Update am Abend: Mit Randale ins neue Jahr

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    Update am Abend:Mit Randale ins neue Jahr

    von Anna Grösch
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    ZDFheute Update

    Guten Abend,

    ich sage es Ihnen ganz ehrlich: Am zweiten Tag im neuen Jahr habe ich eigentlich keine Lust mehr auf das Thema "Böllern in der Silvesternacht". Reden wir trotzdem drüber - denn man muss sich schon fragen: Was ist los in diesem Land?
    Am Tag nach Neujahr werden die Folgen der Böllerei sichtbar - und damit ist nicht nur der Müll gemeint, der noch auf den Straßen liegt. Mehrere schwer Verletzte durch Feuerwerk, darunter ein Kleinkind, ein junger Mensch kam sogar ums Leben.
    Doch was in diesem Jahr besonders erschüttert, ist das Ausmaß der Gewalt gegen Feuerwehr- und Rettungskräfte und auch gegen Polizisten. In der Silvesternacht wurden Einsatzkräfte mit Böllern und Raketen in verschiedenen Städten gezielt angegriffen. Allein in Berlin gab es deshalb mehr als hundert Festnahmen. Von diversen kaputten Scheiben, Autos und anderen Schäden ganz zu schweigen.
    Eine solche Nacht der Gewalt gegen Einsatzkräfte dürfe sich "nicht wiederholen", fordert die Gewerkschaft der Polizei. Die Feuerwehr-Gewerkschaft will Dashcams, damit Angriffe besser dokumentiert werden. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sprach von einem "Ausmaß an Gewalt, das fassungslos und wütend macht". Na, frohes Neues.
    Wäre es vielleicht doch mal an der Zeit, über - um nicht das böse Wort "Verbot" in den Mund zu nehmen, - irgendeine Art von Reglementierung zu sprechen? Wer Einsatzkräfte angreifen will, tut das in einer Nacht voll Alkohol und Enthemmung, möglicherweise auch ohne Raketen. Dass jede und jeder über 18 kurz vor Silvester solche Geschosse aber einfach im Supermarkt kaufen und dann fast überall zünden kann - wann, wie, und wohin er will, auch in dicht bewohntem Gebiet - ist doch irgendwie absurd.
    Denn Rücksichtslosigkeiten beim Böllern sind keine Einzelfälle. Das dürfte jeder wissen, der in den vergangenen Jahren Silvester auf der Straße einer deutschen Großstadt verbracht hat. Dass da Raketen mal in die Menschenmenge fliegen, ist nicht besonders ungewöhnlich. Eine erschreckende Silvester-Bilanz zum Start ins Jahr 2023 also.
    Aber die gute Nachricht ist: Wir haben ab jetzt 363 Tage Zeit, um uns zu überlegen, wie man es beim nächsten Mal besser machen kann. Diejenigen, die böllern wollen, sollen das können. Aber so, dass die Anderen keine Angst davor haben müssen, sich auf die Straße zu trauen.

    Im Livestream

    Auch bei ZDFheute live beschäftigen wir uns nochmal ausführlich mit der Gewalt in der Silvesternacht: "Woher kommt die Gewalt gegen Helfer? Ein Berliner Feuerwehrmann und ein Konfliktforscher über die Gewalt.

    Was heute im Ukraine-Krieg passiert ist

    Waffenstillstand in diesem Jahr? Damit rechnen manche Experten, unter anderem Ex-Nato-General Hans-Lothar Domröse. Wenn sich am Kriegsverlauf in der Ukraine nichts grundlegend ändere, würden beide Parteien erkennen, dass es keinen Sinn ergebe, weiter zu kämpfen. Das könnte ein Moment für Verhandlungen über einen Waffenstillstand sein.
    SPD-Außenpolitiker bekräftigt Absage von Leopard-Lieferungen: Der SPD-Außenpolitiker Michael Müller hat erneut betont, dass es beim Nein der Bundesregierung bleibe, Leopard-Panzer im Alleingang an die Ukraine zu liefern. Das sei nur in Abstimmung mit Nato-Partnern möglich.
    Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

    Was darüber hinaus wichtig ist

    "Letzte Generation" will weiter blockieren: Die britischen Klima-Aktivisten von "Extinction Rebellion" wollen künftig auf Blockade- und Klebeaktionen verzichten. Diese hätten nicht die gewünschte Wirkung gezeigt. In Deutschland will die "Letzte Generation" aber auch diese Form des Protests weiter nutzen. Man sei bereit, "bis ins Gefängnis zu gehen".
    Kritik nach Lambrechts Instagram-Post: Die Verteidigungsministerin hat am Silvesterabend ein Video mit Neujahrswünschen aufgenommen - in dem sie auch über den Ukraine-Krieg sprach, während im Hintergrund Feuerwerkskörper knallen. Das finden viele mindestens geschmacklos.
    Aktuelle Corona-Zahlen und -Grafiken zur Situation in Ihrem Landkreis und zur allgemeinen Lage in Deutschland.

    Weitere Schlagzeilen

    Zahl des Tages

    15.609.756: Statistisch gesehen liegt die Wahrscheinlichkeit, durch einen Flugzeugabsturz sein Leben zu verlieren, bei 1 zu etwa 15,6 Millionen. Fliegen ist seit den 1970er Jahren viel sicherer geworden - damals lag die Wahrscheinlichkeit etwa bei 1 zu 264.000.
    Grafik: Fliegen immer sicherer
    Quelle: ZDF/Getty Images

    Gesagt

    Zitat: Winfried Kretschmann

    Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann sieht in einem Tempolimit nicht die Allheillösung gegen den Klimawandel. Ein Befürworter des Tempolimits ist der Grünen-Politiker trotzdem.
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    Streaming-Tipps für den Feierabend

    Edgar Wallace gilt als Erfinder des modernen Thrillers. In der ZDF-Mediathek gibt es ab heute gleich drei weitere seiner Filme zu sehen, darunter auch der Klassiker "Das indische Tuch". Nachdem der alte Lord Lebanon mit Besagtem erwürgt wurde, wartet die Gemeinschaft der Aufs-Erbe-Hoffenden in seinem Schloss auf die Testamentseröffnung. Das bringt nicht nur Streit mit sich - sondern auch den Tod. (83 Minuten, FSK 16 - Verfügbar nach Altersprüfung oder zwischen 22 und 6 Uhr)
    Zum Tod des emeritierten Papstes Benedikt XVI. beleuchtet die Doku "Papst Benedikt XVI. - Ein Leben" das Leben und Wirken von Joseph Ratzinger. Neben seiner Sorge um das geistige Erbe Europas geht es auch um die zahlreichen Skandale seiner Amtszeit - bis hin zu seinem spektakulären Rücktritt in 2013. (58 Minuten)
    31.12.2022 | 58:41 min

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    Anna Grösch und das gesamte ZDFheute-Team
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