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Update am Morgen - Das Kapitol, der Reichstag und die Parallelen

Datum:
Ilka Brecht

Guten Morgen,

es gibt Tage, da sehen die ehernen Häuser der Demokratie plötzlich wie Kartenhäuser aus. Am 6. Januar stürmten Rechtsradikale, Verschwörungsanhänger und fanatische Trump-Fans gewaltsam das Kapitol in Washington. Der Angriff auf das Wahrzeichen der US-Demokratie erinnerte den deutschen Bundespräsidenten an "jene Bilder, als Gegner der Demokratie die Stufen unseres Reichstags besetzten". Zu Recht?

Tatsächlich waren in Berlin am 29. August des vergangenen Jahres Protestler gegen eine angebliche "Corona-Diktatur" bis vor die Türen des Reichstagsgebäudes vorgedrungen. Es waren längst nicht so viele wie in Washington, und sie konnten von den wenigen Polizisten, die vor Ort waren, aufgehalten werden. Aber sie hatten zuvor via Internet - ähnlich wie in den USA - zum Sturm geblasen: "Reichsbürger", die die Bundesrepublik und die Verfassung schlichtweg ablehnen, Rechtsradikale, die sich für die wahren Vertreter des Volkes halten, und Anhänger der "QAnon"-Verschwörung, die satanische Mächte an der Regierung sehen.

Vergleichen heißt nicht gleichsetzen, und es gibt neben den Parallelen auch Unterschiede zu den USA. So wurde der Mob in Washington vom Präsidenten selbst ermächtigt - von Donald Trump als oberstem Aufrührer und Spalter. Zugleich hat Trump die Polarisierung nicht erfunden. Es gibt sie auch in Deutschland - zunehmend. Und so warnen Sicherheitsbehörden auch hierzulande vor einer "Radikalisierungstendenz der Proteste". Frontal21 berichtet darüber heute Abend um 21 Uhr.

Herzliche Grüße aus Berlin

Ilka Brecht, Moderatorin und Leiterin des ZDF-Magazins Frontal 21

Was heute noch wichtig ist

Moderna-Impfstoff wird an Bundesländer ausgeliefert: Bis Ende des Quartals rechnet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit zwei Millionen Dosen für Deutschland, im Laufe des Jahres mit 50 Millionen Dosen. Wie der Impfstoff von Biontech muss auch das Vakzin von Moderna zweimal verabreicht werden.

"Unwort des Jahres" 2020 wird verkündet: Die Jury der sprachkritischen Aktion hatte allein mehr als 600 Einsendungen nur zum Thema Corona erhalten. Durch die Auszeichnung werden Wörter gerügt, die beispielsweise diskriminierend oder irreführend sind.

Pence und Trump demonstrieren Einigkeit: US-Präsident Trump und sein Vize Pence haben sich erstmals seit dem Sturm auf das Kapitol getroffen. Pence will ihn offenbar nicht für regierungsunfähig erklären. In einem nächsten Schritt kommt heute das Repräsentantenhaus zusammen, um sich erneut mit dem Impeachment zu befassen.

Grünen-Chefin Baerbock: Homeoffice "nicht als Zwangsmaßnahme": Es sei absurd, dass wir im Privaten auf den niedrigsten Kontakt runtergehen, aber Menschen nach wie vor in Büros arbeiten, erklärte Baerbock im heute journal.

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Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es 1.941.171 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 20.780 dazu. Insgesamt sind 42.097 Menschen gestorben. (Quelle: Risklayer)

Bisher wurden in Deutschland 613.347 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Hier erfahren Sie, wie viele Menschen in Ihrem Bundesland eine Impfung erhalten haben. (Quelle: RKI)

Auch nach Inkrafttreten des verschärften Shutdowns in allen Bundesländern geht die Debatte um die Sinnfälligkeit der Maßnahmen weiter.

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Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Grafik des Tages

Die Zulassungsstudie zum Impfstoff von Biontech und Pfizer konzentrierte sich bisher vor allem auf die Frage, ob sich durch eine zweifache Impfung eine Erkrankung an Covid-19 verhindern lässt. Entscheidende Ergebnisse für das Infektionsgeschehen insgesamt fehlen allerdings noch - zum Beispiel, ob Geimpfte das Virus verbreiten können. Erkenntnisse dazu werden in den nächsten Monaten erwartet.

Grafik: Der Corona Impfstoff Comirnaty von Bionech
Quelle: ZDF/iStock

Gesagt

Wenn wir nicht dringend handeln, um unsere Natur zu schützen, stehen wir vielleicht schon am Anfang einer Ära von Pandemien.
Ursula von der Leyen

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen warnt beim "One Planet Summit" vor dem Risiko neuer Pandemien angesichts eines Verlusts der Artenvielfalt. Durch die Zerstörung von Ökosystemen und den Eingriff des Menschen in die Natur kämen bislang voneinander getrennt lebende Arten in Kontakt. Die EU werde in den kommenden vier Jahren mehrere Hundert Millionen Euro in die Forschung investieren - zu den Themen biologische Vielfalt, Tiergesundheit oder neu auftretenden Krankheiten.

Weitere Schlagzeilen

Die Nachrichten im Video

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

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So wird das Wetter heute

Am Dienstag schneit es im Osten und Süden kräftig bis in tiefe Lagen. Im Westen fällt Regen und Schneeregen. Im Norden gibt es größere Auflockerungen mit einzelnen Schauern. Bei einem starken, in Böen stürmischen Wind werden 0 bis 8 Grad erreicht.

ZDFheute: Wetter Dienstag 12.01.2021
Quelle: ZDF

Zusammengestellt von Elisa Kart

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