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Das Gute zum Wochenende - Jobmotor Klimawandel und Socken aus Co2

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ZDFheute Good News

Guten Morgen,

die Lage auf dem Arbeitsmarkt entspannt sich - das ist ein gutes Signal zum Wochenende. Die Bundesagentur für Arbeit meldet sinkende Arbeitslosenzahlen und den ersten Rückgang der Arbeitslosigkeit in einem Juli seit dem Jahr 2006. Hoffnung also nach dem langen Corona-Fluch.

Erfreulich beim Thema Arbeit in dieser Woche ist auch, dass sich Berufe im Bereich Umwelt-, Natur- und Klimaschutz entgegen dem Trend deutlich positiver entwickeln. Um über zwei Prozent ist die Nachfrage nach sogenannten "grünen" Ausbildungsberufen gestiegen, berichtet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (IW). Besonders beliebt bei den jungen Menschen ist unter anderem die Forstwirtschaft, der Obst-, Gemüse-, und Weinanbau oder die Ausbildung zur Landschaftsgärtnerin oder zum Landschaftsgärtner. Eine Erklärung für diese überdurchschnittliche Entwicklung sieht die IW-Studie in der intensiveren Diskussion um Klima- und Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung.

Ein junger Mann verpflanzt eine Tomatenpflanze ins Freiland
Quelle: imago

Gerade Klimaschutz-Entscheidungen werden in der nationalen Politik ja oft gegen Jobverluste ausgespielt. Umso erstaunlicher klingt da eine Veröffentlichung von Forschern der University of British Columbia in Kanada. Sie haben untersucht, wie sich der Umstieg auf erneuerbare Energien weltweit auf den Arbeitsmarkt auswirken wird. Das Ergebnis lässt aufhorchen: Wenn die Welt das Zwei-Grad-Klimaziel erreicht, werden die Arbeitsplätze im Energiesektor von heute 18 Millionen auf 26 Millionen im Jahr 2050 steigen.

Die Wissenschaftler analysierten Datensätze aus 50 Ländern. Anders als frühere Studien schauten sie nicht nur auf OECD-Länder, sondern berücksichtigten auch beispielsweise China, Russland und Saudi-Arabien, die aktuell besonders viel durch fossile Brennstoffe verdienen.

Den Autoren zufolge ist die Angst vor einer Massenarbeitslosigkeit durch Kohleausstieg und Co. eher unbegründet. "Während die Arbeitsplätze im Bereich der Förderung fossiler Brennstoffe rapide abnehmen, würden diese Verluste durch Zuwächse bei den Arbeitsplätzen in der Solar- und Windenergie kompensiert", heißt es.

Auch andere Zahlen sprechen dafür, dass auf längere Sicht Maßnahmen gegen den Klimawandel das Wirtschaftswachstum ankurbeln können, wenn neue Technologien ins Spiel kommen, die neue Arbeitsfelder schaffen. Ein wichtiger Indikator dafür, wie gut die Umweltpolitik eines Landes funktioniert, ist der Environmental Performance Index (EPI), ein datengestütztes Instrument, das den Zustand der Nachhaltigkeit bewertet. Gerade Länder, in denen die Wirtschaft floriert, können in eine Klimaschutzpolitik investieren, die für sie zu einer Win-Win-Situation für Wirtschaft und Umwelt führt. Das heißt, Nachhaltigkeit muss nicht der Wirtschaft schaden oder umgekehrt. Ein Ergebnis, das Zuversicht vermittelt.

Haben Sie mehr Interesse an Lösungsansätzen, positiven Entwicklungen und Meldungen über weitreichende Veränderungen in unserer Gesellschaft? Ich empfehle Ihnen unseren Good-News-Blog. Für Ihre gute Nachricht erreichen Sie uns auch weiterhin unter der Mailadresse: zdfheute-feedback@zdf.de

Ich wünsche Ihnen ein gutes Wochenende. Bleiben Sie positiv und gesund. Ihr

Christian Dezer, Redaktionsleiter plan b

Was noch gut war diese Woche

Investitionsboom für Greentech-Unternehmen: Immer neue Investoren finanzieren mit Milliardensummen den klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft. Vor allem Start-ups und Mittelständler profitieren davon. In Metropolregionen wie München oder Berlin treiben junge Gründerteams zahlreiche Innovationen voran, die von europäischen Industriekonzernen für den grünen Umbau der Wirtschaft dringend gebraucht werden - ob Künstliche Intelligenz (KI), smarte Robotik oder eine nachhaltigere und CO2-ärmere Produktion.

Das globale Marktvolumen für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz verdoppelt sich nach Schätzungen des Bundesumweltministeriums und des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) bis 2030 auf knapp 10 Billionen Euro. Wie Greentech-Unternehmen Innovationen marktfähig machen, zeigt auch die Dokumentation "Stadt ohne Smog – Ideen für eine bessere Luft" von plan b (30 Minuten).:

Beitragslänge:
30 min
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Der längste "Solar-Radweg": Die niederländische Gemeinde Utrecht hat in Sachen Klimaentwicklung einen Meilenstein gesetzt. 330 Meter misst der "Solar-Radweg", der 40 Haushalte mit Strom versorgen kann. Damit ist er aktuell der längste weltweit. Der Radweg besteht aus Platten, auf denen eine Oberfläche aus lichtdurchlässigem Kunststoff liegt. So gelangt das Sonnenlicht zu den Solarkollektoren, die unter dem Beton liegen. Nach Angaben der Projektleiter kann der Radweg nicht nur Haushalte mit Strom versorgen, sondern auch sich selbst Licht spenden: Die Solarzellen produzieren ihre eigene Streckenbeleuchtung entlang des Weges.

Wie in den Niederlanden gute Ideen für weniger Verkehrschaos vorgelebt werden, ist auch in der plan b-Doku "Verkehr ohne Chaos - wo es auf den Straßen läuft" zu sehen (30 Minuten):

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30 min
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Satellit aus Holz: Mehr als 6.500 Satelliten umkreisen unseren Heimatplaneten. In den nächsten Jahren sollen es Zehntausende sein. Außer Betrieb werden sie zu Weltraumschrott oder verglühen. Dabei werden kostbare Rohstoffe vernichtet, nicht selten bleiben giftige Rückstände. Die Europäische Weltraumagentur (ESA) und das finnische Start-up Arctic Astronautics versuchen es jetzt nachhaltiger und schicken im November einen Holz-Satelliten ins All. Erste Tests mit Sperrholzschichten aus Birke waren vielversprechend. Die kleinen Holzkästen hielten den Bedingungen im Weltall stand.

Ihre Portion Konstruktives am Wochenende finden Sie bei "Green Steps" dem Nachhaltigkeitskanal von planet e und plan b und in der aktuellen "plan b-Dokumentation": "Socken aus Co2: Wie ein Klimakiller helfen kann". Darin zeigen wir, wie CO2 uns Menschen sogar nützt, denn man kann es essen und Kleidung daraus machen. Man muss nur wissen wie:

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30 min
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Was diese Woche die Nachrichten sonst bestimmte

Explosion im Chempark Leverkusen: Bei der Detonation sind fünf Menschen ums Leben gekommen, zwei werden noch immer vermisst. Gute Nachrichten gab es am Freitag vom Landesumweltamt: Die Partikel der gewaltigen Rußwolke im Anschluss an die Explosion hatten nur eine geringe Schadstoffbelastung.

Unwetterkatastrophe in Deutschland: In den betroffenen Regionen gehen die Aufräumarbeiten weiter. Viele Menschen haben alles verloren und fürchten nun, von der Politik vergessen zu werden. Währenddessen drohen im Süden Deutschlands am Wochenende neue Unwetter. ZDF-Meteorologe Özden Terli fasst zusammen.

Testpflicht für Reiserückkehrer: Die Bundesregierung hat die Einreiseregeln geändert. Vor allem auf ungeimpfte Reiserückkehrer kommt ab Sonntag eine breitere Testpflicht zu. Alle Details haben wir hier für Sie zusammengefasst – einen Überblick liefert die Grafik:

Grafik: Neue Regeln für Reiserückkehrende beschlossen
Quelle: ZDF

Sexismus im Sport: Weil sie längere Hosen getragen haben als von der Europäischen Handball-Föderation vorgesehen, müssen Norwegens Beachhandballerinnen eine Strafe zahlen. Ein Problem, das viele Sportlerinnen verschiedenster Disziplinen kennen: Der Sexismus liegt bereits in den Strukturen des Sports. Wer Sponsoren will, braucht Follower - und wer Follower will, veröffentlicht am besten sexy Posts. Nicht nur die norwegischen Beachhandballerinnen wollen da nicht mehr mitmachen. Auch Ruderin Michaela Staelberg kritisiert das System deutlich - und hat mit unserer Autorin Susanne Rohlfing über die "Nackte-Haut-Falle" gesprochen.

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Zusammengestellt von Christian Dezer und Kevin Schubert.

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