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Mobilfunknetz in Deutschland - 5G kommt, aber 3G wird abgeschaltet

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In Deutschland entsteht ein neues Mobilfunknetz: 5G. Das alte Netz, 3G, wird heute abgeschaltet. Das könnte für Besitzer alter Handys Konsequenzen haben.

Im Internetzeitalter wird der Bedarf an Datenübertragung immer größer. Viele Anbieter versprechen nun schon seit längerem das schnelle 5G-Netz.

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Wer ein fünf oder sechs Jahre altes Handy hat, könnte ab morgen ein Problem kriegen. Denn heute und morgen schalten die großen Netzbetreiber wie die Telekom das alte Handynetz 3G ab. "Ab dem 30. Juni 2021 werden die aktuell von 3G genutzten Frequenzen für die wesentlich effizientere 4G/LTE- und 5G-Technologien verwendet", heißt es bei der Telekom.

Im Klartext: Alte Handys müssen 4G-fähig sein. "Wenn Ihr Smartphone LTE nicht unterstützt, wird Ihr mobiles Internet deutlich langsamer", heißt es bei der Verbraucherzentrale. Denn ältere Handys fallen sonst auf den Vorgänger 2G zurück, also Edge. Das kleine "E" im Handydisplay sehen Kunden auch heute schon immer dann, wenn schnellere Verbindungen gerade nicht verfügbar sind - etwa im Zug oder in der U-Bahn. Edge bedeutet dann de facto: Kein Netz.

Warum vor allem Ärmere betroffen sind

Die Abschaltung von 3G dürfte vor allem ärmere Menschen treffen, sagt Anke Domscheit-Berg, netzpolitische Sprecherin der Linken. Sie hätten oft ältere Handys, die noch nicht 4G-fähig sind. Außerdem gebe es vor allem im Osten auf dem Land noch Regionen ohne 4G. Das bedeutet: Selbst mit LTE-fähigen Handys könnte hier "Edge" drohen. Domscheit-Berg sagt ZDFheute:

Die Telekom und andere Anbieter sollten 3G nur dort abschalten, wo es bereits 4G gibt. Alles andere wäre verantwortungslos.
Anke Domscheit-Berg, Linke

Die Telekom weist das zurück: "Durch die Abschaltung von 3G entstehen keine Versorgungslücken", so eine Sprecherin. "Alle Standorte, die bisher ausschließlich mit 3G versorgt waren, erhalten eine 4G-Versorgung."

Netzstruktur für 5G Ausbau
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Wie steht es um den Ausbau von 5G?

Die Abschaltung von 3G hat einen einfachen Grund: Das Netz ist veraltet. Netzbetreiber wie die Telekom bauen stattdessen ein neues Mobilfunknetz auf: 5G. Damit können mehr Daten übertragen werden, in Echtzeit. Die Telekom hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 50.000 5G-Antennen in Deutschland in Betrieb. "Bis Ende 2021 sollen 90 Prozent der Bevölkerung mit 5G surfen können", sagt die Telekom-Sprecherin.

Auch Telefónica Deutschland investiert nach eigenen Angaben massiv in 5G: "Wir haben heute schon 60 Städte am Start", sagt Vorstandschef Markus Haas im ZDF-Interview. Bis Ende 2021 werde man alle großen Städte in Deutschland mit 5G versorgen, bis 2025 sei 5G dann flächendeckend verfügbar.

Wird Deutschland also zum Leitmarkt für 5G, wie es der Koalitionsvertrag der GroKo 2018 vollmundig versprochen hatte? 5G an jeder Milchkanne? Eine Studie des schwedischen Netzwerkausrüsters Ericsson sieht das kritisch. Europa drohe, bei 5G von anderen Ländern überholt zu werden. Ende 2020 seien neun Prozent aller Handyverträge in asiatischen Ländern wie China oder Südkorea auf 5G umgestellt worden. In Westeuropa war es lediglich ein Prozent.

Welche Vorteile hat der Mobilfunkstandard 5G und wie genau steht es um den Ausbau des 5G-Netzes in Deutschland?

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Was Handykunden jetzt machen sollten

In Bezug auf die Umstellung auf 5G und die Abschaltung von 3G rät die Verbraucherzentrale Handykunden übrigens, erst einmal zu überprüfen, ob ihre Handys LTE-fähig sind. Wenn nein, muss wohl ein neues Handy her. Es sollte im freien Handel gekauft werden, ohne Vertrag.

Wer einen reinen 3G-Vertrag hat, sollte diesen kündigen und einen neuen Vertrag inklusive LTE-Nutzung abschließen. Auch ein Prepaid-Vertrag könnte in Frage kommen.

Von teuren 5G-Verträgen rät die Verbraucherzentrale übrigens im Moment ab. "Noch gibt es erst relativ wenige 5G-Antennen und es ist auch ein entsprechendes modernes Smartphone notwendig", heißt es. Oder anders ausgedrückt: Leitmarkt für 5G ist Deutschland noch nicht.

Dem Autor auf Twitter folgen: @dominikrzepka

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