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Flexibles Arbeiten : Co-Working lockt aufs Land

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Flexibel arbeiten, mobil sein und ländlich leben: Das gehe mit Co-Working-Spaces, sagt Tobias Kremkau von "CoWorkLand". Das Konzept sei eine große Chance für kleine Städte.

Salzwedel in Sachsen-Anhalt
In Salzwedel in Sachsen-Anhalt gibt es ein Co-Working-Space.

Die Kleinstadt Salzwedel liegt in der Altmark, im Norden von Sachsen-Anhalt. Ein Co-Working-Space hätten hier wohl die wenigsten vermutet. Die modern eingerichteten Büros, in denen Grafikdesigner und ITlerinnen nebeneinander arbeiten, zusammen Kaffee trinken oder Firmen ein Teambuilding-Event ausrichten, sind ein Großstadt-Phänomen. Doch genau diese Möglichkeit gibt es auch immer häufiger auf dem Land.

Co-Working-Angebote sind eine große Chance für kleine Städte,

sagt Tobias Kremkau. Er ist Berater bei der Genossenschaft "CoWorkLand", die Betreiber*innen von Co-Working-Spaces im ländlichen Raum unterstützt und vernetzt. Die Mitgliederzahl habe sich in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt.

Raum für Kreativität und Austausch

Im Salzwedler Co-Working-Space "Haus 5", direkt neben dem Bahnhof, treffen sich diesem Tag Grafikdesignerin Tanja Klose und Campingplatz-Besitzerin Bettina Hüls. Gemeinsam arbeiten sie an einer Website. In der Regel halten sie aus dem Homeoffice über Mail und Telefon Kontakt, wohnen nicht in der selben Stadt. Salzwedel aber ist für beide gut erreichbar. "Hierher zu kommen, ist immer eine gute Abwechslung und ich kann meine Kunden auch mal persönlich treffen", sagt Tanja Klose. "Das fördert auch die Kreativität."

Tanja Klose und Bettina Hüls arbeiten zusammen im Coworking-Space in Salzwedel.
Tanja Klose (links) und Bettina Hüls arbeiten zusammen im Co-Working-Space in Salzwedel.

Die 38-Jährige ist vor einem Jahr zurück in ihre Heimatstadt gezogen. Arbeiten könne sie überall. Hier aber seien die Lebenshaltungskosten geringer als in der Großstadt. Der flexible Arbeitsplatz sei ebenfalls von Vorteil. Tanja Klose hat sich entschieden, erstmal in Salzwedel zu bleiben.

So auch Bettina Hüls. Die 50-Jährige hat sich zusammen mit ihrem Partner den Traum eines eigenen Campingplatzes erfüllt. Aus Köln ist sie in die Altmark gezogen.

Nutzende und Städte profitieren

Eröffnen mehr Co-Working-Angebote auf dem Land, sei das gut für die Nutzer*innen und die Städte, argumentiert Tobias Kremkau.

Kleine Städte profitieren, weil sie nicht nur "Schlafplatz" sind für Pendler*innen. Die Menschen verbringen stattdessen mehr Zeit im Ort, beleben ihn und geben mehr Geld aus.

Es lässt sich europaweit beobachten, dass, wenn Co-Working-Spaces im ländlichen Raum entstehen, das zu Zuzug führt,

sagt Kremkau. Und die Nutzer*innen profitieren, weil sie wohnortnah arbeiten können, statt zu pendeln. "Was gesünder ist, denn Pendeln ist Stress." Außerdem entstünden Kontakte zu ähnlich arbeitenden und damit gleichgesinnten Menschen. "Das hilft, wenn man irgendwo neu ist."

Co-Working auf dem Land auf Probe - das Beispiel Homburg.

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Das Co-Working-Angebot muss sich noch rumsprechen

An diesem Tag sind Tanja Klose und Bettina Hüls allein im Büro. Schreibtische gibt es vier, zusätzlich einen Besprechungsraum. Die Nachfrage könnte besser sein, findet Volker Lahmann. Im Auftrag des Landkreises betreut er das "Haus 5". "Wir brauchen einen langen Atem", sagt er. Das Angebot müsse sich erst noch rumsprechen.

"Haus 5" in Salzwedel
Das "Haus 5" in Salzwedel: Hier ist das Co-Working-Space.
Quelle: Altmarkkreis Salzwedel

Das sei auf dem Land normal, erklärt Tobias Kremkau. In Großstädten seien Spaces schneller profitabel. Dafür würden sie auf dem Land von viel unterschiedlicheren Menschen genutzt als in der Großstadt.

Im "Haus 5" hat schon ein Wissenschaftler gearbeitet, der das Warten auf den nächsten Zug am gemieteten Schreibtisch überbrückte, eine Psychologin veranstaltet hier regelmäßig Coaching-Termine und es war auch schon ein Manager da, der eigentlich in der Altmark Urlaub machte, aber zwischendurch an den Laptop musste.

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