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Moria - die angekündigte Katastrophe

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Update am Morgen - Moria - die angekündigte Katastrophe

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Ilka Brecht
Ilka Brecht

Guten Morgen,

er sei den Opfern dieser Katastrophe nahe, sagte Papst Franziskus am Sonntag im Vatikan. "Wir hoffen, dass die Welt diese Situationen tragischer und wirklich verzweifelter Not beachtet und in einer Weise reagiert, die unserem gemeinsamen Menschsein würdig ist", sagte er auch - aber das war schon vor vier Jahren.

Damals, im April 2016, hatte der Papst das Auffanglager Moria besucht. Er war nicht der erste, der nach Lesbos kam, und auch längst nicht der letzte, der über die menschenunwürdigen Zustände betroffen war. Jahr um Jahr wiederholten sich die Mahnungen, aber Jahr um Jahr passierte - nichts.

Archiv: Flüchtlinge und Migranten verlassen im Hafen von Piräus am 01.10.2019 eine Fähre
Quelle: dpa

Jedenfalls nicht genug: Zwar gab die EU viel Geld - seit 2015 gingen rund 2,6 Milliarden Euro für die Bewältigung der Migration an Griechenland -, aber Athen versäumte es trotzdem, die Versorgung von Moria entscheidend zu verbessern. Und in Brüssel, Berlin, Warschau und den anderen Hauptstädten? Sah man offenkundig tatenlos zu, wie Hilfsgelder im Morast versanken und verschloss die Augen vor der Eskalation des Elends.

Dabei hätten Europas Regierende nur zählen müssen. Ende 2016 hielten sich bereits 6.000 Menschen in dem Lager auf, das für maximal 3.000 gedacht war, Ende 2019 fristeten fast 19.000 Menschen ihr Leben in und um Moria. Und über all die Jahre gab es immer wieder Brände. Mal galt Brandstiftung als Ursache, mal hatten Migranten im Winter versucht, ihre eiskalten Zelte mit offenem Feuer zu wärmen.

Bis Mittwoch will sich die Bundesregierung entscheiden, wie viele Flüchtlinge Deutschland aus dem abgebrannten Lager Moria aufnehmen wird. Die CDU wünscht sich eine europäische Lösung, die SPD will die Bereitschaft Deutschlands in den Vordergrund rücken.

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2 min
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Jetzt ist die Bestürzung über die angekündigte Katastrophe groß, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich Europas Versagen fortsetzt, ist womöglich größer. Frontal 21 berichtet heute Abend um 21 Uhr über die Not in Moria und das Wegsehen - über Jahre.

Einen guten Tag wünscht Ihnen

Ilka Brecht / Moderatorin und Leiterin des ZDF-Magazins Frontal 21

Was heute noch wichtig ist

Zuschauer in Stadien: Sport und Politik diskutieren aktuell darüber, wie eine einheitliche Lösung für die Fan-Rückkehr in die Stadien aussehen könnte. Das Beispiel von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt zeigt, wie ein Hygienekonzept aussehen könnte.

Übersicht der Frankfurter Arena ohne Zuschauer am 19.11.2019 in Frankfurt.
Stadion der Frankfurter Eintracht
Quelle: imago

Konjunktur in Corona-Zeiten: Wo steht die deutsche Wirtschaft im Corona-Krisenjahr 2020? Antworten auf diese Frage geben die Experten des Statistischen Bundesamtes. Gut zwei Wochen vor dem Ende des dritten Quartals wollen die Wiesbadener Statistiker bereits veröffentlichte Konjunkturdaten für Juli und August noch einmal in einer Gesamtschau vorstellen.

Nach EU/China-Gipfel: Die EU fordert von China weitreichende Zugeständnisse vor einem Abschluss der Verhandlungen über das geplante Investitionsabkommen. "Vom Abschluss eines Investitionsabkommens, das Bundeskanzlerin Merkel als Krönung der deutschen EU-Ratspräsidentschaft unbedingt in diesem Herbst abschließen wollte, sind China und die EU auch nach über sechs Jahren Verhandlungen noch weit entfernt", schreibt ZDF-Korrespondent Thomas Reichart in seinem Kommentar.

Die EU habe erkannt, dass sie in Verhandlungen mit China nur durch Einigkeit bestehen könne, sagt ZDF-Korrespondentin Anne Gellinek.

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Mauer zwischen USA und Mexiko: Was ist aus Trumps Wahlversprechen geworden?

Auf dem Foto ist ein Stück Grenzmauer zwischen den USA und Mexiko zu sehen. Sie steht im Sunland Park, New Mexico.

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Trumps Grenzmauer: Wie ist der Stand?
 

Interaktive Story: Was aus Trumps Wahlversprechen geworden ist, eine Grenzmauer zu Mexiko zu errichten?

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut Johns-Hopkins-Universität 263.222 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 1.430 dazu. Insgesamt sind 9.356 Menschen gestorben. (Stand: 15.9.2020 5:22 Uhr, Quelle: Johns-Hopkins-Universität)

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So wird das Wetter heute

Am Dienstag ist es sonnig oder nur leicht bewölkt und überall trocken. Die Höchsttemperaturen erreichen 25 bis 33 Grad.

ZDFheuteWetter - Dienstag - 15.09.2020
Quelle: ZDF

Zusammengestellt von Lukasz Galkowski.

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