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Hannover Messe virtuell : Digitale Konzepte für mehr Impftempo

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Die Probleme bei der Impfkampagne gegen Covid-19 werden auf der digitalen Hannover Messe intensiv diskutiert. Allein mit Software sind die Schwierigkeiten nicht zu bewältigen.

Hannover Messe 2021
Auf der digitalen Hannover Messe wird diskutiert, wie Impfstoffe schneller beim Patienten landen könnten.
Quelle: dpa

Schon gleich bei der Eröffnungsveranstaltung der Hannover Messe spricht der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Siegfried Russwurm, das Problem an: "Seit elf Monaten wissen wir, Impfen wird uns aus dieser Pandemie herausführen." Und fragt: Was ist seitdem passiert?

Zumindest der Antwort auf diese Frage stimmen die meisten Experten überein: zu wenig. Einen Überblick über das Impfgeschehen hierzulande hat niemand. Und was in den rund 400 Impfzentren und 75.000 Arztpraxen, in denen geimpft werden soll, wirklich los ist, auch nicht.

Beim Impfen viel Zeit verloren

Dabei wäre dieses Wissen so wichtig, damit den Arztpraxen die gewünschten und richtigen Impfdosen in ausreichender Zahl geliefert werden. Nur mit diesem Wissen können die Ärzte und Ärztinnen effektiv arbeiten.

Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Streit um die Lieferungen der Impfdosen, Fehlbestellungen, Personalüberlastung und unterbrochene Lieferketten.

Dabei hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede zur Eröffnung der Hannover Messe darauf hingewiesen: "Beim Impfstoff hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, dass Lieferketten funktionieren."

Immerhin hatten Bund und Länder beim Impfgipfel am 1. Februar 2021 beschlossen, eine Online-Plattform einzurichten, um die Verteilung der Impfstoffe besser zu koordinieren. Doch dieser Beschluss ist nur halbherzig umgesetzt worden.

Impfstoffe: Lieferketten in Echtzeit managen

Mit Lieferketten haben Industriebetriebe und Unternehmer viel Erfahrung. Sie wissen, wie diese auch im Falle einer Echtzeit-Produktion organisiert sein müssen. Und deshalb tauchte in den Foren und Diskussionen auf der Hannover Messe auch immer wieder die Frage auf: Warum klappt das nicht beim Impfstoff?

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Digital-Staatsministerin Dorothee Bär räumte ein, dass die unterschiedlichen Zuständigkeiten hier nicht gerade hilfreich seien. Und Matt Harrison vom Pharmahersteller GlaxoSmithKline hatte einen Tipp für die Politiker parat:

Der gesamte Prozess von der Entwicklung bis zur Verteilung des Impfstoffs muss ganzheitlich digitalisiert werden.
Matt Harrison, Manager bei GlaxoSmithKline

Noch ist es nach Meinung der Experten dafür nicht zu spät. Aber die Spitzenpolitiker müssen das gemeinsam mit den Chefs der beteiligten Pharmaunternehmen endlich angehen. Und das ist bisher nach Einschätzung der Logistik-Experten eben nicht ausreichend gemacht worden.

Digitaler Zwilling fürs Impfen

"Das Impfprodukt zur richtigen Zeit an den richtigen Ort zu bringen, das muss durchsimuliert werden", sagt Pharma-Manager Harrison. Er empfiehlt dafür den "digitalen Zwilling".

"Das ist die Kombination digitaler Prozesse mit der realen Welt", erläutert Rebecca Vangenechten, Leiterin der Pharma-Abteilung bei Siemens, das Konzept. Dabei wird die gesamte Lieferkette bis zur Übergabe an die Impfzentren und Arztpraxen komplett digital abgebildet und so simuliert. Die Daten jeder Lieferung in der realen Welt werden überwacht und verfolgt.

Kommt es zu Abweichungen vom Lieferplan, der in der Simulation erarbeitet wurde, wird sofort auf Plan B geschaltet. Beispielsweise bei einem unvorhergesehenen Lieferstopp eines Herstellers wird sofort auf die eingelagerten Reserven - zum Beispiel für die zweite Impfung - zurückgegriffen. Parallel wird die Produktion bei Herstellern anderer Impfstoffe noch stärker beschleunigt.

Die Methoden fürs Management solcher Lieferketten sind erprobt, die notwendige Software ist verfügbar. Aber viele Diskussionsteilnehmer fordern, es brauche eben auch den politischen Willen, um aus diesem Dilemma herauszukommen.

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