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Das Gute zum Wochenende - Wie Korallenriffe gerettet werden könnten

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ZDFheute Good News

Guten Morgen,

angesichts der schrecklichen Bilder der jüngsten Starkregen- und Flutkatastrophe fällt es schwer, den Blick auf gute Nachrichten zu richten. Vor dem, was wir zurzeit erleben, warnen Experten seit Jahren, ja seit Jahrzehnten. Aber genauso lange weisen uns die Fachleute auch den Weg zu Alternativen, um die Entwicklungen umzukehren. Es wird also wichtiger denn je, Lösungsansätze und positive Veränderungen deutlich zu benennen und umzusetzen.

Und deshalb ist es erstmal eine gute Botschaft aus Brüssel: Die EU will mit einem umfangreichen Paket an Auflagen die Klimaziele für 2030 erreichen. Unumstritten sind die Vorgaben nicht: Wie so oft gehen sie Umweltorganisationen nicht weit genug und der Industrie zu weit. Gesenkt werden soll der Ausstoß klimaschädlicher Gase immerhin um 55 Prozent im Vergleich zu 1990. Die dramatischen Bilder von Hitze, Dürre und Starkregen sind dabei überzeugende Argumente auf dem Weg zum EU-Gesetz.

Auch eine andere Institution gibt in dieser Woche Anlass für verhaltenen Optimismus - nach 20 Jahren. So lange verhandelt die Welthandelsorganisation, kurz WTO, nämlich schon über ein Abkommen, das die Ausbeutung der Meere stoppen soll. Jetzt scheint ein Vertragsabschluss greifbar zu sein, der künftig Subventionen verbieten soll. Ein Großteil dieser Gelder fließt nämlich in Treibstoff, mit dem Fischtrawler fern der heimischen Gewässer illegal und unreguliert die Meere leerfischen. Ohne solche staatlichen Hilfsgelder rechnen sich diese Raubzüge nicht länger. Hier sehen Sie mehr zum Thema "Überfischung vermeiden":

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29 min
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Und auch diese Meldung zum Thema Meeresschutz lässt hoffen: Viele Korallen lassen sich über das Einsammeln ihrer Spermien und Eizellen nachzüchten. Die so entstandenen Babykorallen können dann im Meer auf zerstörte Korallenriffe ausgebracht werden. In der Karibik sind dazu bereits erfolgreiche Feldversuche gelaufen. Man kann bei dieser Zucht auch gezielt Korallen einsetzen, die zum Beispiel eine höhere natürliche Widerstandsfähigkeit gegenüber der Meereserwärmung mitbringen. Solche neuen Ansätze werden als assistierte Evolution bezeichnet.

Korallen - Zucht
Forscher sammeln Eizellen und Spermien von Korallen ein, um sie nachzuzüchten.
Quelle: Paul Selvaggio/secore international

Professor Christian Wild von der Universität Bremen ist überzeugt: "Dieses Konzept kann uns helfen, zerstörte Riffe zu restaurieren und Korallen zu identifizieren, die sich künftig als widerstandsfähiger gegen Klimaauswirkungen erweisen." Wild organisiert die 14. Weltkorallenriffkonferenz, die nächste Woche virtuell stattfindet. Sie bringt etwa 1.300 Korallenriff-Forscher aus 80 Ländern zusammen.

Global sind 30 Prozent aller Korallenriffe schon verloren, 40 Prozent massiv bedroht und nur noch weniger als 30 Prozent in einem vergleichsweise guten Zustand. Der Biologe warnt: "Die Korallennachzucht ist ein vielversprechender Lösungsansatz, aber auch ein verzweifelter. Letztlich müssen wir vor allem den Klimawandel in den Griff kriegen, die Schadstoffeinleitung ins Meer reduzieren und die Überfischung stoppen."

Ein Taucher im Korallenriff
Korallenbleiche in Thailand
Quelle: Carin Jantzen/secore international

Wenn Sie mehr Interesse an Lösungsansätzen, positiven Entwicklungen und Meldungen über weitreichende Veränderungen in unserer Gesellschaft haben, empfehle ich Ihnen auch unseren Good-News-Blog. Für Ihre gute Nachricht erreichen Sie uns auch weiterhin unter der Mailadresse: zdfheute-feedback@zdf.de

Alles Gute für Sie.

Ihr Christian Dezer, Redaktionsleiter plan b  

Was noch gut war diese Woche

Mit Sonne zu großer Reichweite: Die mit Solarzellen bekleidete Limousine "One Solar" des niederländischen Herstellers "Lightyear" ist bei einer Geschwindigkeit von 85 km/h mit einer Akkuladung 710 Kilometer weit gekommen - und das bei leicht bewölktem Wetter. Das Fahrzeug ist mit fünf Quadratmetern Solarpaneelen an Dach und Heck ausgestattet und verfügt über ein aerodynamisches Design sowie ein optimiertes Wärmemanagement für Elektromotor und Batteriesystem. Knapp 150.000 Euro soll das Auto kosten, das im kommenden Jahr in Kleinserie produziert wird.

Hilfe gegen die Gluten-Unverträglichkeit: Ein neuartiges Mittel gegen die Zöliakie hat sich in einer Studie als wirksam erwiesen. Die Zöliakie ist eine der häufigsten entzündlichen Erkrankungen des Dünndarms, weltweit ist rund ein Prozent der Bevölkerung betroffen. Sie löst eine überschießende Entzündungsreaktion aus, wenn man das in vielen Getreiden enthaltene Klebereiweiß Gluten isst. Die unmittelbare Folge sind Durchfälle, Erbrechen und Gewichtsverlust. Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz haben jetzt einen Wirkstoff entwickelt, der an einem entscheidenden Abbauprozess des Glutens ansetzt. Das Gluten wird im Dünndarm teilweise zerlegt und von der Schleimhaut aufgenommen. Der Wirkstoff hat eine starke schützende Wirkung auf die Dünndarmschleimhaut und verbessert so die Entzündung.

Hecken als Klimaschützer: Eine auf Ackerland neu angepflanzte Hecke von 720 Metern Länge kann langfristig die gesamten Treibhausgase, die ein Durchschnittsdeutscher innerhalb von zehn Jahren verursacht, kompensieren. Das zeigen Berechnungen im Rahmen einer Metastudie, die am Thünen-Institut für Agrarklimaschutz in Braunschweig durchgeführt wurden. Durch die Einlagerung von Kohlenstoff in der Biomasse der Hecke und als Humus im Boden können neue Hecken Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre aufnehmen und klimaunschädlich machen. Pro Hektar wird in einer Hecke im langjährigen Mittel fast genauso viel Kohlenstoff gebunden wie in Wäldern. Neben dem Klimaeffekt schützen Hecken den Boden vor Winderosion und haben eine kühlende Wirkung, außerdem schaffen Hecken auch Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen.

Ihre Portion Konstruktives am Wochenende

Die Doku-Reihe plan b beschäftigt sich diese Woche unter anderem mit dem besten Freund des Menschen, dem Hund. Weltweit boomt der Haustiermarkt. 35 Millionen Vierbeiner leben in deutschen Haushalten, so viele wie nie zuvor. Die Corona-Krise hat den Trend noch mal verstärkt und damit auch die Probleme. Viel zu tun für engagierte Menschen, die sich für verantwortungsvolle Tierhaltung einsetzen.

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30 min
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Was diese Woche die Nachrichten sonst bestimmte

Mehr als 130 Tote nach Unwettern in Deutschland: Schwere Regenfälle haben zu Überflutungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz geführt. Dörfer wurden verwüstet, Häuser stürzten ein. Unsere Reporterin Alica Jung berichtet aus Schuld, einem Ort im Ahrtal, der aussieht "wie nach einem Tsunami". In unserem Liveblog erfahren Sie, wie sich die Lage in den Katastrophen-Gebieten entwickelt.

Die Inzidenz steigt sprunghaft an: Auch wenn der bundesweite Wert noch niedrig ist - die Zahl der Corona-Fälle in Deutschland nimmt deutlich zu. Wie rasch es gehen kann, zeigt der Landkreis Birkenfeld. Dort schnellte die Inzidenz binnen drei Tagen von 0 auf 43 hoch.

Merkel lehnt Impfpflicht ab: In Frankreich müssen sich Beschäftigte im Gesundheitswesen bis Mitte September gegen Corona impfen lassen. "Wir haben nicht die Absicht, diesen Weg zu gehen", betont dagegen die Kanzlerin. Eine Mehrheit der Deutschen befürwortet laut ZDF-Politbarometer allerdings eine Impfpflicht für das Personal in Kliniken, Pflegeheimen, Schulen und Kitas.

Rassismus-Eklat nach dem EM-Finale: Italien ist Europameister. Das Team besiegte England im Wembley-Stadion im Elfmeterschießen. Dessen Fehlschützen wurden im Netz rassistisch beleidigt. Premier Johnson und Prinz William schalteten sich ein.

Wenn Sie sich aktuell informieren möchten:

  • Alle Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus finden Sie unter diesem Link.
  • Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Zusammengestellt von Christian Dezer und Kathrin Wolff.

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