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Das Gute zum Wochenende - So einfach kann Klimaschutz sein

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ZDFheute Good News

Guten Morgen,

na gut, es brauchte einmal mehr eine deutliche, höchstrichterliche Ermahnung an Berlin, um (endlich) für schärfere Klimaschutzziele zu sorgen. Der Weckruf der Karlsruher Verfassungsschützer war dann aber so laut und klar, dass er binnen kürzester Zeit eine enorme Dynamik auslöste.

Schon wetteifern Wahlprogramme verschiedener Parteien erfreulicherweise um bessere Klimaschutzmaßnahmen. Schon erleben zukunftsträchtige Projekte und Technologien eine neue Aufmerksamkeit. Erst recht, nachdem kürzlich sogar die USA unter Präsident Joe Biden den Klimaschutz wiederentdeckt haben. Jetzt gilt es also, Tempo zu machen. Die CO2-Bepreisung muss sozial und ausgeglichen gestaltet, der verschlafene Ausbau der erneuerbaren Energien wieder vorangetrieben werden. Industrie und Wirtschaft brauchen Planungssicherheit.

Und das ist kein Hexenwerk, glauben Sie mir. Es gibt längst unzählige Lösungsansätze, es gibt die Technologien, von ganz klein bis groß, um die gesteckten Ziele zu erreichen, sagen führende Klimaforscher. Unsere Redaktion berichtet schon seit Jahren über solche nachhaltigen und alternativen Ansätze und Projekte, national wie international.

plan b stellt Pioniere und Kommunen vor, die auf erneuerbare Energien setzen.

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Zu Recht wies Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, diese Woche auch auf das kolossale Potenzial der Wasserstofftechnik hin. So entwickelt sich Sachsen-Anhalt zum bundesweiten Vorreiter bei der Erforschung und Nutzung grünen Wasserstoffs. Schon jetzt werden rund 20 Prozent des in Deutschland erzeugten Wasserstoffes dort produziert. Die Landesregierung beschloss vor einigen Tagen, dies weiter zu steigern.

Und die Städteregion Aachen, Euskirchen, Düren und Heinsberg, eines der großen Braunkohlegebiete, will jetzt zur bundesweiten Wasserstoff-Modellregion werden. Ein Ziel der Kooperation ist es, künftig gemeinsam Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb für städtische und kommunale Betriebe zu beschaffen. In Wuppertal läuft ein Wasserstoffprojekt im öffentlichen Nahverkehr schon erfolgreich.

In der Fertigung entstehen oft große Mengen an Abfall. Sie müssten nicht auf der Deponie landen.

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Auch für den Privathaushalt bieten sich neue Chancen. Eine Lösung kommt dabei ebenfalls aus einer Kohleregion, nämlich aus Cottbus in der Lausitz. Dort haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung und der Brandenburgischen Technischen Universität eine Anlage entwickelt, mit der Privathaushalte im eigenen Garten Wasserstoff produzieren können.

Der benötigte Strom der Anlage stammt aus kleinen, besonders effizienten Windkraftanlagen. Mit dem Strom wird aus Wasser Wasserstoff gewonnen. Der wird in speziell für den Kleinbedarf hergestellten Carbon-Tanks gespeichert. Fertig ist das eigene Kraftwerk mit klimaneutraler Energie für Haus oder Wasserstoffauto. Ein ähnliches System aus Australien kommt Ende 2021 auf den Markt.

Vielen Dank auch für Ihre zahlreichen persönlichen guten Nachrichten in dieser Woche. Wir haben einige davon in unserem neuen Good-News-Blog gesammelt. Schauen Sie dort gerne vorbei. Sie erreichen uns auch weiterhin unter der Mailadresse zdfheute-feedback@zdf.de.

Ein schönes Wochenende, bleiben Sie optimistisch und gesund.

Ihr Christian Dezer, Redaktionsleiter plan b  

Was noch gut war diese Woche

Gemischte Teams im Amateur-Fußball: Während sich der Deutsche Fußballbund gerade mal wieder selbst zerlegt, setzt sein niederländisches Pendant ein Zeichen für Diversität und Gleichstellung. Frauen dürfen in den Niederlanden ab der nächsten Spielzeit gemeinsam mit Männern in allen Amateurligen Fußball spielen. Das entschied der niederländische Fußballverband KNVB. Die Entscheidung sorgt für einen historischen Moment im Fußball weltweit - und vielleicht für spannende Begegnungen, wenn Mario Götze und sein PSV Eindhoven demnächst im Pokal von einem Frauenteam geschlagen werden.

Kein erhöhtes Corona-Risiko im öffentlichen Nahverkehr: Wer Bus und Bahn nutzt, ist nicht stärker infektionsgefährdet als Auto- und Fahrradfahrer. Das ist das Ergebnis einer Studie der Charité Research Organisation, die dazu den öffentlichen Nahverkehr im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) untersucht hat. Während des fünfwöchigen Studienzeitraums führten die Teilnehmenden ein Tagebuch zu ihrem Mobilitätsverhalten, der Einhaltung der Hygieneregeln, den täglichen Kontakten und eventuellen Erkältungssymptomen. Am Ende waren die Corona-Infektionszahlen der Nahverkehrsgruppe und der Individualverkehrsgruppe auf gleichem Niveau niedrig.

Essen to go in der Mehrwegverpackung: Ab 2023 müssen Restaurants, Bistros und Cafés Take-away-Speisen und -Getränke auch in Mehrwegverpackungen anbieten. Das gilt auch für Lieferdienste. Die Mehrwegvarianten dürfen nicht teurer sein als das gleiche Produkt in einer Einwegverpackung. Ausnahmen gelten allerdings für kleinere Imbisse, Spätkauf-Läden und Kioske. Dort kann die Kundschaft allerdings selbst mitgebrachte Behälter auffüllen lassen. Mit der neuen Regelung erweitert die Regierung ab 2022 außerdem die Pfandpflicht auf alle Getränkeflaschen aus Einwegplastik sowie Getränkedosen.

38 Kilogramm Plastik-Verpackungsmüll produziert jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr.

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EU stärkt Umweltschutz: Ein Aktionsplan der EU-Kommission will die Verschmutzung von Luft, Wasser und Böden verringern. Damit soll bis 2030 die Zahl der vorzeitigen Todesfälle aufgrund von Luftverschmutzung um mehr als 55 Prozent sinken. Diese belaufe sich auf geschätzt bis zu 400.000 pro Jahr. Künftig sollen kontaminierte Böden besser erfasst und gereinigt werden. Geschätzt hätten in der EU rund 390.000 Standorte eine Sanierung nötig. Die Kommission möchte außerdem den Plastikmüll auf See um die Hälfte verringern und die Schwellenwerte für Unterwasserlärm etwa von Schifffahrt und Offshore-Bauwerken neu bewerten.

Ihre Portion Konstruktives am Wochenende

Mehr Lösungen gibt es bei "pitch", dem Podcast von plan b: Die neue Folge heißt "Mit Fleisch und gut!" Die fehlende Transparenz in der Fleischindustrie motivierte May-Britt Wilkens 2017 zur Gründung von "besserfleisch". Hier erfahren Konsument*innen nicht nur, auf welchem Hof das Tier lebt, wie es aufwächst und ernährt wird. Das Besondere ist: Ein Tier wird erst geschlachtet, wenn alle Teile online verkauft sind. Dadurch wird eine restlose Nose-to-Tail-Verwertung gewährleistet. Wie sie auf die Idee zu diesem Geschäftsmodell kam und was China damit zu tun hat, bespricht sie mit Moderatorin Salwa Houmsi. Ab sofort überall zu hören, wo es Podcasts gibt.

In der aktuellen Dokumentation von plan b "Sparsam und sauber" geht es an diesem Samstag um günstigen Strom aus der Nachbarschaft:

Die aktuelle plan-b-Doku.

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Wie das funktioniert, zeigen Energiegenossenschaften wie die HEG in Heidelberg. Wer will, kann hier schon für 100 Euro Mitglied werden, in erneuerbare Energien investieren und gleich doppelt profitieren - von günstigem Sonnenstrom und den Gewinnen, die mit überschüssiger Energie erzielt werden. Und außerdem erfahren Sie, wie man mit einer App und Prepaid-Strom Geld spart.

Was diese Woche die Nachrichten sonst bestimmte

Eine Woche der Gewalt im Nahen Osten: Hamas und Verbündete feuern Hunderte Raketen auf Israel. Dessen Militär bombardiert den Gazastreifen. Es fing an mit einem seit über zehn Jahren andauernden Rechtsstreit um Zwangsräumungen in Ost-Jerusalem, einem wichtigen israelischen Feiertag und einem Polizeieinsatz auf dem Tempelberg. Wie die Lage in Israel und Palästina in wenigen Tagen so eskalieren konnte, hat Nils Metzger vom ZDFheuteCheck aufgeschrieben.

Priorisierung für Johnson & Johnson aufgehoben: Seit dieser Woche können sich alle mit dem Corona-Vakzin des US-Herstellers impfen lassen - unabhängig davon, ob sie einer Risikogruppe angehören. Empfohlen wird der Impfstoff wegen seltener Thrombosen - wie der von Astrazeneca - aber erst ab 60 Jahren.

Mit Astrazeneca impfen lassen - oder abwarten? Eine Risikoanalyse geht der Frage nach, für wen die Gefahr einer Thrombose größer ist als die eines schweren Covid-Verlaufs. Die Antwort hängt auch von der Infektionslage im Land ab, schreibt Katja Belousova vom ZDFheuteCheck.

Was an Urlaub in den Bundesländern möglich ist: Wandern, Strandkorb, Restaurant - noch sind die Reisemöglichkeiten begrenzt. Doch einige Länder lockern schon oder planen dies ab Pfingsten. Der Überblick.

Wenn Sie sich aktuell informieren möchten:

  • Alle Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus finden Sie unter diesem Link.
  • Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Zusammengestellt von Christian Dezer und Kathrin Wolff.

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