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"Kampf der Giganten" : Apple-Update bedroht Zuckerbergs Geschäfte

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Nach einem iOS-Update fragen iPhones beim Öffnen von Apps, ob Tracking zugelassen werden soll. Damit eskaliert ein Streit zwischen Facebook und Apple, der sich bereits andeutete.

Auf iPhones fragen Apps jetzt aktiv nach, ob man getrackt werden will.

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Bisher mussten sich User mühselig durch Datenschutzeinstellungen wühlen, um Tracking abzuschalten. Mit dem neuen Betriebssystem-Update iOS 14.5 werden sie jetzt standardmäßig gefragt - und müssen aktiv zustimmen, dass Apps die Aktivitäten in Apps und Websites anderer Unternehmen erfassen dürfen. "App Tracking Transparency" (ATT) nennt Apple das. Wer beispielweise die Facebook-App auf dem iPhone öffnet, bekommt künftig angezeigt: "Facebook bittet um Erlaubnis, deine Aktivitäten in Apps und auf Websites anderer Unternehmen zu erfassen" - und kann dies erlauben oder nicht.

Die große Sorge von Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Ein Großteil der Nutzerinnen und Nutzer dürfte die Anfrage ablehnen. Die Analyse-Firma App Annie geht davon aus, dass durch das Update 90 Prozent App-Tracking verbieten. Facebook fürchtet Milliardenverluste, denn Datensammeln gehört zum Hauptgeschäftsmodell seiner Apps: Facebook, Instagram und Whatsapp. Mit diesem Datenschatz kann der Konzern personalisierte Werbung verkaufen.

Apple erkennt Datenschutz als Verkaufsargument

Das Geschäftsmodell von Apple ist ein anderes: Das Unternehmen möchte, dass möglichst viele die eigene Hardware verwenden. Ein gutes Verkaufsargument ist da der Datenschutz. "Apple hat in den letzten zwei, drei Jahren erkannt, dass man sich von anderen Unternehmen wie Google und Facebook abgrenzen kann, indem man auf Datenschutz setzt", erklärt Markus Beckedahl, Journalist und Gründer von netzpolitik.org gegenüber dem ZDF.

Mit dem iOS-Update eskaliert ein Streit zwischen Facebook-Chef Zuckerberg und Apple-Chef Cook.

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Seit kurzem wird im App Store zum Beispiel aufgelistet, welche Daten eine App sammelt. Auf Youtube wirbt Apple in seinen Spots mit Datenschutz. Mit der "App Tracking Transparency" greift Apple den Facebook-Konzern an. Auf Twitter schrieb Apple-Chef Tim Cook:

"Facebook kann weiterhin Benutzer über Apps und Websites wie zuvor verfolgen. App-Tracking-Transparency in iOS 14 wird nur verlangen, dass sie davor um Erlaubnis fragen."

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Apple gegen Facebook: Ein "Kampf der Giganten"

"Die unterschiedlichen Geschäftsinteressen, die da aufeinanderprallen, führen zu einem Kampf der Giganten", sagt Markus Beckedahl. Denn seit Apples Ankündigung des Updates im vergangenen Sommer läuft Facebook Sturm gegen die neue Funktion.

Das Unternehmen argumentiert, Millionen von kleinen Unternehmen seien auf die personalisierten Anzeigen angewiesen. Sie würden durch das Update weniger Umsatz machen. Facebook hat sogar eine Kampagnen-Website eingerichtet, auf der sich Unternehmerinnen und Unternehmer gegen das Apple-Update richten sollen.

Schadet App Tracking Transparency kleinen Unternehmen?

Ann Cathrin Riedel glaubt nicht, dass kleine Unternehmen unter dem Update leiden. Sie ist Vorsitzende des netzpolitischen Vereins Load e.V. und in der FDP.

"Das ist Bullshit, was Facebook da sagt", kritisiert sie die Kampagne gegenüber dem ZDF. "Die benutzen kleine Unternehmen." Facebook habe sich in der Argumentation irreführende Daten rausgesucht.

Zuckerberg: "Apple einer unserer größten Konkurrenten"

Am härtesten dürfte das Update Facebook selbst treffen, Prognosen gehen von Milliardenverlusten in diesem Quartal aus. Facebook-Boss Mark Zuckerberg argumentiert jedoch, Apple gehe es beim Datenschutz vor allem um Wettbewerb. Im Januar betonte er, Apple sei einer "unserer größten Konkurrenten".

In dem Kampf der Tech-Giganten könnten "im Idealfall wir Nutzer*innen als die Gewinner hervorgehen", glaubt Markus Beckedahl. "Bisher waren wir eigentlich immer die Loser, wenn es um intransparentes, heimliches Tracking ging." Dieses Update könnte das ändern.

Dem Autor auf Twitter folgen: @luc_ei

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