsweise Radschnellrouten, geschütztere Radwege, eine bessere Verzahnung mit dem öffentlichen Nahverkehr oder mehr Fahrradparksysteme zu schaffen.

Protected Bike Lane in Hamburg
Senator Anjes Tjarks und Harburgs Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen eröffnen die erste "Protected Bike Lane" in Hamburg.
Quelle: Hamburg Marketing

Das klingt für Sie vielleicht nach vielen Absichtserklärungen, aber in einigen Städten passiert schon was. In Hamburg wurde vergangene Woche die erste "Protected Bike Lane" an der Veloroute 11 freigegeben. Dieser Radfahrweg ist bis zu 2,50 Meter breit und an stark befahrenen Stellen durch Trenninseln vor dem Kraftfahrzeug-Verkehr geschützt. So erhöhen sich Sicherheit und Komfort für alle Verkehrsteilnehmer*innen. Anjes Tjarks, der Hamburger Senator für Verkehr und Mobilitätswende, erklärt uns, dass für ihn die Trennung von Auto- und Radverkehr der Schlüssel zum Erfolg ist: "Wir müssen eine Infrastruktur bauen, auf der sich die Menschen wohlfühlen. Wenn sie sich wohlfühlen, werden sie auch in Massen Rad fahren."

plan b sprach mit Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende, über den Radverkehr in der Hansestadt und die Verkehrswende. Das Interview führte Kirsten Schönig.

Beitragslänge:
9 min
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Der Senator weiß auch: Viele Radfahrende fürchten sich vor Kreuzungen, weil dort schwierige Situationen durch abbiegende Lkw und Busse entstehen. "Das heißt, wir müssen Kreuzungen bauen, an denen die Radfahrer sehr gut im Sichtfeld des Autoverkehrs sind."

Jährlich sterben in Deutschland rund 140 Radfahrende oder Fußgänger*innen, weil sie von einem rechtsabbiegenden Lastwagen erfasst werden. Durch Abbiegeassistenten könnten laut dem Fahrradclub ADFC 60 Prozent der tödlichen Abbiegeunfälle verhindert werden. Diese Hilfsmittel zeigen den Kraftfahrer*innen den toten Winkel und erweitern ihr Sichtfeld um 120 Prozent.

Ab 2022 wird ein solcher Assistent EU-weit für alle neuen Lkw Pflicht sein, ab 2024 muss ihn jeder neu zugelassene Lastwagen haben. Im schleswig-holsteinischen Neumünster haben Stadt und Entsorgungsbetrieb die Müllfahrzeuge bereits 2019 mit Abbiegeassistenten ausgestattet. Wie das aussieht, zeigt die plan-b-Doku "Überleben im Straßenverkehr - Vorfahrt für mehr Sicherheit".

plan-b-Doku: Vorfahrt für mehr Sicherheit

Beitragslänge:
30 min
Datum:

Vielleicht haben Ihnen all diese Fortschritte Lust gemacht? Dann werfen Sie doch mal einen Blick in Ihren Hof, Ihre Garage oder Ihren Keller. Da steht ja eventuell ein alter Drahtesel und wartet auf seinen ersten Einsatz in diesem Frühling!

Vielen Dank auch für Ihre zahlreichen persönlichen guten Nachrichten in dieser Woche. Wir haben einige davon in unserem neuen Good-News-Blog gesammelt. Schauen Sie dort gerne vorbei. Sie erreichen uns auch weiterhin unter Mailadresse zdfheute-feedback@zdf.de.

Ich wünsche Ihnen ein gutes Wochenende und viel Spaß beim Weiterlesen.  

Ihre Sina Schwerdt, Redakteurin plan b  

Was noch gut war diese Woche

Neuer Tagesrekord - Jeder Vierte ist geimpft: Am Mittwoch sind in Deutschland erstmals mehr als eine Million Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. 730.000 Dosen seien in Arztpraxen verabreicht worden, 360.000 in Impfzentren, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Damit hat mehr als jeder Vierte mindestens eine Impfdosis erhalten. Hier finden Sie alle Informationen zum Stand der Corona-Impfungen, auch in Ihrem Bundesland.

Impfstoff für Kinder kommt früher als erwartet: Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer könnte bald auch bei Jugendlichen von 12 bis 15 Jahren eingesetzt werden. Das Unternehmen hat bei der EMA einen Antrag auf Zulassung gestellt. Stiko-Chef Mertens rechnet Ende Mai mit den ersten Impfungen.

Reformen, die Mut machen: Erstmals hat Joe Biden als US-Präsident vor dem Kongress gesprochen. Mit einem Infrastrukturprogramm will er das Land erneuern - und damit auch den Klimaschutz voranbringen. Außerdem plant er eine Art Kindergeld, weitgehend kostenlose Kinderbetreuung und Fachhochschulausbildung. Für Amerika seien diese Pläne "revolutionär", schreibt ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.

Ihre Portion Konstruktives am Wochenende

Deutschland soll Fahrradland werden, das hat die Politik diese Woche deutlich gemacht. Für die Mobilitätswende wird das allein nicht reichen. Für Christian Bauer aus Bruchsal liegt die Lösung der städtischen Verkehrsprobleme wortwörtlich in der Luft. Deshalb hat er einen "Volocopter" entwickelt - ein autonomes Fluggerät mit 18 elektrischen Motoren.

Aus ihm will er ein alltagstaugliches Flugtaxi machen und dies in bestehende Verkehrssysteme einbinden. "Und zwar nicht als Spielzeug für Reiche", sagt Bauer, "sondern für jeden, der Zeit sparen will oder muss." Am Ende der Entwicklung sollen Bahnhöfe oder Flughäfen mit dem Lufttaxi genauso gut erreichbar sein wie heute mit einem konventionellen Taxi. Die E-Motoren könnten die Umweltbelastung in den Städten reduzieren.

Noch ist das Zukunftsmusik und Bauers Fluggerät nicht zugelassen, aber Städte wie Singapur oder Tokio haben bereits Interesse angemeldet. Wenn Sie sich dieses Vehikel mal genauer anschauen möchten, dann empfehlen wir unsere aktuelle plan-b-Doku "Fliegen, fahren, schweben - Der Verkehr der Zukunft".

Die aktuelle plan-b-Doku

Beitragslänge:
30 min
Datum:

In "Pitch", dem Podcast von plan b, geht es diese Woche um die Frage, wie sich Work-Life-Balance mit Wirtschaftlichkeit verbinden lässt. "Nie mehr Nine to Five" heißt die aktuelle Folge. Hören Sie doch mal rein! Auf Spotify, bei Apple Podcasts oder bei Amazon Music. Sie finden "Pitch" auch auf Instagram.

Was diese Woche die Nachrichten sonst bestimmte

Welche Rechte bekommen Geimpfte zurück? Nach einem Entwurf des Bundesjustizministeriums sollen für sie unter anderem die Auflagen für private Treffen wegfallen. Doch bis die Verordnung durch Bundestag und Bundesrat ist, wird es noch dauern. Erste Länder haben deshalb schon Fakten geschaffen.

Wie lange bin ich immun gegen Corona? Nach einer Impfung oder durchgemachten Krankheit gehen Wissenschaftler von einem mindestens sechsmonatigen Schutz aus. Wie sieht's danach aus - und braucht man einen dritten Piks? Oliver Klein vom ZDFheuteCheck fasst den aktuellen Wissensstand zusammen.

Diese Abgeordneten waren in Maskengeschäfte involviert: Die Maskenaffäre in CDU und CSU hat die Union stark beschädigt. Das Gesundheitsministerium hat nun eine Liste mit Abgeordneten zusammengestellt, die in Geschäfte involviert waren. Die meisten verdienten damit allerdings kein Geld, schreibt Jan Schneider.

Christoph Metzelder zu Bewährungsstrafe verurteilt: Der Ex-Fußball-Nationalspieler ist wegen Besitzes und Verbreitung von Kinderpornografie zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Metzelder hatte in Teilen gestanden.

Wenn Sie sich aktuell informieren möchten:

  • Alle Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus finden Sie unter diesem Link.
  • Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Zusammengestellt von Sina Schwerdt, Kirsten Schönig und Kathrin Wolff

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