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TV-Duell in USA: Tiefpunkt politischer Kultur

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Update am Morgen - TV-Duell in USA: Tiefpunkt politischer Kultur

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Andreas Wunn

Guten Morgen,

bei mir hat heute früh um 2:50 Uhr der Wecker geklingelt. Kaffee gekocht, Fernseher angeschaltet, TV-Duell geschaut. Trump gegen Biden. Schon nach wenigen Minuten war klar: Dieses chaotische TV-Duell ist ein Tiefpunkt der politischen Kultur in den USA.

Präsident Trump hat erneut gezeigt, dass mit ihm kein ernsthafter politischer Dialog möglich ist. Zeitweise wirkte er wie ein beleidigtes Schulkind, das seinen Kontrahenten wegmobben möchte. Selten ließ er Biden überhaupt ausreden. Der verlor nie die Nerven, aber manchmal die Geduld: "Will you shut up, man? That is so unpresidential", sagte Biden zu Trump schon in der ersten halben Stunde. Später nannte er Trump einen Clown. Ich kann ihn verstehen.

Spätestens seit Trump vor vier Jahren zum US-Präsidenten gewählt wurde, frage ich mich, was mit der republikanischen Partei los ist. Rein machtpolitisch ist die Sache klar: Trump liefert. Er durchpflügt die politische Landschaft im In- und Ausland und säht eine erzkonservative Frucht. Seine Ernte werden die Republikaner noch jahrzehntelang einfahren können - siehe Supreme Court.

Doch der Preis ist hoch. Die Republikaner haben sich einem Präsidenten verschrieben, der einen Keil in die amerikanische Gesellschaft treibt. Der nicht an Dialog interessiert ist. Der lügt. Der sich immer wieder rassistisch und anti-demokratisch äußert. Und der immer wieder seine fachliche Inkompetenz bewiesen hat – was in der Corona-Krise eine Frage von Leben und Tod ist.

Vor zwei Jahren, vor den Kongresswahlen 2018, habe ich aus den USA berichtet. In Virginia sprach ich mit dem Chef eines lokalen Parteikomitees der Republikaner. "Trump ist für uns wie ein alter Onkel, der die Treppe hinunterkommt und Unsinn redet. Wir nehmen ihn nicht ernst. Aber er kümmert sich um uns", sagte er. Natürlich nicht vor der Kamera.

Diese Einstellung ist sowohl amoralisch als auch gefährlich. Ich finde, man kann Trump nicht guten Gewissens unterstützen. Nicht nur wegen dieses einen katastrophalen TV-Duells. Sondern vor allem, weil Trump sein Land im Zweifel lässt, ob er die Macht friedlich übergeben wird, sollte er die Wahl verlieren. Die Republikaner stehen auf der falschen Seite der Geschichte. Mit ihrer Unterstützung für diesen Präsidenten versündigen sie sich an der Demokratie der Vereinigten Staaten von Amerika.

Herzliche Grüße aus Berlin
Andreas Wunn, Leiter und Moderator des ZDF-Morgenmagazins und ZDF-Mittagsmagazins

Was heute noch wichtig ist

TV-Duell Trump gegen Biden: Wie haben sich die Präsidentschaftskandidaten geschlagen. Wer konnte Punkte sammeln. Um 7.30 Uhr gibt es hier ein ZDFheute Live mit einer Analyse - mit ZDF USA-Korrespondent Elmar Theveßen. Hier schon die erste Analyse aus der Nacht und alle weiteren Entwicklungen in unserem US-Wahl-Liveblog.

Generaldebatte im Bundestag: Im Fokus dürfte in diesem Jahr das Handeln der Großen Koalition in der Corona-Pandemie stehen. Anders als bei den Debatten über Einzeletats, die von den jeweiligen Fachpolitikern bestritten werden, ergreifen in der Generalaussprache Merkel sowie die Vorsitzenden der Bundestagsfraktionen das Wort. Die Debatte gibt es bei uns ab 9.00 Uhr im Livestream.

Ausführlich informiert

ZDF-Spezial: Großes Corona-Gipfeltreffen gestern im Kanzleramt. Sehen sie hier noch mal alle Ergebnisse und Analysen.

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Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut Johns-Hopkins-Universität 290.471 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 1.870 dazu. Insgesamt sind 9.483 Menschen gestorben. (Stand: 30.09.2020 5:35 Uhr, Quelle: Johns-Hopkins-Universität)

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Grafik des Tages

Die Grafik stellt gegenüber, das sich zum Beispiel 82% der Befragten Westdeutschen "deutsch" fühlen - aber nur 68% der Ostdeutschen Befragten.

Am Samstag feiert Deutschland den 30. Jahrestag der Einheit: Am 3. Oktober 1990 wurde die DDR offiziell Teil der Bundesrepublik. Nach wie vor gibt es zwischen Ost und West aber noch Unterschiede. Wie ist das Befinden der Deutschen 30 Jahre nach der Wende? Die Zahlen zeigen, dass sich mehr Westdeutsche "deutsch" fühlen - bei den Ostdeutschen ist der Anteil geringer. Die Kollegen von Frontal 21 haben sich in der Kurz-Doku "Ossi? - Na und!" ausführlich mit der Thematik beschäftigt.

Kein Lichtblick

Über die digitale Ausstattung von Schulen sowie Schülerinnen und Schülern in Deutschland wurde in der Corona-Krise viel diskutiert. Eine aktuelle Sonderauswertung der letzten Pisa-Erhebung zeigt nun, wie Deutschland bei dem Thema hinterherhinkt.

Grafik - Vergleich Verfügbarkeit Online-Lernplattformen an Schulen: Beispiel Deutschland vs. Dänemark (33% zu 91%)

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Am Mittwoch ist es im Nordosten sowie im Südwesten meist sonnig. Sonst ist es teils aufgelockert, teils stärker bewölkt und ganz im Westen kann es vereinzelt noch etwas regnen. Die Höchsttemperatur liegt zwischen 16 und 20 Grad.

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Zusammengestellt von Andreas Kronhart

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