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Update am Abend : Corona-Schlingerkurs Richtung Ostern

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ZDFheute Update

Guten Abend,

es geht wieder auf Ostern zu und es liegt ein Hauch von Brücken-Lockdown 2021 in der Luft. Keine Sorge, zu so weitreichenden Einschränkungen ringt sich aktuell keine der politischen Fraktionen durch, aber der Schlingerkurs in der Bekämpfung des Coronavirus hat auch im dritten Jahr der Pandemie Bestand.

Am Montag hatten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern darauf verständigt, dass Corona-Infizierte und Kontaktpersonen ab dem 1. Mai in der Regel nur noch freiwillig und für kürzere Zeit in Isolierung oder Quarantäne müssen. Infizierten sollte dann nur noch "dringend empfohlen" werden, sich für fünf Tage zu isolieren und Kontakte zu meiden. Eine Anordnung des Gesundheitsamts sollte es nicht mehr geben.

Eine freiwillige Corona-Isolationspflicht soll es nun doch nicht geben - Minister Lauterbach ruderte bei "Lanz" zurück. Wie es dazu kam, erklärte er jetzt.

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Einen Tag später ruderte Gesundheitsminister Karl Lauterbach schon wieder zurück, spätabends in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz. Das Signal einer freiwilligen Isolation sei "so negativ, so verheerend", dass es eine Veränderung geben müsse. Heute Morgen, um 2:37 Uhr, gestand er seine Fehleinschätzung auch via Twitter ein:

Die Beendigung der Anordnung der Isolation nach Coronainfektion durch die Gesundheitsämter zugunsten von Freiwilligkeit wäre falsch und wird nicht kommen. Hier habe ich einen Fehler gemacht.

Das Signal wäre "falsch und schädlich" gewesen. Am Mittag nahm er die Fehleinschätzung der Maßnahme auf seine Kappe und erklärte in Berlin, es werde "in den nächsten Stunden" über einen neuen Vorschlag abgestimmt werden.

Meine Kollegin Kristina Hofmann hat sich die Kommunikationskünste des Twitter-Profis Lauterbach nochmal genauer angeschaut:

Bundesgesundheitsminister, Karl Lauterbach
Kommentar

Kommentar zur Quarantäne-Regel - Lauterbach: Kommunikationsprofi, gewesen 

Minister Lauterbach gibt einen Fehler zu. Einverstanden, wir machen alle Fehler. Aber Ort, Stil, Begründung: Alles ist daran falsch. Und den nächsten hat er schon wieder gemacht.

von Kristina Hofmann

Morgen hat dann das zweite Hin-und-Her-Projekt der Corona-Politik seinen großen Moment im Bundestag. Es wird abgestimmt über eine allgemeine Impfpflicht als Vorsorge für den Herbst. Von der ursprünglich geplanten Pflicht für alle ab 18 Jahren, die Lauterbach und Scholz wollten, ist nicht mehr viel übrig. Eine Impfpflicht für Menschen ab 60 ist nun auf dem Tisch. Ob sie kommt aber äußerst unsicher.

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut meldet heute 214.985 Neuinfektionen, die Inzidenz liegt bei 1322,2. Unsere Karte zeigt, wie es in Ihrem Landkreis aussieht.

In Deutschland sind bisher 76,6 Prozent mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. 76,0 Prozent sind zweimal, 58,8 Prozent dreimal geimpft. Hier erfahren Sie, wie es in Ihrem Bundesland aussieht.

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Was heute im Ukraine-Krieg passiert ist

US-Zeitung verifiziert Butscha-Video: Im Streit über die Deutung der Gräuel von Butscha im Ukraine-Krieg hat die "New York Times" Videoaufnahmen vom Tod eines Zivilisten durch russische Soldaten veröffentlicht. Das Video von Ende Februar sei von der Zeitung unabhängig verifiziert worden.

Bewohnerin von Butscha schildert die Belagerung: Erst sei Butscha von russischen Soldaten eingenommen worden - dann folgte eine Spezialeinheit. Diese habe Angst und Schrecken verbreitet, berichtet eine Bewohnerin.

Ukraine auch Thema bei der Fragestunde im Bundestag: Kanzler Olaf Scholz hat sich in der Fragestunde im Bundestag über die Kriegsgräuel in Butscha erschüttert gezeigt. Russland dürfe den Krieg in der Ukraine nicht gewinnen. Er fügte, an Putin gewandt, hinzu:

Solange Sie Ihre Truppen nicht aus der Ukraine abziehen, werden wir die Ukraine in allen erdenklichen Möglichkeiten unterstützen.
Olaf Scholz, Bundeskanzler

Was darüber hinaus wichtig ist

Weniger Autos und wohl noch höhere Preise: Erst die Corona-Pandemie, nun der Ukraine-Krieg: Die daraus resultierenden Nachschubprobleme verschärfen die Situation für die Autobauer und treiben die Preise wohl weiter hoch.

Kabinett beschließt Energiewende-Paket: Erneuerbare Energien sollen in Deutschland schneller ausgebaut werden als bislang geplant. Dazu hat die Regierung heute ein großes Gesetzespaket beschlossen - das "Osterpaket".

Wahlkampf in Frankreich: Emmanuel Macron hat viele interne Probleme Frankreichs in seiner Zeit als Präsident nicht gelöst. Seine Herausforderer versuchen, daraus Profit zu schlagen.

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Champions League

Gespannt, wie sich die Bayern in der Champions League gegen Villareal schlagen? Hier können Sie um 23 Uhr die Zusammenfassung sehen:

Zahl des Tages

3 Prozent. So klein ist der Anteil der Menschen an der Weltbevölkerung, die in "offenen Staaten" leben, in denen zivilgesellschaftliche Grundfreiheiten wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit garantiert sind. Dagegen leben etwa neun von zehn Menschen in Staaten mit "beschränkter", "unterdrückter" oder "geschlossener Zivilgesellschaft". Dort werden Rechte bedroht, eingeschränkt oder gar außer Kraft gesetzt. Das zeigt der neue "Atlas der Zivilgesellschaft", den Hilfsorganisationen am Mittwoch in Berlin veröffentlicht haben.

Karte: Atlas der Zivilgesellschaft
Karte: Atlas der Zivilgesellschaft

Gesagt

Das ist ein wahrer Albtraum. Es ist unfassbar - fast 27 Jahre nach dem Massaker von Srebrenica - dass man wieder sowas in Europa erlebt.
Martin Sajdik, früherer OSZE-Beauftragter für die Ukraine

Martin Sajdik sprach im ZDF-Morgenmagazin über die Gräueltaten von Butscha. Er bedauert es, dass die Mission der OSZE, die Special Monitoring Mission, die seit 2014 in der Ukraine arbeitete, ihre Aktivitäten eingestellt hat.

Moskau spreche von Bruderschaft mit der Ukraine, man sehe aber, "dass Russen auf die Ukrainer hinabblicken", so Martin Sajdik, ehem. OSZE-Sonderbeauftragter für die Ukraine.

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Weitere Schlagzeilen

Streaming-Tipps für den Feierabend

"Trügerische Sicherheit" ist ein packendes Drama: Kriminalkommissar Jonas Neimann ist seit Jahren der Personenschützer des Lokalpolitikers Magnus Mittendorf und der gesamten Familie verbunden. Doch eines Tages gerät er in ein Dilemma: Mit der neuen Pressesprecherin des Teams, Katharina Borba, führt er eine noch diskret gehaltene Beziehung. (89 min, verfügbar bis 25.03.2023)

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Die Thriller-Serie "The Honourable Woman" ist spannungsgeladen wie ein Spionageroman. Vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts zeichnet Regisseur Hugo Blick (The Shadow Line, Black Earth Rising) das vielschichtige Portrait der Unternehmerin Nessa Stein (brillant gespielt von Maggie Gyllenhaal). Eine Serie mit Suchtpotenzial und eine schonungslose Auseinandersetzung mit Gut und Böse. (52 min, verfügbar bis 04.05.2022, Altersfreigabe: ab 16)

Genießen Sie Ihren Abend!

Jan Schneider und das gesamte ZDFheute-Team

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