Sie sind hier:

Zum Corona-Impfstart geplant - Impfstoff-Nebenwirkungen auch per App melden

Datum:

Über die App "SafeVac" sollen mögliche Nebenwirkungen von Corona-Impfstoffen an das Paul-Ehrlich-Institut gemeldet werden. Sie soll bald verfügbar sein. Was sie bringen könnte.

Frau mit Maske, blickt auf das Smartphone in ihrer Hand.
Über die App "SafeVac" sollen mögliche Impfstoff-Nebenwirkungen an das Paul-Ehrlich-Institut gemeldet werden.
Quelle: ZDF/Leonard Bendix

Impfen zu Weihnachten? Das könnte möglich werden, denn der Impfstoff von Biontech/Pfizer könnte noch vor Heiligabend zugelassen werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sprach gestern in den Tagesthemen von einem transparenten Impf-Vorgehen - mögliche Nebenwirkungen solle man per App mitteilen können:

Wichtig ist, (...) dass wir Transparenz auch in der Nachzulassungs-Beobachtung schaffen, wo wir allen Bürgerinnen und Bürgern sogar per App nach der Impfung die Möglichkeit geben wollen, mögliche Nebenwirkungen schnell zu melden.
Jens Spahn, Gesundheitsminister

Sie arbeiten jetzt rund um die Uhr: die Task Force Impfen im Baden-Württembergischen Sozialministerium. Logistik, Verteilung, Kühlung-alles muss vorbereitet sein. Medizinstudenten und Pflegeazubis üben bereits an Modellen, den richtigen Piks zu setzen. …

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Wie soll die App funktionieren?

Die App heißt "SafeVac 2.0", sie soll "zeitnah zum Beginn der Impfkampagne" - also sobald geimpft wird - zum Download bereit stehen. Das sagt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das die App entwickelt, gegenüber ZDFheute.

Wer die App nutzen will, muss zustimmen, dass die Daten für eine PEI-Studie genutzt werden dürfen. Die App stellt "zu festgelegten Zeitpunkten Fragen zum aktuellen Gesundheitszustand". Damit sollen "Häufigkeit, Schwere und die Dauer einer unerwünschten Reaktion" ermittelt werden.

Neben unerwünschten Impfreaktionen bekommen die Forschenden so auch Infos zu Menschen, die die Impfung gut vertragen.

Entwickelt wurde "SafeVac" für die Betriebssysteme iOS von Apple und Android von Google. Sie unterstützt iOS 12 bis 14 sowie Android 5.0 bis 10.0.

"SafeVac" als Alternative zur Online-Meldung

Besteht der Verdacht auf Nebenwirkungen bei Medikamenten oder Impfungen, müssen Ärzt*innen und Gesundheitsämter das ohnehin melden. Patient*innen können das auch jetzt schon tun - über ein Online-Formular des PEIs oder, indem man Hausärzt*innen kontaktiert.

Die App "SafeVac" wäre daher lediglich eine Alternative - und könnte dem PEI wiederum präzisere Daten zur Verträglichkeit des Impfstoffs liefern. Die Meldungen fließen wiederum in die öffentlich einsehbare Europäische Datenbank gemeldeter Verdachtsfälle von Arzneimittelnebenwirkungen ein.

"SafeVac" schon für Grippe-Nebenwirkungen eingesetzt

Die App wurde in anderer Form schon 2018 in einer Feldstudie getestet, um Nebenwirkungen nach einer Influenza-Impfung digital mitzuteilen.

"SafeVac" ist also das digitale Mittel, das nach einer Impfung zum Einsatz kommen kann - nicht zu verwechseln mit der Corona-Warn-App, die Risikobegegnungen aufzeichnet und Nutzer*innen warnt, wenn sie Kontakt mit Infizierten hatten. Die Warn-App ist für Prävention und Nachverfolgung da, "SafeVac" für die Meldungen von Impfstoff-Nebenwirkungen.

Arzneimittelchef im Interview -
Neuer Corona-Impfstoff: Was man wissen muss
 

Wie wurde der mRNA-Impfstoff so schnell entwickelt? Gab es Zwischenfälle? Wie lange wirkt er? Wolf-Dieter Ludwig, Chef der deutschen Arzneimittelkommission, gibt Antworten.

Videolänge
2 min

Sind Nebenwirkungen denn noch nicht ausreichend geprüft?

Die Ema, die europäische Arzneimittelagentur, prüft genau das. Deren Chefin, Emer Cooke, zeigte sich vor einer Woche aber zuversichtlich, sie sagte über den Biontech/Pfizer-Impfstoff:

Es wurden keine nennenswerten Nebenwirkungen festgestellt und schon gar keine ernsthaften.
Emer Cooke, EMA-Direktorin

Damit die Ema eine Zulassung empfiehlt, müssen die Vorteile eines Impfstoffes weitaus größer sein als alle Nebenwirkungen oder potenziellen Risiken.

Die Nebenwirkungen sind bislang laut Herstellern überschaubar. Ein geringer Anteil der Probanden hatte nach Angaben der Unternehmen Müdigkeit, Kopf- und Gelenkschmerzen und einer geröteten und schmerzenden Einstichstelle. Das ist mit Symptomen nach einer Influenza-Impfung vergleichbar.

Ist ein bestimmter Anteil der Bevölkerung immun, kann sich eine Krankheit nicht mehr ausbreiten. Wir erklären, warum Herdenimmunität keine Alternative zu Corona-Maßnahmen ist.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Impfbereitschaft versus Herdenimmunität

Weil es keine Impfpflicht in Deutschland geben soll - Bundeskanzlerin Merkel hat das heute in der Regierungsbefragung heute noch einmal betont - sind Politik und Gesellschaft auf den freiwilligen Pieks ihrer Bürger*innen angewiesen.

Für eine Herdenimmunität müssten etwa zwei Drittel der Bevölkerung immun sein. In Deutschland wären das über 50 Millionen Menschen.

Laut ZDF-Politbarometer von Ende November würde sich aber nur knapp mehr als die Hälfte der Deutschen impfen lassen. Die App soll als ein weiterer Baustein wohl auch die Impfbereitschaft erhöhen.

Infografik - Politbarometer - Mit Impfstoff wird bis Sommer ein weitgehend normales Leben wieder möglich sein...
Infografik - Politbarometer
Quelle: ZDF

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.