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Ab Mitte 2021 - 3G: Das 100-Milliarden-Netz wird abgeschaltet

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Einst brachte der 3G-Mobilfunkstandard dem Staat fast 100 Milliarden Mark ein. Doch es wird kaum noch genutzt - und deshalb 2021 eingestampft.

Archiv: Mobilfunkanlage mit angedeuteten Funkwellen
2021 wird der 3G-Mobilfunkstandard schrittweise abgeschafft.
Quelle: clipdealer

Immer weniger Menschen nutzen das 3G-Mobilfunknetz (UMTS). Der Mobilfunkbetreiber Vodafone teilte am Dienstag mit, dass der Standard nur noch 2,5 Prozent des mobilen Datenverkehrs in seinem Netz ausmache. Im Mai lag der Wert noch bei fünf Prozent. Der Anteil der Kunden, die das Netz noch nutzen und keinen Zugriff auf 4G (LTE) haben, sank in dem Zeitraum von drei auf zwei Prozent.

Die Telekom machte zum 3G-Anteil keine Angaben, der Trend ist aber gleich:

Der veraltete 3G-Standard wird nur noch von einem sehr kleinen Anteil unserer Kunden genutzt.
Telekom-Sprecher

Deshalb wird der 3G-Standard bald Geschichte sein. Sowohl Telekom als auch Vodafone wollen ihr 3G-Netz zum 30. Juni 2021 abschalten, Telefónica (O2) plant diesen Schritt bis Jahresende 2021.

Nur wenige Kunden von der 3G-Abschaltung betroffen

Tatsächlich dürfte die Zahl der Kunden, die wegen der Abschaltung im Nachteil sind, gering sein. Denn die allermeisten Verträge am Markt haben längst 4G/LTE-Empfang inklusive - diese Handys verbinden sich ohnehin schon mit dem schnelleren Netz.

Problematisch wird es, wenn die Handys gar nicht 4G-kompatibel sind - das sind alte Geräte, die bis 2011 auf den Markt kamen. Diese dienen in den meisten Fällen wohl nur als Ersatzhandy, häufig mit Prepaid-Karte.

Wer so ein altes Telefon ohnehin nur für einen Notfall-Anruf im Auto oder in der Schublade liegen hat, soll nicht in die Röhre gucken: Diese Handys sind weiterhin fürs Telefonieren und für SMS nutzbar, dies dann über das weiterhin verfügbare Telefonie-Netz 2G (GSM/ Edge).

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Schnelles Internet überall - Fehlanzeige! Deutschland hinkt beim Breitbandausbau hinterher. Seit viele im Homeoffice arbeiten, herrscht Stau auf den veralteten Datenautobahnen.

von Oliver Koytek und Anja Marx

4G und 5G bieten mehr für die Kunden

"3G war wichtig für den Durchbruch der mobilen Datenkommunikation in Deutschland. Aber nach 20 Jahren sind die Tage dieser Technologie gezählt", erklärt der Chef von Telefónica Deutschland, Markus Haas.

Telekom, Vodafone und Telefónica betonen, dass das heute gebräuchliche 4G-Netz und das künftig wichtige 5G-Netz viel mehr bieten für die Kunden und der Stromverbrauch pro Byte deutlich geringer ist. Das freiwerdende 3G-Frequenzspektrum soll künftig für diese beiden Netze genutzt werden.

Der 5G-Standard bietet ein schnelleres Netz und mehr Möglichkeiten. Noch gibt es beim Netzausbau große Lücken. Empfiehlt es sich jetzt schon ein 5G-fähiges Handy zu kaufen?

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Die Hoffnungen in 3G-Mobilfunk waren übertrieben

Im Jahr 2000 verpflichteten sich noch sechs Firmen bei einer staatlichen Auktion zur Zahlung von knapp 100 Milliarden D-Mark für die 3G-Lizenzen.

Bis heute sind die umgerechnet gut 50 Milliarden Euro mit großem Abstand der Rekord bei einer Mobilfunk-Auktion in Deutschland. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 legten vier Firmen für den ebenfalls mit großen Hoffnungen verbundenen Übertragungsstandard 5G rund 6,5 Milliarden Euro auf den Tisch.

Die Hoffnungen in den 3G-Standard waren zu Beginn des Jahrtausends groß. Er war gewissermaßen der Auftakt für den Mobilfunk als Massenmarkt. Doch die Hoffnung auf hochprofitable Geschäfte mit Internet auf dem Handy erwies sich als Luftschloss, die Zahlungsverpflichtungen waren zu hoch. Zwei Firmen kamen beim Ausbau nicht in die Puschen und mussten ihre Lizenzen zurückgeben.

Ein Huawei Handy mit einer 5G Anzeige

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Der chinesische Konzern Huawei wird es schwerer haben, beim Ausbau des 5G-Netzes dabei zu sein. Dafür sorgt ein IT-Sicherheitsgesetz, dass das Kabinett verabschiedet hat.

von Thomas Reichart
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