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Schulden machen - aber richtig

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Update am Morgen - Schulden machen - aber richtig

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Shakuntala Banerjee

Guten Morgen,

Es ist schon erstaunlich, was in Corona-Zeiten alles geht. Mehr als 218 Milliarden Euro Neuschulden für den laufenden Bundeshaushalt wird der Bundestag in dieser Woche wohl beschließen. Dabei hieß das Mantra der Großen Koalition in den vergangenen Jahren stets "Sparsamkeit". Investitionen? Nicht auf Pump! Zukunftstechnologien? Wenn anderswo gespart wird, gerne. Der rituelle Schlagabtausch: Er war einmal. Einmütig schöpfen Union und SPD gerade aus dem Vollen. Und es hagelt - kaum Kritik.

Ja, die Opposition hält manches für nicht gänzlich gelungen, nimmt die Mehrwertsteuersenkung unter die Lupe und vermisst mehr Engagement im Sozialen. Doch im Grundsatz wollen alle das Geld in die Hand nehmen, um Gesellschaft und Wirtschaft möglichst unbeschadet aus der Krise zu holen. Wer will sich auch jetzt gerne hinstellen und sagen: Dafür reicht's nicht? Vor allem, wenn Deutschland sein Verhältnis zum Thema Schulden gerade ohnehin komplett umkrempelt, wie Florian Neuhann in Berlin direkt zeigt:

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Da muss die Kritik schon von anderer Seite kommen. Zum Beispiel von denen, die die Rettungspakete von heute als Schulden von morgen abstottern müssen: Um 10 Uhr geht der Jugendrat der Generationen in Berlin mit dem Konjunkturpaket ins Gericht. "Die Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung drohen andere Krisen zu verschärfen", sagt er und fordert mehr Engagement für Klimaziele und gegen soziale Spaltung. Das aktuelle Paket werden die Jugendvertreter nicht aufhalten. Doch vielleicht gibt's bis zum nächsten die gewünschte eine Million Unterstützer für ihre Kampagne und mehr Gehör für ihre Anliegen.

Einen schönen Tag und viel Spaß beim Weiterlesen wünscht Ihnen

Shakuntala Banerjee, stellvertretende Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios Berlin

Was heute noch wichtig ist

  • Kurz vor Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft am 1. Juli trifft sich Bundeskanzlerin Angela Merkel heute mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron im brandenburgischen Meseberg. Thema soll unter anderem der europäische Wiederaufbauplan von 750 Milliarden Euro sein, den Macron und Merkel mit einer gemeinsamen Initiative im Mai angestoßen hatten.
  • In Brüssel startet heute eine weitere Runde der Brexit-Verhandlungen. Erstmals seit Monaten treffen sich die Unterhändler von EU und Großbritannien dabei wieder persönlich. In den ersten vier Verhandlungsrunden seit dem britischen EU-Austritt Ende Januar gab es kaum Fortschritte.
  • Schützt Deutschland in der Corona-Krise die sozial Schwächeren? Der Fall Tönnies hat einmal mehr gezeigt: Selbst wenn das Coronavirus keine Unterschiede macht - das Risiko, sich anzustecken, unterscheidet sich sehr wohl. Bei Berlin direkt verteidigt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Bundesregierung nun entschieden: "Jeder in Deutschland, egal wie der soziale Status ist, hat Zugang zu medizinischer Versorgung."

Das ganze Interview mit Gesundheitsminister Spahn.

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Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut Johns-Hopkins-Universität 194.693 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 540 dazu. Insgesamt sind 8.968 Menschen gestorben. (Stand: 29.6.2020 5:33 Uhr, Quelle: Johns-Hopkins-Universität)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Zahl der Nacht

Mehr als 500.000 Corona-Tote gibt es mittlerweile weltweit. Die Zahl der Infizierten stieg auf mehr als zehn Millionen.

Ein Lichtblick

Madrid ist Spaniens Corona-Hotspot gewesen. Am Samstag hat es nun erstmals seit Beginn der Pandemie keinen neuen Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus gegeben. Eine "großartige Nachricht", schrieb Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso auf Twitter.

Mit bisher mehr als 8.400 Toten und fast 72.000 Fällen ist die spanische Hauptstadt die am schwersten getroffene Region des Landes.

Gesagt

Jetzt haben wir die Corona-Krise und die nächste Krise klopft schon an. Das ist die Krise der resistenten Antibiotika, die mit Wucht auf uns zusteuert und die auch aus der Massentierhaltung kommt, sodass wir sagen müssen: Dieses System ist gescheitert.
Europa-Abgeordnete Sarah Wiener

Darf es die Massentierhaltung in dieser Form weiter geben? Egal ob Tierwohl oder Arbeitsbedingungen - nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies muss sich die Fleischindustrie in Deutschland heftiger Kritik stellen.

Im ZDF-Interview fordert die Europa-Abgeordnete und Köchin Sarah Wiener einen radikalen Umbruch - und macht dafür konkrete Vorschläge.

Das Interview aus dem heute journal in voller Länge.

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Weitere Schlagzeilen

Ausblick in die Woche

Von Bundestagsabstimmungen bis zum DFB-Pokalfinale als Geisterspiel.

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Die Nachrichten im Video

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

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So wird das Wetter heute

Am Montag gibt es im Süden einige Schauer und Gewitter. Südlich der Donau kann es auch mal längere Zeit regnen. Zum Nachmittag lassen die Niederschläge nach. Im Rest des Landes scheint häufig die Sonne und es bleibt trocken. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 und 25 Grad.

Wetterkarte für Montag, 29.06.2020
Quelle: ZDF
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