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Update am Morgen - Flucht aus der Fleischfabrik

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Antje Pieper

Guten Morgen,

Über die Arbeitsbedingungen in deutschen Schlachthöfen wurde noch nie so viel gesprochen wie in diesen Tagen. "Endlich! Wurde aber auch mal Zeit!", könnte man sagen, wäre der Anlass nicht so erschreckend: Mehr als 1.500 Mitarbeiter einer Fleischfabrik wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Leidtragende sind jetzt alle im Raum Gütersloh und Warendorf. Erstmals wurden in zwei deutschen Kreisen Lockerungen der vergangenen Wochen wieder zurückgenommen.

Geschäfte bleiben offen, aber in den Kreisen Gütersloh und Warendorf gibt es neue Kontakt-Beschränkungen wegen der Corona-Ausbrüche – zunächst für eine Woche. Für Reisende von dort gelten in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern Einreise-Beschränkungen.

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"Die Männer sind umgefallen und wir mussten weiterarbeiten", erzählt Claudiu-Ioan Simile, ein Tönnies-Arbeiter aus Rumänien, der derzeit in Oelde bei Rheda-Wiedenbrück in Quarantäne sitzt. Er hat sich mit Corona infiziert, wie auch zehn weitere Arbeiter in seiner Unterkunft.

Rumänien ist Hauptherkunftsland ausländischer Arbeiter in Schlachthöfen und auf deutschen Feldern. Dort trifft ein Team des ZDF auch Alberto Gogu. Der Schlachthelfer flüchtete aus der Fleischfabrik von Tönnies, als er immer wieder hörte, dass Arbeiter krank wurden. "Ich arbeite seit 12 Jahren in Deutschland - aber das, was ich in den letzten drei Monaten erlebt habe, war das Härteste in meinem Leben." Er ist erst seit Anfang der Woche wieder zurück in seinem Heimatland.

Im auslandsjournal berichten wir heute über den rumänischen Blick auf den Fleischskandal in Deutschland. Überfüllte Unterkünfte, miserable Arbeitsbedingungen - eigentlich schon lange ein Skandal. Jetzt aber, wo sie sich auch noch als Virenschleuder herausstellen, bringt Corona die nicht nur hygienische, sondern auch menschliche Tragödie ans Licht. Und erzwingt hoffentlich ein Umdenken - endlich!

Einen schönen Tag und viel Spaß beim Weiterlesen wünscht Ihnen

Antje Pieper, "auslandsjournal"-Moderatorin und stellvertretende ZDF-Politikchefin

Was heute noch wichtig ist

  • Nach Corona-Ausbruch bei Tönnies: Gesundheitsminister wollen in Telefonkonferenz über den Umgang mit Touristen aus Risikogebieten beraten. Aufgekommen war die Debatte, nachdem für die Kreise Gütersloh und Warendorf wieder Corona-Beschränkungen gelten -kurz vor Beginn der dortigen Sommerferien. NRW-Gesundheitsminister Laumann rät den betroffenen Bürgern, sich testen zu lassen, um ihren Urlaub unbedenklich antreten zu können.

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Laumann erklärt zu den neuen Beschränkungen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf: Er möchte "Ruhe reinbringen". Man könne derzeit "nicht garantieren, ob alle ermittelt sind."

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  • Urteil gegen Deniz Yücel in der Türkei erwartet: Die Staatsanwaltschaft wirft dem Reporter der "Welt" Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und Volksverhetzung vor.
  • US-Präsident Trump empfängt Polens Staatschef Duda: Ein wichtiges Thema dürfte die von Warschau erhoffte Verstärkung der US-Militärpräsenz in Polen sein.

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut Johns-Hopkins-Universität 192.480 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 580 dazu. Insgesamt sind 8.914 Menschen gestorben. (Stand: 24.6.2020 5:33 Uhr, Quelle: Johns-Hopkins-Universität)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Ausführlich informiert

ZDF Spezial: Corona-Ausbruch in Gütersloh - NRW zieht die Notbremse (12 Minuten)

ZDFzeit: Der große Nestlé-Report Wie gut sind Süßigkeiten, Fertiggerichte & Co.? (43 Minuten)

Frontal21: Ansteckungsrisiko Armut, Streit um Lebensmittelkennzeichnung, Langzeitfolgen bei Corona-Patienten (37 Minuten)

Weitere Schlagzeilen

Seit 26 Jahren regiert Alexander Lukaschenko Weißrussland - mit Repression und Gewalt.

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Zahl des Tages

Die Weltwetterorganisation (WMO) prüft einen möglichen Wärmerekord in der Arktis. In der Stadt Werchojansk im Osten Sibiriens seien 38 Grad Celsius gemessen worden, so die WMO.

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Video des Tages

Heute vor 25 Jahren vollendeten der Künstler Christo und dessen Frau Jeanne-Claude die Verhüllung des Berliner Reichstags. Schon diese Verhüllung war Teil des Kunstwerks: Es wurden keine Kräne aufgestellt - per Hand dauerte die Aktion eine ganze Woche.

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Die Nachrichten im Video

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

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So wird das Wetter heute

Am Mittwoch kommen im Osten dichte Wolken auf. Es bleibt aber meist trocken. Sonst scheint die Sonne von einem oft wolkenlosen Himmel. Die Temperatur steigt auf Werte von 22 bis 30 Grad.

Am Mittwoch kommen im Osten dichte Wolken auf. Es bleibt aber meist trocken. Sonst scheint die Sonne von einem oft wolkenlosen Himmel. Die Temperatur steigt auf Werte von 22 bis 30 Grad.
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