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Update am Morgen - Wir Industrienationen sollten uns schämen

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Andreas Wunn

Guten Morgen,

ich hoffe, Sie hatten ein entspanntes Osterfest - so entspannt es halt in diesen Zeiten sein konnte. Heute beginnt wieder der Alltag - im Echo der Osterappelle. Der Bundespräsident hat gesagt, Impfen sei der entscheidende Schritt aus der Pandemie. Der Papst hat gefordert, die Impfstoffe weltweit solidarisch zu verteilen. Beides ist richtig. Nur leider werden die Impfstoffe nicht solidarisch verteilt.

Nach Angaben des Chefs der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich zehn reiche Länder rund 75 Prozent der Covid-19-Impfdosen gesichert. 60 Prozent der Dosen, die bestellt und gekauft wurden, stehen nur 16 Prozent der Weltbevölkerung zur Verfügung. Eigentlich wollte die WHO, dass in den ersten 100 Tagen dieses Jahres in jedem Land der Welt das Impfen beginnt. Das wäre am 10. April und ist wohl nicht mehr zu erreichen.

Nicht nur, weil die Industrieländer den armen Ländern die Impfdosen vor der Nase wegkaufen. Noch nicht mal finanziell ist die nötige Unterstützung da. Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat gesagt, für die weltweite Impfkampagne Covax fehlten derzeit 25 Milliarden Euro. Deutschland hat immerhin einen guten Beitrag geleistet und seine Hilfe gerade auf 1,5 Milliarden Euro erhöht.

All dies ist ein Armutszeugnis. Warum gibt es keinen echten Marshallplan, um arme Länder mit ausreichend Impfstoff zu versorgen? Warum gibt es keinen G20-Gipfel, um Corona gemeinsam zu bekämpfen? Warum werden nicht doch die Patentrechte der Impfstoffe ausgesetzt, was mehr als 100 ärmere Länder fordern? Wo sind die globalen, innovativen und solidarischen Strategien, um dieser Jahrhundertkatastrophe die Stirn zu bieten?

Eine Pandemie kann, wie der Name schon sagt, nur global besiegt werden. Doch diese globale Krise hat gezeigt, dass sich am Ende doch jeder selbst der Nächste ist. Wir Industrienationen haben den Rest der Welt im Stich gelassen. Wir sollten uns schämen.

Einen schönen Tag und viel Spaß beim Weiterlesen wünscht Ihnen

Andreas Wunn, Leiter und Moderator von ZDF-Morgenmagazin und ZDF-Mittagsmagazin

Was heute noch wichtig ist

Hausärzte starten bundesweit mit Impfungen: Bundesweit sollen nun auch Hausärzte Corona-Impfungen vornehmen. Wie kommt man an einen Termin, welcher Impfstoff wird verimpft und wie viel? Lena Gauer liefert Antworten zu den wichtigsten Fragen.

Weitere Öffnungen im Saarland: Trotz aller Kritik hält Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) an seinem Öffnungsplan fest - heute startet das sogenannte "Saarland-Modell". Solange Bürger einen negativen Corona-Test vorlegen und die Kontakt-Nachverfolgung gewährleistet ist, können sie im Saarland wieder Außengastronomie, Theater oder Kinos besuchen. Erst wenn eine "Überlastung des Gesundheitswesens" droht, sollen Öffnungsschritte wieder zurückgenommen werden.

Von der Leyen und Michel besuchen Türkei: Erstmals seit einem Jahr gibt es heute wieder ein direktes Treffen von EU-Spitzenvertretern mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel reisen dazu nach Ankara. Im Gepäck haben sie ein umfassendes Angebot für den Neustart der Beziehungen mit dem schwierigen Partner, der in der Migrationspolitik für die EU unverzichtbar ist.

BVB kämpft ums Champions-League-Halbfinale: Der Einzug in die Runde der letzten vier dürfte für die Dortmunder schwierig werden. Denn im heutigen Viertelfinal-Hinspiel (auf ZDFheute im Liveticker ab 21 Uhr) wartet mit Manchester City der Tabellenführer der Premier League.

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es 2.903.036 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 15.820 dazu. Insgesamt sind 77.632 Menschen gestorben. (Quelle: Risklayer). Hier erfahren Sie, wie die Corona-Impfungen in Deutschland vorankommen.

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Blick nach London

Der britische Premierminister Johnson hat an Ostern Lockerungen der Corona-Maßnahmen für sein Land verkündet. Der Grund dafür: gut die Hälfte der Erwachsenen ist bereits geimpft.

Der britische Premierminister Boris Johnson.

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Grafik des Tages

Grafik: Intensivbehandlung
Quelle: ZDF

Gesagt

Diese Welt ist jedoch immer stärker von Risiken und rücksichtslos geführten Großmachtkonflikten geprägt.
Wolfgang Ischinger, am 5. April 2021 im "Tagesspiegel"

Er war Botschafter in den USA und Großbritannien, seit 2008 ist er der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz: Heute feiert der deutsche Diplomat Wolfgang Ischinger seinen 75. Geburtstag.

Ein Lichtblick

Die Dokumentation "Frau.Macht.Kirche. - Eine Institution gerät ins Wanken" porträtiert vier Frauen und ihren Kampf um eine gerechtere und menschlichere Kirche: Antonia Papenfuhs will Priesterin werden, Doris Bauer ist ausgetreten, Angelika Pohlers Kampf geht über die Kunst, und Schwester Maria Stadler diskutiert mit Bischöfen.

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Datum:

Weitere Schlagzeilen

  • Laschet will "Brücken-Lockdown" im April: Der NRW-Ministerpräsident dringt auf einen harten und kurzen Shutdown im April, um Zeit für mehr Impfungen zu gewinnen.
  • Bei Impflogistik "Turbo einschalten": Laut Gesundheitsminister Spahn sollen 20 Prozent der Bevölkerung bis Anfang Mai geimpft sein. Machbar? Ja, sagt der Immunologe Watzl. Dafür müsse aber noch viel passieren.
  • Tausende bei Ostermärschen: Bei den traditionellen Ostermärschen haben am Wochenende in Deutschland Tausende Menschen für mehr Frieden in der Welt demonstriert.
  • Putin könnte bis 2036 regieren: Mit einer Unterschrift hat sich Russlands Präsident den theoretischen Machterhalt selbst ermöglicht.
  • Ministerpräsidentenkonferenz: CSU-Generalsekretär Blume ist nur dann dafür, wenn alle Länder zu Verschärfungen der Corona-Regeln bereit sind.
  • In Wien gibt es erstmals wieder Gespräche über eine Rückkehr der USA in das Atomabkommen mit dem Iran.
  • Der Fall Harvey Weinstein hatte die #MeToo-Bewegung maßgeblich mit ausgelöst, seine Verurteilung Rechtsgeschichte geschrieben. Jetzt will der Filmmogul den Prozess neu aufrollen.

Die Nachrichten im Video

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

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So wird das Wetter heute

Am Dienstag gibt es verbreitet Schneeregen-, Schnee- und Graupelschauer sowie kurze Gewitter. Der Wind weht lebhaft aus Nordwest bis West mit starken bis stürmischen Böen. Die Höchsttemperatur liegt zwischen 0 und 7 Grad.

ZDFheuteWetter - Dienstag - 05.04.2021
Quelle: ZDF

Zusammengestellt von Katja Belousova

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