Update am Morgen: Der Preis des ukrainischen Erfolgs

    Update

    Update am Morgen:Der Preis des ukrainischen Erfolgs

    von Ilka Brecht
    |
    Ilka Brecht

    Guten Morgen,

    die Ukraine geht in die Offensive. Innerhalb weniger Tage hat sie eine beeindruckende Zahl an Quadratkilometern zurückerobert. Zumindest für den Moment. All jene, die seit Monaten mahnen, die Ukraine möge aufgeben, weil der Krieg gegen die angeblich so überlegene russische Armee nicht zu gewinnen sei, müssen sich vorwerfen lassen, den ukrainischen Mut der Verzweiflung unterschätzt zu haben.
    Und noch mehr. Denn Olena Selenska ging kürzlich in die verbale Offensive. Die Frau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hatte in einem Interview mit der BBC angesichts der Debatte über steigende Verbraucherpreise in Europa an die Menschen in ihrem Land erinnert, die durch den russischen Angriff ihr Leben verloren.

    Während ihr anfangt, die Pfennige auf eurem Konto oder in eurer Tasche zu zählen, tun wir das Gleiche und zählen unsere Opfer.

    Olena Selenska

    Eine Breitseite gegen westliche Kriegsmüdigkeit und Verzagtheit. Tatsächlich liefert der Westen fast verschämt Waffensysteme in Richtung Kiew, immer ein bisschen mit einem Auge nach Moskau schielend, auf dass es den Kriegsherrn im Kreml bloß nicht zu sehr reize. Besonders Deutschland schielt - womöglich, weil der Erfolg der deutschen Wirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten vor allem auf billiger Energie aufbaute. Und mit steigenden Kosten, die auch die Privathaushalte empfindlich zu spüren bekommen, könnte hierzulande die Lust am Erfolg der Ukraine stetig sinken.
    Zumal der Preis die "Pfennige", von denen Olena Selenska sprach, bei weitem übersteigt. Gerade hat das Ifo-Institut eine Winter-Rezession prognostiziert. Laut den Münchner Forschern passen die Energieversorger Anfang 2023 ihre Strom- und Gaspreise an die hohen Beschaffungskosten an, und das werde die Inflationsrate im ersten Quartal des kommenden Jahres auf etwa elf Prozent hochtreiben.
    Schon jetzt führt die Krisenangst zur Frage, wie viel der Westen wegen des Krieges in der Ukraine noch bereit ist auszuhalten. "Frontal" hat in Deutschland und Frankreich mit Betroffenen gesprochen, die nicht mehr wissen, wie sie ihre Stromrechnung bezahlen sollen (heute Abend, 21 Uhr, im ZDF).
    Fest steht, dass die Zeitenwende, von der Kanzler Olaf Scholz (SPD) gleich nach Kriegsbeginn sprach, ziemlich spürbar ist. Und dass es kaum noch einen Weg zurück gibt. Das alte Europa, dessen Wirtschaft von billiger fossiler Energie lebte, ist eine Legende der Vergangenheit. Von vor der Zeitenwende eben.
    Kommen Sie gut durch den Tag!
    Ilka Brecht, Moderatorin und Leiterin des ZDF-Magazins "frontal"

    Was in der Nacht im Ukraine-Krieg passiert ist

    Ukraine befreit laut Selenskyj Tausende Quadratkilometer: Seit Anfang September seien 6.000 Quadratkilometer zuvor russisch besetzter Gebiete zurückerobert worden.
    Zweite Stromleitung zum AKW Saporischschja funktioniert: So könne eine Leitung das Kühlsystem der abgeschalteten Reaktoren versorgen, die zweite sei in Reserve, teilt die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit.
    Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

    Was heute noch wichtig ist

    Urteil nach tödlichen Schüssen in Idar-Oberstein erwartet: Die tödlichen Schüsse in einer Tankstelle Mitte September 2021 erschütterten Deutschland. Laut Anklage soll der 50-jährige Angeklagte einen 20 Jahre alten Mitarbeiter getötet haben, nachdem dieser ihn mehrfach auf die coronabedingte Maskenpflicht hingewiesen hatte.
    Leichnam der Queen wird nach London überführt: Der Sarg wird am Abend von Schottland mit einem Flugzeug der Royal Air Force nach England geflogen. Begleitet wird der Flug von Queen-Tochter Prinzessin Anne. Per Auto wird der Sarg nach London in den Buckingham-Palast gebracht.
    Bericht über Gewalt gegen geflüchtete Kinder in Europa: Die Nichtregierungsorganisation Save the Children, die sich für den Schutz von Kindern weltweit einsetzt, veröffentlicht heute einen Bericht mit dem Titel "Gewalt gegen Flüchtlings- und Migrantenkinder, die über die Balkanländer nach Europa kommen".
    Aktuelle Corona-Zahlen und -Grafiken zur Situation in Ihrem Landkreis, zum Stand der Impfungen und zur allgemeinen Lage in Deutschland und weltweit.
    Wenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo.

    Ausführlich informiert

    ZDF spezial: Wendepunkt im Ukraine-Krieg? (13 Minuten)
    ZDFheute live: Entscheidender Schlag gegen Putin? (33 Minuten)

    Grafik des Tages

    Grafik: 13,5 Millionen Fahrräder 2021 in EU produziert
    Quelle: ZDF/iStock

    Zahl des Tages

    Schätzungen zufolge wird jede Person in Deutschland 2022 durchschnittlich 2,2 Kilo Schokolade gegessen haben. Die Bundesrepublik ist der größte Schokoladenproduzent in der EU. Am heutigen Tag der Schokolade stehen aber nicht nur der Schoko-Konsum, sondern auch die oft miserablen Bedingungen der Kakaobäuerinnen und -bauern im Fokus. Letztere drängen in den vergangenen Jahren immer mehr in die Öffentlichkeit - und haben das Interesse an fair gehandelter Schokolade erhöht.

    Gesagt

    Er ist einer der besten Spieler der Welt. Die Voraussetzungen, die er hat, von seinem Körper, von seiner Größe, von seinem Skill, das ist das, was ihn auszeichnet.

    Basketballer Dennis Schröder über Giannis Antetokounmpo

    Giannis Antetokounmpo ist einer der besten Basketballer der Welt, wurde in der NBA bereits zweimal als wertvollster Spieler ausgezeichnet und führte seine Milwaukee Bucks 2021 zur Meisterschaft. Heute Abend in Berlin spielt er mit der griechischen Nationalmannschaft im EM-Viertelfinale gegen die deutsche Auswahl. Für Dennis Schröder und Co. wird das eine komplizierte Aufgabe.

    Weitere Schlagzeilen

    Die Nachrichten im Video

    Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden24.02.2024 | 1:47 min

    So wird das Wetter heute

    Am Dienstag ist es im Nordwesten und im Süden oft freundlich. Sonst gibt es mehr Wolken. Am Vormittag regnet es vor allem im Nordosten, am Nachmittag im Westen. Die Temperatur steigt auf Werte von 18 bis 30 Grad.
    ZDFheuteWetter
    Quelle: ZDF

    Zusammengestellt von Katja Belousova
    Alles gut? Danke, dass Sie unser ZDFheute Update lesen! Empfehlen Sie das Briefing gerne Ihren Freunden und Bekannten - hier ist der Anmeldungs-Link. Außerdem freuen wir uns weiterhin über Ihr Feedback, was Ihnen besonders gut gefällt und was wir noch besser machen sollten an zdfheute-feedback@zdf.de. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!