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Das Gute zum Wochenende : Kann man Verzicht als Gewinn sehen?

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ZDFheute Good News

Guten Morgen,

oft wissen wir genau, was gut ist, und machen doch das Gegenteil. Kognitive Dissonanz nennen Wissenschaftler das. Wir kennen die Gefahren des Klimawandels und möchten unseren Kindern, Enkeln und Urenkeln eine lebenswerte Welt hinterlassen - aber trotzdem fahren wir PS-starke Autos, jetten um die Welt und konsumieren mehr, als wir brauchen. Kritik daran fassen wir schnell als Einschränkung unserer Freiheit, Verbot und gezwungenen Verzicht auf.  

Was also tun? Psychologen raten, vereinfacht gesagt, dazu, sich nicht auf Fehler oder negative Verhaltensweisen zu konzentrieren, sondern auf konstruktive Lösungen. So kann der Perspektivwechsel helfen, aus einem angeblichen Verzicht sogar einen Gewinn zu machen. Was damit gemeint ist? Hier ein aktuelles Beispiel aus dem Bereich der Ernährung.

Wenn ich jetzt schreibe: "Rotes Fleisch erhöht das Krankheitsrisiko, und die Fleischproduktion belastet die Umwelt", höre ich die Aufschreie: "Schon wieder einer, der mir mein Schnitzel, meine Currywurst oder mein Steak vermiesen will!" Wenn ich aber formuliere: "Durch weniger Fleischkonsum, können Sie bis zu 13 Jahre länger leben und enorm dazu beitragen, die Umwelt zu retten", klingt das ganz anders. Beide Aussagen stimmen übrigens und sind das Ergebnis von aktuellen Studien.

Laut einer Studie verlängert der Verzehr von mehr Vollkorn, Gemüse und Nüssen das Leben von Frauen im Schnitt um 10,7 Jahre, Männer können sogar bis zu 13 Jahre älter werden. Wer auf zuckerhaltige Kost und "rotes" Fleisch verzichtet, reduziert sein Krankheitsrisiko entscheidend. Und je früher man beginnt, desto mehr zusätzliche Lebensjahre gibt es. Selbst bei 60-Jährigen steigert die Ernährungsumstellung die Lebenszeit noch um acht Jahre.  

Die andere Studie ist ein Gedankenexperiment von zwei US-amerikanischen Wissenschaftlern. Sie fragten: "Wie würde sich ein Ende der Viehzucht auf die Emissionen in den Jahren von 2020 bis 2100 auswirken?" Das klingt erst einmal unvorstellbar und utopisch. Allerdings wären die Folgen für die Umwelt sensationell. Denn ein Großteil der Methan-, Lachgas- und Kohlenstoffemissionen entstehen durch die Viehzucht und deren Versorgungsketten.

Beitragslänge:
30 min
Datum:

Fallen die weg und würden die Weideflächen gleichzeitig in Wald und Biomasse umgewandelt, könnte das die Erderwärmung erheblich verlangsamen. Errechnet wurde eine ähnlich positive Wirkung wie eine Senkung des jährlichen CO²-Ausstoßes um 68 Prozent. 

Eine Welt ohne Kühe? Zugegeben - eine sehr drastische Überlegung. Aber schon, wenn der Viehbestand nur um die Hälfte reduziert würde, weil wir zum Beispiel weniger Fleisch essen, würden wir gesünder, könnten länger leben und unsere Umwelt langfristig schützen. Und damit wären wir dann wieder bei unseren Kindern, Enkeln und Urenkeln. 

Ich wünsche Ihnen ein gutes Wochenende und viel Spaß beim Weiterlesen. Für Ihre persönliche gute Nachricht erreichen Sie uns auch unter der Mailadresse: zdfheute-feedback@zdf.de

Ihr Christian Dezer, Redaktionsleiter plan b  

Was noch gut war diese Woche

Aus Alt mach Neu: Ein Forscherteam hat eine Methode entwickelt, Silizium aus ausgedienten Photovoltaikanlagen komplett wiederzuverwerten. Aus dem recycelten Silizium können neue Solarzellen produziert werden. Damit gelingt dem Team vom Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik die Solarenergie noch nachhaltiger zu machen und den Rohstoffabbau zu reduzieren.  

Schattenspender für Wildlachs: Schottische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass viele heimische Flüsse zu warm werden. Eine der Folgen: Die Eier der atlantischen Lachse können nicht überleben. Um die Gewässer zu kühlen, plant Schottland eine massive Aufforstung der Flussufer mit Bäumen. Mit zunächst 250.000 Schatten spendenden Bäumen wird begonnen, das Ziel sind über eine Million Bäume.

Elektrische Autobahnen: Der Elektro-Verkehr nimmt zu und Ladestellen gibt es noch zu wenig. In Detroit startet jetzt ein Pilotprojekt für eine E-Autobahn. Dabei sind im Asphalt Kupferspulen eingelassen, auf die Strom übertragen wird. Wenn ein E-Auto mit einem entsprechenden Empfänger über die Spulen fährt oder auf ihnen steht, lädt das Fahrzeug. Eine ähnliche Teststrecke gibt es bereits in Italien. Solche Straßen könnten künftig gerade für den Bus- und Schwerlastverkehr interessant werden, weil solche Fahrzeuge dann kleinere Akkus benötigen würden.

Ihre Portion Konstruktives am Wochenende

Kommen wir noch einmal zur Ernährung zurück: In unserer neuesten Dokumentation von plan b geht es um Käse, oder besser gesagt, wie eines der beliebtesten Lebensmittel der Deutschen klimafreundlicher hergestellt werden kann.

Beitragslänge:
29 min
Datum:

Was diese Woche die Nachrichten sonst bestimmte

Eilantrag gegen Pflege-Impfpflicht scheitert: Während die Politik noch über die Impfpflicht im Gesundheitswesen streitet, hat das Bundesverfassungsgericht bereits ein erstes Urteil gefällt: Die Corona-Impfpflicht für Pflege- und Gesundheitspersonal kann aus rechtlicher Sicht wie geplant ab Mitte März umgesetzt werden. 

Wie kommt Lauterbach auf 500 Corona-Tote? Sollte Deutschland jetzt lockern, drohen laut Gesundheitsminister Karl Lauterbach 400 bis 500 Corona-Tote pro Tag. Wie kommt er auf diese Zahl? Das Ministerium schweigt zur Berechnung. Nils Metzger vom ZDFheute Check hat daher mit Experten gesprochen.

Biden droht mit Aus für Nord Stream 2 bei russischer Invasion: Sollte Russland in die Ukraine einmarschieren, habe die Pipeline Nord Stream 2 keine Zukunft, sagte US-Präsident Joe Biden diese Woche nach einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz. Letzterer blieb bei dem Thema vage.

dm-Gründer Götz Werner ist tot: Der Gründer der Drogeriemarktkette dm, Götz Werner, ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 78 Jahren, wie das Karlsruher Unternehmen mitteilte.

Wenn Sie sich aktuell informieren möchten:

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Zusammengestellt von Christian Dezer und Katja Belousova.

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