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Update am Morgen - Nullpunkt Hiroshima

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Wulf Schmiese

Guten Morgen,

heute wird weltweit "Ground Zero" gedacht, des ursprünglichen "Ground Zero". "Bodennullpunkt" heißt der Begriff übersetzt, stammt aus der Militärsprache und bezeichnet die Stelle an der Erdoberfläche senkrecht unter dem Explosionsort einer nuklearen Bombe.

Heute vor 75 Jahren schlug in Hiroshima die erste jemals zum Angriff verwendete Atombombe ein. Die zweite fiel drei Tage später auf Nagasaki. "Little Boy" nannten die USA ihre erste Kernwaffe, "Fat Boy" ihre zweite. Seitdem sind Atombomben nicht mehr in Kriegen eingesetzt worden.

Atombombenexplosion in Hiroshima 1945
Atombombenexplosion in Hiroshima 1945: Zehntausende verglühten im Bruchteil einer Sekunde.
Quelle: Hiroshima Peace Memorial Museum/dpa

Vor mir liegt die Abschrift eines langen Interviews, das wir mit Miayko Yano geführt haben. Die Japanerin ist Ende 80. Sie war 14, als ihre Heimatstadt Hiroshima zur nuklearen Hölle wurde - und sie mittendrin saß. Sie wollte gerade raus zur Schule, da dröhnten die Sirenen. Sie hatte es nicht in den Bunker geschafft und war allein zu Haus.

"Die Möbel flogen umher. Genau wie bei einem Erdbeben wurde ich von unten niedergeschlagen und zusammen mit einigen Tatami-Matten angehoben. Als ich herunterfiel, war der Boden tiefer als vorher." Sie rannte raus, um zu Löschen, wie sie es beim Trainings-Alarm gelernt hatte. "Obwohl das Haus komplett zerstört war, gab es keine Spur von Bombenangriffen." Doch über sich, Richtung Norden, sah sie Feuerbälle, die sich weit über den Himmel ausbreiteten und uns später als Atomwolke bekannt wurden. "Sie bedeckten den Himmel für einen ganzen Tag." Und für Abertausende ein ganzes Leben.

Tsutomu Yamaguchi überlebte beide Atombombenagriffe. Er war ganz in der Nähe, als die Atombombe in Hiroshima explodierte.

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Miayoko Yoni lebte vier Kilometer von "Ground Zero" entfernt. "Wir hatten keine Ahnung, was geschehen war." Dann hätten Menschen aus der Todeszone bei ihr im Haus Zuflucht gesucht, mit glühenden Ohren und Nasen - Verstrahlte. "Die verbrannte Haut fiel herunter und blieb an den Stellen der Fingernägel nach unten hängen."

Miayoko Yoni ist eine der letzten lebenden Zeuginnen. Ein Glück, dass sie im Beitrag unseres Korrespondent Ulf Röller zu sehen sein wird. Denn sie weiß leibhaftig wovon sie spricht, wenn sie warnt: Es darf ihn nie wieder geben für die Menschheit - einen solchen Nullpunkt.

Wir werden berichten, und Sie können hier auch über unsere anderen Themen des Tages weiterlesen.

Wulf Schmiese, Redaktionsleiter "heute journal"

Was heute noch wichtig ist

Fenster Ausblick über die zerstörte Stadt von Beirut.

Nachrichten | Politik - "Die Menschen haben alles verloren" 

Beirut nach der Explosion

  • Lufthansa veröffentlicht seine Halbjahresbilanz: Die Coronakrise brachte die Flotte von Europas größter Fluggesellschaft zum Stillstand. Analysten rechnen im Durchschnitt mit einem Verlust von rund 1,8 Milliarden Euro für das zweite Quartal. Stephanie Barrett hat die Zahlen, und was sie bedeuten, analysiert.
  • DLRG informiert über Zahl der Ertrunkenen: Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG stellt die Zahlen zu den Ertrunkenen in den bisherigen Sommermonaten in Deutschland vor. Erwartet wird, dass diese wegen lange geschlossenen Freibädern wegen der Corona-Krise deutlich höher ausfallen als bisher - um sich zu erfrischen nutzten mehr Menschen gefährliche Gewässer wie Flüsse.

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut Johns-Hopkins-Universität 214.113 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 730 dazu. Insgesamt sind 9.179 Menschen gestorben. (Stand: 6.8.2020 6:00 Uhr, Quelle: Johns-Hopkins-Universität)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

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Ausführlich informiert

Aus Sorge, Viren könnten sich über das Geld verbreiten, haben viele ihr Verhalten in der Corona-Krise geändert. Selbst kleine Beträge am Kiosk oder beim Bäcker werden jetzt mit Karte beglichen. Digitale Bezahlsysteme sind auf dem Vormarsch. Mehr dazu bei in der Doku "Karte oder Cash - Schafft Corona das Bargeld ab?" von ZDFzoom:

Kontaktloses Bezahlen boomt. Ein Trend, der das Bargeld langsam abschafft?

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Grafik des Tages

Infografik: Explosion in Beirut
Infografik: Explosion in Beirut

Ein Lichtblick

Neue Pinguin-Kolonien in der Antarktis aus dem Weltall entdeckt: In der Antarktis gibt es neuen Satellitenaufnahmen zufolge fast 20 Prozent mehr Kolonien von Kaiserpinguinen als bislang angenommen. Wissenschaftler des British Antarctic Survey (BAS) hätten bei der Auswertung von Daten der Raumfahrtmission Sentinel-2 elf neue Kolonien ausfindig gemacht, teilte die Europäische Weltraumorganisation ESA mit.

Bild einer Pinguingemeinschaft von ca. 120 Tieren

Zahl des Tages

150 Euro Bußgeld sollen Menschen in Nordrhein-Westfalen sofort zahlen, wenn sie im Nahverkehr keinen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Nordrhein-Westfalen will bei Maskenverweigerern härter durchgreifen. Wer im Nahverkehr keinen Mund-Nasen-Schutz trägt, soll dafür teuer bezahlen.

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Gesagt

Die Menschen haben alles verloren. Die Stadt ist zerstört. Wie fangen wir an, mit diesem nationalen Trauma umzugehen? So viel Traurigkeit um uns herum.
Aya Majzoub, Human Rights Watch Beirut

Die Nachrichten im Video

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

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2 min
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So wird das Wetter heute

Am Donnerstag gibt es viel Sonne und nur wenige Wolken. Die Temperatur steigt auf Werte zwischen 24 Grad an den Alpen und 34 Grad in Nordrhein-Westfalen.

Am Donnerstag gibt es viel Sonne und nur wenige Wolken. Die Temperatur steigt auf Werte zwischen 24 Grad an den Alpen und 34 Grad in Nordrhein-Westfalen.
Quelle: ZDF
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