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Das Gute zum Wochenende - Fußball, Hollywood und Genderstern

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ZDFheute Good News

Guten Morgen,

Leben und leben lassen: Empathie und Sensibilität für die Anliegen von Menschen, die ein wenig anders sind als man selbst, sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das ist für mich die "Good News" der Woche. Für die Grundrechte aller Menschen einzutreten, sollte in einer Demokratie eine Selbstverständlichkeit sein - auch im Sport.

Jahrzehntelang hatte der deutsche Fußball ein Problem mit Rassismus, wie der ZDF-Dokumentarfilm "Schwarze Adler" gerade eindrucksvoll zeigte. Dass sich heute der Kapitän einer deutschen Fußballnationalmannschaft traut, öffentlich ein Zeichen gegen Homophobie und Diskriminierung zu setzen, ist mutig und alles andere als selbstverständlich. Seit Beginn der Europameisterschaft trägt Manuel Neuer die regenbogenbunte Kapitänsbinde, gerade noch so toleriert von einem internationalen Fußballverband, der ein ganzes Stadion in Regenbogenfarben aber nicht sehen wollte und damit erst recht eine breite Solidaritätsbekundung für die LGBTQ+ Bewegung ausgelöst hat.

Nicht nur im Sport ist Diversität mittlerweile ein großes Thema - auch in der Unterhaltungsbranche: Gerade hat Hollywoodstar George Clooney bekannt gegeben, dass er sich mit anderen Schauspielern und Schauspielerinnen an einem Schulprojekt beteiligt, das Minderheiten einen leichteren Zugang zur Filmindustrie ermöglichen soll. Dazu passt eine aktuelle Meldung der Oscar-Akademie, die die begehrten Filmpreise vergibt: Erstmals in der 94-jährigen Geschichte sitzen mehr Frauen als Männer im Vorstand, auch der Anteil von Angehörigen von Minderheiten ist gestiegen.

Und in Deutschland tut sich ebenfalls etwas: Die UFA, Deutschlands größtes Produktionsunternehmen für Film und Fernsehen, möchte Rollen in Zukunft "diverser" besetzen und weniger Klischees bedienen. 

Viele Menschen sind aufmerksamer geworden, was die Wahrnehmung von Diskriminierung betrifft. Das zeigt sich auch in der öffentlichen Debatte um das Gendern, der Suche nach einer geschlechtergerechten Sprache. Gerade haben die wichtigsten Nachrichtenagenturen Deutschlands ein gemeinsames Vorgehen vereinbart, um sprachliche Diskriminierungen zu vermeiden. Das "generische Maskulinum" - die Verwendung der männlichen Form als Oberbegriff - soll in den Meldungen schrittweise zurückgedrängt werden. In Zukunft wird es also nicht mehr automatisch Lehrer heißen, wenn hauptsächlich Lehrerinnen gemeint sind oder Ärzte, wenn es auch um Ärztinnen geht.

Empathie kann man lernen - eine plan-b-Doku

Beitragslänge:
30 min
Datum:

Unsere Gesellschaft entwickelt sich weiter und damit verändert sich auch die Sprache. Die plan-b-Redaktion "gendert" schon seit einigen Monaten, unsere Sprecherin spricht das Gendersternchen mit, wenn zum Beispiel von Bürger*innen die Rede ist. Zugegeben: Mir gefällt das auch nicht immer, aber ich gewöhne mich immer mehr daran. Eine Sprache, die Diskriminierung vermeidet, erscheint mir wichtiger als mein persönlicher Geschmack, denn eine solche Sprache setzt ein Zeichen für Gleichberechtigung und Toleranz. Über gendergerechte Sprache kann man streiten genauso wie über Manuel Neuers regenbogenbunte Kapitänsbinde. Das Gute daran: Die Vielfalt in der Gesellschaft ist zum Thema geworden.

Schauen Sie auch gerne in unserem Good-News-Blog vorbei. Dort finden Sie neue Lösungsansätze, positive Entwicklungen und Meldungen über weitreichende Veränderungen in unserer Gesellschaft. Sie erreichen uns auch weiterhin unter der Mailadresse: zdfheute-feedback@zdf.de.

Ich wünsche Ihnen ein gutes Wochenende und viel Spaß beim Weiterlesen.  

Ihr Steffen Bayer, stellvertretender Redaktionsleiter plan b

Was noch gut war diese Woche

Bundestag verabschiedet Klimaschutzgesetz: In dem Paket wird das nationale Ziel verankert, bis 2045 triebhausgasneutral zu werden - also nur noch so viele Treibhausgase auszustoßen, wie auch wieder gebunden werden können. Auch das Emissionsziel bis 2030 wird hochgeschraubt: Deutschland soll nun bis dahin seinen Treibhausgasausstoß im Vergleich zu 1990 um mindestens 65 Prozent senken.

Einbürgerung von Nachfahren von NS-Verfolgten: Die Verfolgten des Nazi-Regimes und deren Nachkommen haben künftig einen gesetzlichen Anspruch auf einen deutschen Pass. Nachfahren von NS-Opfern, die vor den Nazis ins Ausland geflüchtet waren, können damit ohne weitere Auflagen die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben. Der Antrag auf Einbürgerung ist kostenlos, andere Staatsangehörigkeiten darf man behalten. 

Stalking wird konsequenter verfolgt: Wer einer anderen Person regelmäßig auflauert und sie wiederholt belästigt, soll künftig schneller vor Gericht landen. Dafür hat der Bundestag die Strafbarkeitsschwelle gesenkt. Bisher musste den Tätern "beharrliches" Nachstellungsverhalten nachgewiesen werden, das das Leben des Opfers "schwerwiegend" beeinträchtigt. In Zukunft ist es schon strafbar, jemanden "wiederholt" zu belästigen und dessen Leben damit "nicht unerheblich" zu beeinträchtigen. Bei besonders schweren Fällen von Stalking sind künftig bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe möglich.

Ihre Portion Konstruktives am Wochenende

Die Bahn will 20 stillgelegte Strecken mit einer Länge von insgesamt 245 Kilometern in den kommenden Jahren wieder in Betrieb nehmen. Die "Bentheimer Eisenbahn" in Niedersachsen ist so ein Erfolgsmodell einer reaktivierten Strecke, gerade wird über eine Verlängerung nach Holland nachgedacht. Die ZDF-Dokumentationsreihe plan b zeigt, wie erfolgreich es sein kann, alte Schienentrassen wieder in den Verkehr der Zukunft mit einzubinden.

Sehen Sie hier die plan-b-Doku.

Beitragslänge:
30 min
Datum:

Was diese Woche die Nachrichten sonst bestimmte

Deutschland zittert sich ins EM-Achtelfinale: Nach dem 2:2 gegen Ungarn ist die Erleichterung groß beim DFB-Team. Sorgen bereiten aber die wiederholten Fehler. Trainer Joachim Löw verspricht Besserung fürs Spiel gegen England, das am Dienstag um 18 Uhr im Wembley-Stadion in London stattfindet.

Bei wem wirkt der Piks, bei wem weniger? Trotz Corona-Impfung fehlt manchen Menschen der Immunschutz. Welche Risikofaktoren gibt es? Was müssen Risikogruppen beachten? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Gefährdet die Delta-Variante die Herdenimmunität? In Deutschland wächst der Anteil der Delta-Variante - das könnte das Ziel der Herdenimmunität gefährden, befürchtet der Immunologe Watzl. Worum es dabei geht: ein Überblick.

Infografik: Delta-Variante breitet sich aus
Quelle: ZDF/RKI

Modell-Diskos ohne Maskenpflicht: Dampfende Luft, tanzende Menschen dicht an dicht. Und alles ohne Maske: Was ein Jahr nicht möglich war, soll in Schleswig-Holstein bald wieder gehen. In einem Disko-Modellprojekt.

Wenn Sie sich aktuell informieren möchten:

  • Alle Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus finden Sie unter diesem Link.
  • Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Zusammengestellt von Steffen Bayer und Kathrin Wolff.

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