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Update am Morgen - Für die freie Welt

Datum:
Wulf Schmiese

Guten Morgen,

Was für eine Nacht! Während der US-Kongress tagte, wurde das Capitol gestürmt - das Herz des Westens und Vorbild aller Demokratien der Welt. Heute Nacht um 0:17 Uhr wurde gemeldet, dass eine Frau getötet worden ist.

Am Abend, die heute-Sendung um 19 Uhr war schon gelaufen, erreichten uns die ersten Bilder von dem Extremismus, vor dem manche schon gewarnt hatten bei Trumps Wahl zum Präsidenten vor vier Jahren; den aber real niemand so für möglich gehalten hat. In dem Land, das sich wie kein anderes vor Gewalt und Terror geradezu phobisch schützt, knüppeln sich eigene Landsleute hinein ins Innerste des Systems  – und niemand schien sie ernsthaft daran zu hindern.

Verlierer haben zugeschlagen, aus Wut über ihre Niederlage – nicht nur bei der US-Präsidentschaftswahl. Ihr Präsident hatte sie aufgehetzt. Erst, als es längst zu spät war, hat er das Ende jener Gewalt verlangt, die er selbst provoziert hat - der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Twitter-Konzern hat in der Nacht Trumps Account gesperrt und will ihn nicht wieder zulassen, bevor der all seine Gewalt-Tweets löscht.

Wir haben hier den Ablauf vom "heute journal" in Windeseile umgebaut, unser Korrespondent Elmar Theveßen stand mit seinem Team inmitten der Gewalt. Wir haben ihn live geschaltet und sind dankbar für seine unbestechlichen und präzisen Schilderungen der Vorgänge hinter ihm, die viele Millionen Menschen in Deutschland so mitverfolgen konnten. Hinterher wurde Elmar Opfer des wütenden Mobs in Washington.

Ihm und seinen Leuten ist gottlob nichts passiert. Aber es war ein Angriff auf uns - auf all meine Kolleginnen und Kollegen, die das machen, was wir den USA verdanken: freie Berichterstattung. Und damit war es auch ein vom Medien-Hasser Trump lancierter Angriff auf Sie, auf alle Menschen in Deutschland, für die wir berichten und die uns ermöglichen, dass wir – wortwörtlich: brandaktuell - berichten können.

Die Angreifer haben das Übertragungsmaterial zerstört, dessen sie habhaft werden konnten, sie haben stumpf eingeschlagen auf das teure Equipment, bis es unrettbar zerstört war. Eine weitere Schalte für das "heute journal SPEZIAL" 45 Minuten nach unserer Hauptsendung war unmöglich geworden. Auch unsere Moderatorin Marietta Slomka erfuhr davon erst, als sie schon wieder im Studio stand. "Lasst uns Elmar telefonisch schalten", entschied ich. Doch die Schläger hatten auch die Video-Telefone gekapert und versuchten, unseren Schaltraum durch Droh-Anrufe zu terrorisieren. Wir haben unseren Mann vor dem Capitol dann über ein anderes Telefon bildlos erreicht. Und später im "heute journal update" dank Ersatzausrüstung wieder mit Bild. Für Sie. Für die freie Welt, in der wir alle leben.

Die ist nicht aus den Fugen! Aber sie hat Risse bekommen, wie jeder gestern sehen konnte, weil wir berichten. Die sind gefährlich für den Zusammenhalt. Wir werden weiter berichten, rund um die Uhr durch ZDFheute und in unseren Nachrichtensendungen, Tag für Tag, wie auch an diesem.

Darauf können Sie sich verlassen!

Wulf Schmiese, Redaktionsleiter heute journal

Mehr rund um das Chaos in Washington finden Sie hier:

  • In einem Liveblog halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.
  • In unserer Chronik können Sie die Eskalation in Washington nachvollziehen.
  • Im heute journal schildert ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen seine Eindrücke vom Kapitol im Video:

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Was heute noch wichtig ist

Demokraten haben Kontrolle im Senat: Laut US-Medien konnten sich die demorkatischen Kandidaten bei den zwei Stichwahlen in Georgia durchsetzen. Der gewählte US-Präsidenten Joe Biden hätte damit nicht nur im Repräsentantenhaus, sondern auch im Senat die Mehrheit. Damit könnte er bis zu den nächsten Kongresswahlen in zwei Jahren durchregieren - vorausgesetzt, die Demokraten im Kongress ziehen an einem Strang.

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es 1.841.326 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 17.550 dazu. Insgesamt sind 38.199 Menschen gestorben. (Quelle: Risklayer)

Bisher wurden in Deutschland 367.331 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Hier erfahren Sie, wie viele Menschen in Ihrem Bundesland eine Impfung erhalten haben. (Quelle: RKI)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Ausführlich informiert

Gesagt

Langzeit-Nebenwirkungen, die erst nach Jahren auftreten, sind bei Impfstoffen generell nicht bekannt.
Susanne Stöcker vom Paul-Ehrlich-Institut

Viele wollen sich nicht gegen Corona impfen lassen, weil sie Spätfolgen fürchten. Meine Kolleg*innen Oliver Klein und Katja Belousova haben mit Expert*innen gesprochen, die ihnen erklärt haben, warum es keine Langzeit-Nebenwirkungen gibt.

"Die meisten Nebenwirkungen von Impfungen treten innerhalb weniger Stunden oder Tage auf. In seltenen Fällen auch mal nach Wochen", sagt etwa Susanne Stöcker, Pressesprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts.

Ein Lichtblick

Infografik: Französischer Bäcker tritt für Azubi in den Hungerstreik
Infografik: Französischer Bäcker tritt für Azubi in den Hungerstreik

Laye Fodé Traoré ist 18 Jahre alt und ein "guter Junge", wie Stéphane Ravacley sagt. Der Bäcker Ravacley lehrt Traoré sein Handwerk, seit September 2019 schon.

Für die französischen Behörden ist Laye Fodé Traoré allerdings vor allem ein junger Mann aus Guinea, der als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Frankreich gekommen ist. Und weil Traoré jetzt volljährig ist, muss er zurück in seine westafrikanische Heimat.

Deshalb hungerstreikt der Bäcker Ravacley nun. "Ich werde nicht aufhören, bis ich etwas erreicht habe", erzählt er der Nachrichtenagentur AFP, wobei ihm auch egal ist, dass seine Ärzte ihm davon abgeraten haben.

Erreicht ist zwar noch nichts, aber Ravacley ist in seinem Engagement nicht alleine: Mehr als 150.000 Unterstützer*innen haben eine Petition für seinen Auszubildenden bereits unterschrieben. Und die Bürgermeisterin des Ortes Besançon, in dem Traoré und Ravacley arbeiten, schrieb in einem Brief an Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin, eine Abschiebung "dieses künftigen Bäckers ist nicht nachvollziehbar".

Sportler des Tages

Mit starken Sprüngen ist Skiflug-Weltmeister Karl Geiger in Bischofshofen noch Zweiter der diesjährigen Vierschanzentournee geworden. Gesamtsieger ist der Pole Kamil Stoch, der sich nach 2017 und 2018 bereits zum dritten Mal den Tourneesieg sicherte. Für Geiger ist es das beste Tournee-Ergebnis seiner Karriere: "Ich bin mega glücklich und echt froh, dass ich das heute hinbekommen habe."

Weitere Schlagzeilen

Die Nachrichten im Video

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

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So wird das Wetter heute

Am Donnerstag fällt in der Nordhälfte Regen und Schnee - dabei gibt es teilweise glatte Straßen durch Schnee. Südlich der Donau und im Osten ist es überwiegend trocken mit etwas Sonnenschein. Die höchsten Temperaturen liegen zwischen minus 2 bis plus 3 Grad.

ZDFheuteWetter
Quelle: ZDF

Zusammengestellt von Kevin Schubert

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