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Das Gute zum Wochenende - Impfen gegen das Vergessen

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ZDFheute Good News

Guten Morgen,

ein kleiner Piks und schon ist Alzheimer gestoppt? Zu schön, um wahr zu sein, mögen Sie denken, Science-Fiction hilft nicht wirklich gegen Altersdemenz. Vielleicht ist an der Fantasiegeschichte aber doch etwas dran. Impfen hat bei uns ja gerade Hochkonjunktur, die Hoffnung ist groß, mit Impfungen das Coronavirus endlich einzudämmen. Doch nicht nur bei Covid-19 geben neue Impfstoffe Grund für Optimismus.

Diese Woche berichteten das Fachmagazin "Nature" und die Wissensplattform "Scinexx" über eine Studie, die darauf hoffen lässt, dass es in naher Zukunft eine wirksame Impfung gegen Alzheimer geben wird. 1,6 Millionen Menschen leiden allein in Deutschland unter Altersdemenz, die meisten von ihnen sind Alzheimer-Patienten.

plan-b-Doku über pflegende Angehörige

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Forschende um Petr Novak von Axon Neuroscience in Bratislava in der Slowakei haben zwei Jahre Alzheimer-Patienten mit leichten Symptomen begleitet. Insgesamt erhielten diese elf Injektionen mit einem neu entwickelten Impfstoff. Bei vielen von ihnen wurde der geistige Abbau deutlich gebremst. Als nächstes planen die Mediziner eine weitere Studie mit deutlich mehr Patienten. Bis zur Marktreife kann es aber noch einige Zeit dauern.

Wer nicht auf die Impfung warten will, braucht Geld, viel Geld. 56.000 US-Dollar kostet die Jahresdosis eines neuen Alzheimer-Medikamentes namens Aduhelm, das gerade in den USA auf den Markt gekommen ist. Ob das Mittel tatsächlich hilft, ist umstritten - auf jeden Fall aber spült es dem Pharmaunternehmen Biogen viel Geld in die Kassen. Medizin, die vor allem Menschen in reichen Ländern zu Gute kommt.

Damit auch die ärmeren Teile der Weltbevölkerung am medizinischen Fortschritt teilhaben können, bedarf es auch Forschung jenseits von Profitinteressen. Was neue Impfstoffe betrifft, ist die Universität im englischen Oxford ganz besonders innovativ. Dort wurde nicht nur der Corona-Impfstoff entwickelt, der heute von Astrazeneca weltweit vertrieben wird, sondern auch ein vielversprechender Impfstoff gegen Malaria. Bei einem Feldversuch in Burkina Faso zeigt er eine Wirksamkeit von über 75 Prozent, ein Ergebnis, das unter Fachleuten als Durchbruch gilt. Die Hoffnung ist groß, dass sich die Anzahl der jährlich mehr als 400.000 Malaria-Toten weltweit mit dem Impfstoff deutlich verringern wird.

Seit vielen Jahren wird auch an Impfstoffen gegen Krebs geforscht. Ganz vorne mit dabei: Biontech aus Mainz. Mit ihrem Impfstoff gegen Covid-19 haben die Rheinland-Pfälzer ja schon bewiesen, welches wissenschaftliche Know-how sie in ihren Reihen haben. Weniger als ein Jahr hat Biontech für die Marktreife des Corona-Impfstoffes gebraucht, was auch daran lag, dass im Labor schon jahrelang mit maßgeschneiderten Krebsimpfungen experimentiert wurde, die nach demselben Prinzip wie der Impfstoff gegen Covid-19 funktionieren.

plan-b-Doku über neue Krebs-Therapien

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Lange leben ganz ohne neue Impfstoffe: Das geht aber auch. Dem Altersforscher Roberto Pili aus Cagliari auf Sardinien ist aufgefallen, dass unter den knapp 500 Personen, die auf der italienischen Insel die Grenze von 100 Jahren überschritten haben, kaum Corona-Infektionen zu verzeichnen waren. Das Geheimnis für ein hohes Alter klingt schlicht: ausgeglichene Ernährung, natürliche Speisen, regelmäßig körperliche Aktivität und sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Probieren Sie es doch mal aus - am besten gleich an diesem Wochenende.

Wie immer sammeln wir Geschichten des Gelingens im Good-News-Blog. Dort finden Sie neue Lösungsansätze, positive Entwicklungen und Meldungen über weitreichende Veränderungen in unserer Gesellschaft. Sie erreichen uns auch weiterhin unter der Mailadresse: zdfheute-feedback@zdf.de

Ich wünsche Ihnen ein gutes Wochenende und viel Spaß beim Weiterlesen.  

Ihr Steffen Bayer, stellvertretender Redaktionsleiter plan b  

Was noch gut war diese Woche

Leistungsstärkster Quantencomputer auf europäischem Boden eingeweiht: Medizintechnik, kritische Infrastruktur, industrielle Fertigung - die Einsatzmöglichkeiten von Quantencomputern sind vielseitig. Am Dienstag wurde im baden-württembergischen Ehningen erstmals das "IBM Quantum System One" der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Quantencomputer kann komplizierteste Berechnungen in wenigen Augenblicken durchführen, für die herkömmliche Rechner mitunter Jahrhunderte bräuchten. Betrieben wird das System von der Fraunhofer-Gesellschaft und dem US-Unternehmen IBM.

Islamkolleg eröffnet in Osnabrück: Erstmals können angehende Imame in Deutschland eine deutschsprachige und verbandsübergreifende praktische Ausbildung absolvieren. Mit der Eröffnung des Islamkollegs soll die Gleichberechtigung von Muslimen und Musliminnen in Deutschland vorangetrieben werden. Das Kolleg könne in muslimischen Gemeinden für einen Innovationsschub sorgen, glaubt Bülent Ucar, wissenschaftlicher Direktor des Kollegs. Unter den 55 Teilnehmenden des aktuellen Ausbildungsjahrgangs sind 19 Frauen. Inwiefern sie künftig als Imaminnen eingesetzt werden könnten, entscheiden die jeweiligen Gemeinden aber selbst.

Bund fördert alternative Schienenfahrzeuge: Die Dieselloks sollen weg - im Fokus stünden nun alternative Antriebe auf Basis von Batterien und Wasserstoff, teilte das Verkehrsministerium am Freitag mit. Im Rahmen des laufenden Elektrifizierungsprogramms stellt das Ministerium dazu Fördermittel in Höhe von 227 Millionen Euro bereit. Ziel des Programms ist, dass bis 2050 alle gefahrenen Zugkilometer klimaneutral zurückgelegt werden können.

Mehr Solaranlagen auf Berliner Dächern: Der Solarausbau in Berlin soll deutlich beschleunigt werden: Das Abgeordnetenhaus beschloss am Donnerstag das "Solargesetz Berlin". Es verpflichtet private Eigentümer, bei der Errichtung von Neubauten und bei der Dachsanierung bestehender Gebäude eine Photovoltaikanlage zu installieren und zu betreiben. Auf den Berliner Dächern gebe es ein erhebliches Solarpotenzial, das bislang kaum genutzt würde, so die Senatsverwaltung. Die Energieerzeugung in Berlin könne so deutlich klimafreundlicher gestaltet werden. Im Januar 2023 tritt das Gesetz in Kraft.

Ihre Portion Konstruktives am Wochenende

Seit Erfindung der Pille ist Verhütung oft Sache derer, die schwanger werden können. Dafür nimmt Frau einige Nebenwirkungen in Kauf. Neben der Pille gibt's noch die Spirale, den Vaginalring, Hormonimplantate, Dreimonatsspritze - alles ein ordentlicher Eingriff in den Hormonhaushalt. Bei den Männern ist die Auswahl an Verhütungsmitteln überschaubar: Kondome und Vasektomie.

Doch es tut sich etwas: Immer mehr Menschen sind auf der Suche nach alternativen, verträglichen Verhütungsmethoden. Und auch viele Männer möchten mehr Verantwortung übernehmen. Fabian Hennig setzt sich wissenschaftlich mit Geschlechterrollen in der Verhütungsmedizin auseinander und ist Experte für alternative Verhütungsmethoden. Er weiß, für mehr Gleichberechtigung braucht es einen Sinneswandel. Was es mit Hodenbaden und dem Samenleiterventil auf sich hat - diese Woche bei "Pitch - dem plan b-Podcast" mit Salwa Houmsi.

Und ganz aktuell zur Hitzewelle am Wochenende: Unsere plan-b-Doku "Cool und clever - Abkühlung für die City":

Sehen Sie hier die plan-b-Doku

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Was diese Woche die Nachrichten sonst bestimmte

Curevac verfehlt Wirksamkeitsziel: Lange galt der Corona-Impfstoff des Tübinger Pharmaunternehmens als Hoffnungsträger. Doch eine Zwischenanalyse sorgte diese Woche für Ernüchterung: CVnCoV senkt die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken, nur um 47 Prozent. Woran liegt das? Lukasz Galkowski beantwortet die wichtigsten Fragen zum Curevac-Impfstoff.

Tempo der Erstimpfungen sinkt seit Anfang Mai: Millionen Deutsche warten noch auf ihre Corona-Impfung. Doch die Zahl der wöchentlichen Erstimpfungen geht seit Anfang Mai zurück. Woran liegt das und wie sind die Aussichten? Ein Überblick in Grafiken.

Corona-Symptome bei Delta unterscheiden sich: Experten vermuten, dass die in Indien entstandene Delta-Variante des Coronavirus sich bald weltweit durchsetzen wird. Auch in Deutschland steigt ihr Anteil. Wie gefährlich sie ist und wie Impfstoffe gegen sie wirken, fasst Jan Schneider aus dem ZDFheuteCheck-Team zusammen.

Infografik: Delta-Variante breitet sich langsam aus

Krank durch gesunde Ernährung: Jule ist 13 Jahre alt, als sie beginnt, ihre Ernährung umzustellen. Sie sortiert immer mehr vermeintlich ungesunde Lebensmittel aus und macht viel Sport - bis sie davon krank wird. Sie hat Orthorexie: Ihr gesunder Lebensstil ist zum Zwang geworden.

Wenn Sie sich aktuell informieren möchten:

  • Alle Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus finden Sie unter diesem Link.
  • Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Zusammengestellt von Steffen Bayer, Sina El Batanony, Sebastian Nuß und Kathrin Wolff

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