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Update am Morgen - Darf die Kirche beim Sterben helfen?

Datum:
Wulf Schmiese

Guten Morgen,

wir berichten jeden Tag über Leben und Tod, auch schon vor Corona-Zeiten. So ist die Welt. Und wir als Nachrichtenüberbringer haben mitzuteilen, was auf der Erde geschieht: Leben und Glück sowie Leid und Unglück. Es hängt zusammen. Zum Leben gehört das Sterben.

Aber dürfen Lebende anderen beim Sterben helfen? Darüber, über Sterbehilfe, entflammt gerade ein neuer Streit, den wir heute Abend im heute journal schildern wollen.

Das Bundesverfassungsgericht hat im Februar das bis dahin geltende Verbot von geschäftsmäßiger Sterbehilfe für nichtig erklärt. Denn das allgemeine Persönlichkeitsrecht in Verbindung mit der Menschenwürde umfasse "ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben", so die richterliche Begründung. Der juristische Begriff "geschäftsmäßig" meint übrigens nicht "kommerziell", sondern lediglich: "auf Wiederholung angelegt".

Vor allem die Kirchen tobten. Gott gibt, Gott nimmt; kein Mensch habe das Recht, Leben zu beenden. Doch ausgerechnet von hochrangigen evangelischen Theologen ist nun der Vorschlag gekommen, sich am geschäftsmäßigen Suizid zu beteiligen: "Den assistierten professionellen Suizid ermöglichen", heißt die Überschrift eines ganzseitigen Gastbeitrags, der am Montag in der "FAZ" erschienen ist.

Aufgabe kirchlich-diakonischer Einrichtungen könne es sein, heißt es in dem brisanten Text, neben medizinischer und pflegerischer Versorgung auch "Rahmenbedingungen für eine Wahrung der Selbstbestimmung bereitzustellen". Dies könne auch bedeuten, mit ärztlicher Hilfe "abgesicherte Möglichkeiten eines assistierten Suizids in den eigenen Häusern anzubieten oder zumindest zuzulassen und zu begleiten".

Einer der Autoren, Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland, sagte meiner Kollegin Ulrike Rödle, er habe damit eine Debatte anstoßen wollen. Das ist ihm gelungen. Die katholische Bischofskonferenz reagierte scharf. "Den subtilen Druck, dem assistierten Suizid zuzustimmen", sagte deren Sprecher Matthias Kopp, "halten wir für eine große Gefahr." 

In unserem Bericht lehnt auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, den Vorstoß klipp und klar ab: "Ich entnehme dem Fünften Gebot, 'Du sollst nicht töten', schon einen klaren Auftrag, sich für den Schutz des Lebens einzusetzen. Und deswegen sollten wir uns nicht an der organisierten Hilfe zum Suizid beteiligen."

Doch die Debatte ist längst da, nun auch innerhalb der Kirchen.

Wir werden berichten!

Wulf Schmiese, Leiter heute journal

Was heute noch wichtig ist

Impeachment gegen Trump eingeleitet: Donald Trump ist der erste Präsident, gegen den zum zweiten Mal in ein Amtsenthebungsverfahren läuft. Was eine Amtsenthebung für Trump bedeuten könnte, hat unser Kollege Nils Metzger zusammengefasst.

Nach der Attacke seiner Anhänger auf das Kapitol muss sich Donald Trump als erster Präsident in der US-Geschichte einem zweiten Amtsenthebungsverfahren stellen.

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Holstein Kiel wirft Bayern raus: Zweitligist Holstein Kiel gelingt im DFB-Pokal die Sensation. In der 2. Runde schlagen die Kieler den Rekordmeister aus München im Elfmeterschießen.

Impfstoff-Entwickler tauschen sich aus: Die Pharmafirmen Pfizer und Moderna zeigen sich zuversichtlich, dass ihre Impfstoffe auch gegen Virus-Mutationen wirken und versprechen mehr Details im Februar. Unterdessen hat Gesundheitsminister Spahn im Bundestag die deutsche Impfstrategie verteidigt:

Biontech/Pfizer haben sich bei einer EU-Gesundheitskonferenz optimistisch gezeigt, dass ihr Impfstoff auch gegen Mutationen wirkt und die Übertragung des Virus verhindere.

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Baden-Württemberg berät über Schulöffnungen: Dabei soll es um die Lockerung der Corona-Maßnahmen für Grundschulen und Kitas ab der kommenden Woche gehen. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte vehement auf eine Öffnung im Sinne der Kinder gedrängt.

Plädoyer der Verteidigung im Lübcke-Prozess: Die Verteidiger des Hauptangeklagten Stephan Ernst haben um 10 Uhr mit ihrem Schlussvortrag das Wort. Der 47 Jahre alte Deutsche soll den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke im Juni 2019 auf der Terrasse von dessen Wohnhaus erschossen haben.

CDU-Spitze kommt vor digitalem Wahlparteitag zusammen: Die engste Parteiführung um die scheidende Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer trifft sich digital, um den Online-Parteitag vorzubereiten. Offiziell beginnt er mit 1.001 Delegierten am Freitag. Am Samstag soll dann der neue Parteichef gewählt werden.

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es 1.981.168 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 20.410 dazu. Insgesamt sind 44.404 Menschen gestorben. (Quelle: Risklayer)

Bisher wurden in Deutschland 758.093 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Hier erfahren Sie, wie viele Menschen in Ihrem Bundesland eine Impfung erhalten haben. (Quelle: RKI)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Zahl des Tages

43 Millionen: So viele Hektar tropischer Regenwald sind zwischen 2004 und 2017 weltweit zerstört worden. Das ergibt eine Auswertung von WWF International. In Brasilien, Kolumbien, Peru, Bolivien, Venezuela und Guyana findet dabei die größte Zerstörung des Regenwaldes statt.

Gesagt

Gegenüber den ganzen löchrigen Schals, die da zum Teil sind, und ungefähr acht Monaten getragenen Community-Masken, die man findet gerade im ÖPNV, ist eine FFP2-Maske in jeder Beziehung eine deutliche Verbesserung.
Markus Söder

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die ab Montag in Bayern geltende FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und Handel gerechtfertigt. Er kündigte zudem an, dass Bedürftige die Masken kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Insgesamt 2,5 Millionen Masken will Bayern dafür bereitstellen.

Weitere Schlagzeilen

Die Nachrichten im Video

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So wird das Wetter heute

Am Donnerstag schneit es vom Schwarzwald bis zum Allgäu. Am Rhein kann Regen dabei sein. Auch in Sachsen kann es noch etwas Schnee geben. Sonst bleibt es meist trocken. Vor allem im Nordwesten scheint auch die Sonne. Die Temperatur steigt auf Werte von minus 2 bis plus 4 Grad.

Vorhersage für Deutschland Donnerstag, 14.01.2021
Quelle: ZDF

Zusammengestellt von Elisa Kart von Kevin Schubert.

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