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Update am Morgen - Lange Schatten des Bilanzskandals

Datum:
Theo Koll

Guten Morgen,

er war ein Scheinriese, der deutsche Zahlungsdienstleister Wirecard. Aber ein Scheinriese, der jetzt einen langen politischen Schatten wirft. Heute und morgen trifft sich trotz parlamentarischer Sommerpause der Finanzausschuss des Bundestags zu Sondersitzungen - danach soll entschieden werden, ob ein Untersuchungsausschuss beantragt wird. Letzterer würde dann wohl bis zur Bundestagswahl laufen - nicht zuletzt, weil der Insolvenzverwalter schon Datenmengen gesichert hat, die ausgedruckt ungefähr einer Billion Blatt Papier entsprechen.

Der Schatten des Scheinriesen fiele dann noch lange auf mögliche und wirkliche Verantwortliche, aufs Kanzleramt, auf einen Kanzlerkandidaten und sonstige Wahlkämpfer. Zentrale Fragen dürften dann immer wieder gestellt werden - wann genau wusste die Bundesregierung von Unregelmäßigkeiten und hat sie unzureichend reagiert?

Wirecard-Zentrale in Aschheim bei München.
Quelle: Peter Kneffel/dpa/Archivbild

Befragt wird heute neben dem obersten Wirtschaftsberater der Kanzlerin auch die Bundesjustizministerin - wie sie denn die deutsche Wirtschaftsprüfung reformieren will. Denn der ist ein besonderes Haftungsprivileg eingeräumt, bei vier Millionen ist Schluss. Das ist eine Vorzugsbehandlung, die kaum ein anderes Land diesen Prüfern gewährt. Deshalb versuchen Geschädigte derzeit, die Prüfgesellschaft EY auch im Ausland zur finanziellen Rechenschaft zu ziehen. Immerhin hatte EY das betrügerische Unternehmen seit 2009 geprüft und fälschlich testiert. Am Ende steht für die kreditgebenden Banken und Investoren eine Schadenssumme von 3,2 Milliarden Euro auf der Rechnung.

Einen schönen Tag und viel Spaß beim Weiterlesen wünscht Ihnen

Theo Koll / Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios Berlin

Was heute noch wichtig ist

Unsere Demokratie muss wehrhaft sein: ZDF-Chefredakteur Peter Frey zu den Protesten vor dem Reichstag.

"Nein, es ist den rechtsextremen Reichsflaggen-Schwenkern nicht gelungen, unser Parlament zu stürmen. Aber es sind Bilder entstanden, die niemals hätten entstehen dürfen", kommentiert ZDF-Chefredakteur Peter Frey die Proteste in Berlin.

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Fünf Jahre "Wir schaffen das": Am 31. August 2015 sagte Kanzlerin Angela Merkel einen Satz, der in der Debatte um die Aufnahme der Flüchtlinge zum Symbol wurde. Seitdem hat sich auch bei den Geflüchteten einiges verändert.

Kipping und Riexinger äußern sich zu Rückzug von der Linken-Spitze: Die beiden hatten nacheinander ihren Verzicht auf eine Kandidatur für eine weitere Amtszeit bekanntgegeben. Auf ihrem Parteitag in Erfurt vom 30. Oktober bis 1. November muss sich die Linke nun neu aufstellen. Dabei scheint auch eine Doppelspitze mit zwei Frauen möglich.

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut Johns-Hopkins-Universität 243.305 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 1.280 dazu. Insgesamt sind 9.300 Menschen gestorben. (Stand: 31.8.2020 4:28 Uhr, Quelle: Johns-Hopkins-Universität)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Ein Lichtblick

Vor Corona trat Andrej Hermlin mit seinem Swing Dance Orchestra auf Galas und in der Philharmonie auf. Inzwischen spielt er mit seiner Familie auf dem Berliner Kollwitzplatz. Der Swing feiert auf den Straßen Berlins sein Comeback - als Anti-Corona-Sound.

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Gesagt

"Die Welt sieht Deutschland als ein Land der Hoffnung und der Chancen. […] Wir haben so vieles geschafft - wir schaffen das."
Kanzlerin Angela Merkel, 31. August 2015

Weitere Schlagzeilen

Ausblick in die Woche

Berlin: Wirecard-Skandal - Finanzausschuss befasst sich damit in zwei-tägiger Sondersitzung +++ Venedig: Start der Filmfestspiele +++ Slowakei: Urteil zum Kuciak-Mordfall erwartet +++ Potsdam: Beginn der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit.

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Die Nachrichten im Video

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

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So wird das Wetter heute

Am Montag gibt es im Süden und Osten Regenschauer, örtlich auch mit Blitz und Donner. Im Norden und Westen scheint häufig die Sonne und Schauer sind dort selten. Mit 15 bis 22 Grad bleibt es recht kühl.

ZDFheuteWetter
Quelle: ZDF
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