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Update am Abend - Im Fall Moria schläft Europa lieber weiter

Datum:
ZDFheute Update

Guten Abend,

aktuell gibt es in Europa kaum einen tristeren Ort als das Flüchtlingslager Moria. Eigentlich ist das Camp auf der griechischen Insel Lesbos nur auf 3.000 Schutzsuchende ausgelegt, aktuell leben dort etwa fünfmal so viele Menschen. Sie hausen auf engstem Raum, in Containern, Zelten oder provisorischen Behausungen aus Planen. Kinder spielen zwischen Müll. Immer wieder kommt es zu Gewalt.

An diesen Ort ist Armin Laschet heute gereist. Offiziell war der Ministerpräsident von NRW im Namen der Bundesregierung unterwegs, um sich für eine europäische Lösung der Flüchtlingskrise in Griechenland einzusetzen. Inoffiziell ging es wohl auch darum, sich als Staatsmann zu präsentieren. Immerhin ist Laschet einer der Anwerber auf den CDU-Vorsitz. Die Migranten vor Ort sollen ihn sogar für den "Prime Minister of Germany" gehalten haben.

Armin Laschet bricht Moria-Besuch aus Sicherheitsgründen ab
Armin Laschet besuchte auf Lesbos auch das Lager Kara Tepe.
Quelle: dpa

Zunächst besuchte Laschet das eigentliche Lager von Moria. Danach wollte er in jenen Bereich, der zynischerweise als "wilder Teil" bezeichnet wird. Aus Sicherheitsgründen wurde daraus nichts, der Besuch im Satellitencamp wurde abgesagt. Die medienwirksamen Bilder umgeben von Schutzsuchenden gab es für Laschet dafür im Lager Kara Tepe. Dort leben gerade einmal 1.300 Menschen.

"Die ganze Europäische Union muss jetzt wach werden", sagte Laschet am Ende seines Besuchs. Dass die des Elends müde EU seine Worte ernst nehmen wird, ist unwahrscheinlich. Für ein gemeinsames Handeln fehlt es an Einheit. Außerdem ist gerade Pandemie. Da fällt das Wegschauen noch leichter.

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut Johns-Hopkins-Universität 212.339 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 710 dazu. Insgesamt sind 9.162 Menschen gestorben. (Stand: 4.8.2020 14:34 Uhr, Quelle: Johns-Hopkins-Universität)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Was sonst noch wichtig ist

Kann man Corona-Demos verbieten?: Nach den Corona-Demos am Wochenende in Berlin diskutieren Politik und Öffentlichkeit, wie man Hygieneregeln bei solchen Versammlungen besser durchsetzen kann - und ob man sie vielleicht nicht ganz verbieten sollte. Jurist Christian Waldhoff gibt Antworten.

Fußball-Fans sollen zurück ins Stadion: Die 36 Klubs der DFL haben ein einheitliches Vorgehen zur möglichen Rückkehr einiger Fans in die Stadien beschlossen. Die Politik muss nun diese Maßnahmen prüfen:

  • Keine Stehplätze und kein Alkohol bis Ende Oktober
  • Verzicht auf Gästefans bis Jahresende
  • Sammeln sämtlicher Kontaktdaten

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Grafik des Tages

Weniger Arbeit in der Corona-Kriese
Quelle: ZDFheute, dpa

Weitere Schlagzeilen

Ein Lichtblick

SOS im Sand rettet drei vermisste Segler
Quelle: ZDFheute, AP

Streaming-Tipps für den Feierabend

Es ist meist eine Mischung aus traditionellem Rollenverständnis und ungleicher Bezahlung, die Frauen dazu motiviert, zuhause mit den Kindern zu bleiben, während der Ehemann arbeiten geht. Auch das Vertrauen in den Partner spielt eine große Rolle. Doch was, wenn dieses Vertrauen missbraucht wird? Die 37-Grad-Doku "Verliebt, verheiratet, verrechnet" zeigt, wie fatal es für Frauen sein kann, sich finanziell abhängig vom Ehemann zu machen. Denn wenn der Mann sie verlässt, ist die Geldnot bei Müttern oft groß. (Ab sofort in der ZDF-Mediathek und heute ab 22:15 Uhr im ZDF)

Tanja, Claudia und Andrea – drei Frauen und Mütter, ein Schicksal: Als ihre Kinder geboren wurden, haben sie sich finanziell voll und ganz auf ihre Ehemänner verlassen.

Beitragslänge:
28 min
Datum:

Der Fall Jens Söring beschäftigte Deutschland über Jahrzehnte. Mehr als 33 Jahre saß der deutsche Diplomatensohn in den USA in Haft, weil er die Eltern seiner Freundin ermordet haben soll. Söring selbst beteuerte seine Unschuld. Erst im vergangenen Jahr kam er auf Bewährung frei und durfte zurück nach Deutschland. Die vierteilige Doku "Killing for Love - Der Fall Jens Söring" zeichnet den Fall mit bisher ungesehenem Videomaterial nach. (Alle Folgen ab sofort in der ZDF-Mediathek und heute ab 20:15 Uhr bei ZDFinfo)

Die Olympischen Spiele von 2000 in Sydney sollten das weiße Australien mit den Ureinwohnern des Kontinents vereinen. Zum Gesicht der Spiele wurde Cathy Freeman, die zu Australiens indigener Bevölkerung gehört. Erst entzündete sie das Olympische Feuer, später holte die Läuferin Gold auf der 400-Meter-Strecke. In der Sport-Doku "Sydney 2000" blickt Nils Kaben auf die emotionalsten Momente zurück. (Ab sofort in der ZDF-Mediathek)

Genießen Sie Ihren Abend!

Katja Belousova

Katja Belousova ist Redakteurin im ZDFheuteCheck-Team. Auf Twitter: @belojakatja

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