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Daddeln, zocken, gamen - vertane Zeit?

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Computerspielpreis wird vergeben - Daddeln, zocken, gamen - vertane Zeit?

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Ist Zocken am PC sinnlos vertane Zeit oder kann man durchs Daddeln fürs Leben lernen? Welche Games sind im Trend? Und was haben Computerspiele mit Büchern und Filmen zu tun?

Auch den Deutschen Computerspielpreis hat es erwischt - die geplante festliche Gala musste umziehen ins Netz. "Bestes Deutsches Spiel" wurde das Strategiespiel "Anno 1800".

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Das Gefühl, mittendrin zu sein und mit den eigenen Händen real ins Spielgeschehen eingreifen zu können: Virtual-Reality-Spiele machen es möglich. Doch der Hype ist längst wieder abgeflacht. Die Kosten für Virtual-Reality-fähige PCs sowie die benötigten 3D-Brillen und Steuerungsgeräte sind nach wie vor zu teuer. Gleichzeitig gibt es zu wenige gute Spiele.

Coding- und World-Building-Games im Trend

Für Experten ist das kürzlich erschienene "Half-Life: Alyx" eines dieser wenigen richtig guten Videospiele in virtueller Realität. Aber auch andere Technologien inspirieren zu neuen Spielerfahrungen.

Im Video: Das Spiel, auf das Virtual-Reality-Fans lange gewartet hatten - "Half-Life: Alyx"

"Half Life: Alyx" ist der inoffizielle Nachfolger des bahnbrechenden "Half Life 2".

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"Audio-Games für Smarthome-Lautsprecher, bei denen die Spracherkennung genutzt wird, um Entscheidungen mit natürlicher Sprache zu treffen, zeigen wegweisend, was mit diesen Technologien möglich ist", betont Professor Jochen Koubek, der Computerspielwissenschaften an der Universität Bayreuth lehrt.

Experten: Computerspiele können Kompetenzen fördern

Ob diese Spiele zum Trend werden, muss sich noch zeigen. Bereits einen Trend gesetzt haben dagegen Spiele, bei denen sich eigene Welten erschaffen oder wiederum neue Spiele kreieren lassen. Diese "World Building Games" sind für den Nürnberger Medienpädagogen Klaus Lutz ein Beispiel, dass Computerspiele weit mehr sein können als bloße Zeitverschwendung, wie vielfach kritisiert.

"Diese Spiele fördern die Kreativität", betont der pädagogische Leiter des Medienzentrums Parabol. Er ist überzeugt:

Mit solchen Spielen lassen sich genauso intellektuelle Fähigkeiten trainieren und nicht etwa nur durch das Erlernen einer Fremdsprache.
Klaus Lutz, Medienpädagoge

Auch in den "Coding Games" sieht Klaus Lutz Potenzial: "Durch das Programmieren lernt man spielerisch einen reflektierten und zukunftsorientierten Umgang mit digitaler Technik."

Zocken gegen die Corona-Isolation

Ebenfalls kein Ende abzusehen ist für Multiplayer-Online-Spiele wie "Fortnite" oder "Apex Legends". Gerade in Corona-Zeiten kommt diesen eine besondere Rolle zu. "Wenn man sieht, wie Jugendliche die Kommunikationsmöglichkeiten von solchen Computerspielen in ihre Freundschaftspflege einbauen, zeigt das, dass sie damit vielen Erwachsenen weit voraus sind", betont Klaus Lutz.

Im Video: Das Spiel “Foldit” simuliert die Optimierung von Proteinen, mit denen Viren besser bekämpft werden können.

Computerspiele im Kampf gegen Corona: “Foldit”

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Trotz allem werden Computerspiele nach wie vor nicht von allen als ernstzunehmender Teil der kulturellen Landschaft angesehen. "Es wird verkannt, welche künstlerischen Berufe an der Entwicklung eines Computerspiels mitarbeiten, angefangen vom Erstellen von Design und Layout bis zum Komponieren von Musik", sagt Professor Jochen Koubek.

Ein weiterer Grund sind für viele Kritiker die "Ego-Shooter", bei denen die Spieler mit Schusswaffen andere Spieler oder computergesteuerte Gegner bekämpfen. Doch der Kritik, solche "Ballerspiele" würden automatisch zu Gewalttätigkeit führen, erteilt Medienpädagoge Lutz eine Absage: "Die allermeisten kommen sehr gut mit dem abstrakten Rollenspiel zurecht und sehen darin in erster Linie das sich gegenseitige Messen."

Games-Branche überholt andere Unterhaltungsindustrien

Auch für Koubek sind die Computerspiele ebenso ein Teil der Medien- und Kulturgeschichte wie Comics, Film und Fernsehen. Während es gesellschaftlich akzeptiert sei, Bücher und Filme zu konsumieren, "stehen Spiele allzu oft unter dem Rechtfertigungsdruck, ihre Nutzer irgendwie weiterbringen zu müssen".

Ein Trost bleibt dem Verband der deutschen Games-Branche, der heute Abend zusammen mit der Bundesregierung den Deutschen Computerspielpreis verleiht: Die anderen Unterhaltungsindustrien hat sie seit vielen Jahren längst überholt. Sie bringt sogar mehr Einnahmen als der Kino-, Buch- und Musikmarkt zusammen.

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