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Das Corona-Müll-Problem

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Update am Morgen - Das Corona-Müll-Problem

Datum:
Wulf Schmiese

Guten Morgen,

die S-Bahn rollt ein. Verdammt, Maske vergessen! Die Dame neben mir auf dem Bahnsteig hört meinen Fluch. Aus ihrer Handtasche fischt sie lächelnd ein Celophan-Päckchen und hält es mir geöffnet hin: Einwegmasken - Termin gerettet.

So freundlich von der Dame! Und wenig umweltfreundlich von mir, darauf zurückgreifen zu müssen. Denn Wegwerfmasken sind nur im medizinischen Bereich wirklich notwendig; und sonst eine Pest in dieser verdammten Corona-Krise. Auf mindestens 2,4 Milliarden werde die Anzahl der Einwegmasken in diesem Jahr weltweit ansteigen, vermuten die Vereinten Nationen. So hoch wie nie. Das haben Lara Wiedeking und Martin Niessen für das "heute journal up:date" recherchiert - ihren Bericht wollen wir heute Abend zeigen.

Eine Frau hält ihre Maske in der Hand.
Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Vor einem Jahr erst hat die EU ein Verbot für Strohhalme, Einmal-Trinkbecher und -besteck auf den Weg gebracht, um Plastikmüll zu reduzieren und die Meere zu schonen. Nun sind Masken Pflicht, von denen Unmengen das längst angegangene Problem weiter vergrößern. 

"Man denkt immer erst, es ist Papier", sagt Prof. Kerstin Kuchta, die an der TU Hamburg Abfallressourcen-Wirtschaft lehrt. Aber allein der Vlies sei eine "Stoffmatrix" und mindestens zur Hälfte aus Kunststoff. Hinzu kämen noch Gummi-Halterungen für die Ohren und der Nasenclip. Das mache zusammen bis zu 70 Prozent des Gewichts einer Maske aus, die also zum größten Teil, so die Fachfrau, "aus Kunststoff besteht und damit nicht abbaubar ist".

Heißt: Die Dinger sind nicht recyclebar, gehören in die graue Tonne und müssen verbrannt werden - schon der ganzen Keime wegen, auch ohne Corona. Das schaffe neuen Abfall, den wir nicht wieder nutzen können, warnt Professorin Kuchta. "Wenn wir von einer Kreislaufwirtschaft träumen: Diese Materialien passen garantiert nicht da rein."

Archiv: Einwegverpackungen am 03.09.2019 in Berlin

Umwelt- und Klimaschutz -
Bundestag: Neue Regeln für weniger Plastik
 

In Deutschland soll es weniger Plastikmüll geben. Dafür hat der Bundestag ein ganzes Paket neuer Regeln auf den Weg gebracht. Vor allem die Händler werden in die Pflicht genommen.

An Alternativen mit abbaubarer Zellulose und Bambus wird bereits geforscht, doch das kann noch Jahre dauern. Bis dahin werden diese Masken die Weltmeere und Strände weiter verschmutzen. "Es ist ein nachhaltiges Monument, das wir uns da erschaffen", glaubt unser Autoren-Team. "Es wird die Corona-Pandemie und uns um Jahrhunderte überleben."

Mich hat der Bericht überzeugt, die waschbare Baumwollmaske nicht wieder vergessen zu wollen.

Einen schönen Tag und viel Spaß beim Weiterlesen wünscht Ihnen

Wulf Schmiese, Leiter heute journal

Was heute noch wichtig ist

Israels zweiter Lockdown: Die Menschen in Israel müssen sich von heute an erneut mit starken Einschränkungen in der Corona-Krise arrangieren. Ein von der Regierung verhängter Lockdown startet am frühen Nachmittag und soll mindestens drei Wochen andauern. Die Maßnahme soll die Zahl der Corona-Fälle in dem Land eindämmen - die täglichen Neuinfektionen waren zuletzt wiederholt auf Rekordwerte gestiegen. ZDF-Korrespondent Michael Bewerunge berichtet aus Tel Aviv.

Mehr als 30 Millionen Corona-Infizierte weltweit: Mehr als 30 Millionen Corona-Fälle wurden bisher gemeldet und auch in Europa verbreitet sich das Coronavirus aktuell wieder schneller. Ein Überblick, wie die Welt sich infizierte.

Weltkarte mit der Zahl der Corona-Neuinfektionen für jedes Land als Kreis

Nachrichten | Panorama -
Corona: Mehr als 30 Millionen Infizierte
 

Wie sich die Schwerpunkte der Krise verlagert haben:

Verschärfung des Unternehmensrechts: Der Bundesrat berät über eine deutliche Verschärfung des Unternehmensstrafrechts. Nach dem Gesetzentwurf der Bundesregierung sollen künftig bei Delikten wie z.B. Korruption oder Abgasmanipulation wesentlich höhere Bußgelder verhängt werden können. 

Start der neuen Bundesliga-Saison: Nur 26 Tage nach dem Champions-League-Gewinn eröffnet der FC Bayern München mit einem Heimspiel gegen den FC Schalke 04 die 58. Saison der Fußball-Bundesliga. Der traditionelle Auftakt mit dem deutschen Meister sollte eigentlich vor 7.500 Zuschauern ausgetragen werden. Aber steigende Corona-Infektionszahlen in der bayerischen Landeshauptstadt verhindern das Ende der Geisterspiele in der Allianz-Arena. Das ZDF überträgt die Partie live (ab 20.15 Uhr).

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut Johns-Hopkins-Universität 269.048 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 1.490 dazu. Insgesamt sind 9.376 Menschen gestorben. (Stand: 18.9.2020 5:23 Uhr, Quelle: Johns-Hopkins-Universität)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Zahl des Tages

1970: Vor genau 50 Jahren starb der Musiker Jimi Hendrix. Die Gitarren-Legende und Idol der amerikanischen Hippie-Bewegung wurde nur 27 Jahre alt.

Jimi Hendrix aufgenommen am 01.01.1970 in den USA
Quelle: dpa

Weitere Schlagzeilen

Die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright sieht eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und Europa. Sie stimme vielen Dingen, die Trump getan habe, nicht zu. Vielmehr glaube sie an die NATO und das transatlantische Bündnis.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
  • Reform der Kfz-Steuer: Die Regel ist einfach: Je schmutziger, desto teurer: Der Bundestag hat eine Reform auf den Weg gebracht. Je mehr CO2 ein Wagen ausstößt, desto höher ist ab 2021 die Steuer dafür. E-Mobilität wird weiter gefördert.
  • Lukaschenko macht dicht: Belarus hat die Grenzen Richtung Westen geschlossen.
  • Thalia bewirbt Staatspropaganda: In mehreren Filialen lässt sich die Buchhandelskette dafür bezahlen, Bücher chinesischer Staatsverlage prominent auszustellen.

Die Nachrichten im Video

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

Beitragslänge:
2 min
Datum:

So wird das Wetter heute

Am Freitag gibt es viel Sonne. Am Bodensee und im Allgäu kann sich am Vormittag noch Hochnebel halten. Bei einem lebhaften Ostwind steigt die Temperatur auf Werte von 17 bis 27 Grad.

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Quelle: ZDF

Zusammengestellt von Lukasz Galkowski

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