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Update am Morgen - Die Rückkehr der "Queen of Europe"?

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Bettina Schausten

Guten Morgen,

2013 krönte der britische "Daily Telegraph" Angela Merkel zur "Queen of Europe". Sie saß unbestritten im Sattel, die mächtigste und erfahrenste Regierungschefin Europas. Mehr gefürchtet als geliebt. Die deutsche Rolle als Zuchtmeister in der europäischen Finanzkrise hatte die Südländer gegen sie aufgebracht. Dann, in der Flüchtlingskrise 2015, wollten die Länder im Osten ihr nicht mehr folgen und auch im Westen verlor sie an Ansehen.

Applaus für die wiedergewählte Kanzlerin Angela Merkel am 17.12.2013 im Bundestag.
Applaus für die wiedergewählte Kanzlerin Angela Merkel am 17.12.2013 im Bundestag.
Quelle: dpa

Nun soll Merkels europäischer Stern neu erstrahlen. Es geht dabei auch um ihr politisches Vermächtnis. In zwei Wochen, am 1. Juli, übernimmt Deutschland nach 13 Jahren die EU-Ratspräsidentschaft. Heute ab 9 Uhr wird Angela Merkel in einer Regierungserklärung im Bundestag, die wir hier bei ZDFheute und im ZDF-Programm übertragen, ihre Agenda für die nächsten sechs Monate vorstellen.

Im Vorfeld der deutschen EU-Ratspräsidentschaft führt Außenminister Maas derzeit Gespräche mit den europäischen Partnern. Am Dienstag war er in Polen.

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Viel Zeit ist nicht, um Europas Weichen richtig zu stellen und es aus der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg herauszuführen. Die immensen wirtschaftlichen Corona-Folgen sind ungeplant das Hauptthema, das die deutsche Präsidentschaft zu bewältigen hat. Zu Beginn der Krise fiel Europa binnen Tagen auseinander, auch Deutschland setzte sofort auf nationale Lösungen. Jetzt muss als erstes ein Kompromiss her über den geplanten Milliarden-EU-Haushalt und den Wiederaufbaufonds in Höhe von 750 Milliarden Euro. Unwahrscheinlich, dass am Freitag beim EU-Gipfel dazu schon eine Einigung gelingt.

Merkel muss überzeugen und setzt dabei auf einen Satz, mit dem sie sich selbst zitiert. Der Leitspruch in der Finanzkrise war für die deutsche Kanzlerin stets dieser: "Wir müssen stärker aus der Krise herauskommen, als wir hineingegangen sind." Jetzt soll der auch in Europa für Zuversicht sorgen und neuen Sinn stiften. Und er fordert, wenn sie es ernst meint, auch und gerade von Deutschland schmerzhafte Beweise der Solidarität. Sie wird sich an diesem Satz messen lassen müssen. Die Geschichtsschreiber, die schon bald Merkels europäisches Erbe unter die Lupe nehmen, werden es tun.

Einen schönen Tag und viel Spaß beim Weiterlesen wünscht Ihnen

Bettina Schausten, stellvertretende ZDF-Chefredakteurin

Was heute noch wichtig ist

  • Großveranstaltungen bleiben weitgehend verboten, der Mindestabstand und die Hygieneregeln gelten weiter: Nach ihren Beratungen verbreiten die Ministerpräsidenten der Bundesländer und Kanzlerin Angela Merkel den Eindruck, dass ihr Streit um Corona-Regeln beigelegt ist. Doch nicht alles ist schmusig, findet unsere Berliner Kollegin Kristina Hofmann. Viele Corona-Maßnahmen bleiben, die Schulen sollen nach den Sommerferien aber wieder komplett öffnen. Wie das in der Praxis funktionieren soll, versuchen die Kultusminister bei ihrem heutigen virtuellen Treffen zu klären. Wie es Grundschülern mit dem Homeschooling geht:

Unterricht in Zeiten von Corona - eine Herausforderung für viele Eltern: Homeschooling, fehlende Materialien, keine klaren Strukturen. Aber auch die Kinder sind überfordert.

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  • "Alarmsituation" im Kreis Gütersloh: So sieht es der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im "heute journal". Und findet die Schließung des Schlachthofs und die Quarantäne für rund 7.000 Mitarbeiter dort vollkommen angebracht. Alle Schlachthof-Mitarbeiter in NRW sollen nun noch einmal auf das Coronavirus getestet werden.

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Schlachthof fordert NRW-Gesundheitsminister Laumann eine Gesetzesänderung. "Schluss wird nur sein, wenn diejenigen denen Schlachthöfe gehören, eine Generalhaftung für Werkvertragsarbeitnehmer haben", so Laumann.

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Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut Johns-Hopkins-Universität 188.604 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 250 dazu. Insgesamt sind 8.851 Menschen gestorben. (Stand: 18.6.2020 4:33 Uhr, Quelle: Johns-Hopkins-Universität)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Ausführlich informiert

  • Doku von ZDFzoom: China, Trump und Corona - Die WHO zwischen den Fronten (28 Minuten)
  • auslandsjournal: Wut über Rassismus in den USA, Homophobie in Polen, wie geht Urlaub am Mittelmeer in Corona-Zeiten? (30 Minuten)

Weitere Schlagzeilen

"Black Lives Matter" bewegt die Welt, besonders Belgien wegen seiner Kolonialgeschichte.

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Gesagt

Was auch geschieht: Die Flamme des französischen Widerstandes darf und wird nicht erlöschen.
Charles de Gaulle am 18.6.1940

Mit diesem Appell im britischen Rundfunk betrat der bis dahin unbekannte Charles de Gaulle die politische Weltbühne. Am Tag zuvor hatte die französische Regierung bei den Deutschen um einen Waffenstillstand gebeten.

Grafik des Tages

Grafik: Die Freiheitsstatue war ursprünglich eine ägyptische Bäuerin

Die Nachrichten im Video

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

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So wird das Wetter heute

Am Donnerstag ist es im Südwesten und Nordosten meist trocken, dazu scheint die Sonne häufiger. Sonst gibt es einige Schauer. Am Nachmittag kommen teils kräftige Gewitter mit erneuter Unwettergefahr hinzu. Im Norden erreicht die Temperatur Werte zwischen 23 und 28 Grad, im Süden bleibt es kühler mit 17 bis 23 Grad.

Vorhersage für Deutschland 17.06.2020
Quelle: ZDF
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