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Corona-Impfmanagement - Die Qual der Impf-Software-Wahl

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In der Corona-Impfkampagne gibt es viele Pannen. Die soll künftig eine neue Software von Biontech vermeiden. Soll sie die bisherige Software ersetzen? Die Verwirrung ist groß.

Serverraum der Firma SAP (Archivbild)
Serverraum der Firma SAP (Archivbild)
Quelle: ap

Auf dem Impfgipfel am 1. Februar 2021 wurde das Problem klar benannt: Bei der Impfkampagne gegen Covid-19 läuft es nicht rund. Die Ländervertreter beschwerten sich über fehlende Planungssicherheit. Die Vertreter des Bundes verwiesen auf die unterschiedlichen Regelungen in den Ländern.

Fest steht, dass ein einheitliches IT-System für die Verteilung des Impfstoffs in Deutschland nicht institutionalisiert ist, mit dem von der Abgabe der Hersteller an ein zentrales Bundeslager über die Distribution in die Bundesländer bis hin zur Lieferung an die 400 Impfzentren vor Ort alle Prozesse koordiniert und überwacht werden. Hersteller Biontech versprach, da Abhilfe zu schaffen.

Biontech will bessere Impfstoff-Koordination

Die IT-Spezialisten des Impfstoff-Herstellers entwickeln derzeit eine Software für das Impfmanagement, mit der ganz präzise gesteuert werden soll, wie viele Dosen von welchem Hersteller aus welchem Werk an welches Impfzentrum geliefert und dort verimpft werden können. Solch eine Software scheint auch bitter nötig zu sein.

In Berlin mussten zum Beispiel bereits Geimpfte für die zweite Dosis in ein anderes Impfzentrum umgeleitet werden. Der Impfstoff der ersten Dosis war nicht an das bisherige Impfzentrum geliefert worden. Immer wieder bleiben Impfdosen übrig, die dann Impfwilligen außerhalb der Priorisierungsreihe verabreicht werden.

In Niedersachsen fehlt es an ausreichend Impfstoff – wie fast überall in Deutschland. Zu der Misere kommen noch Tücken der deutschen Bürokratie, die die Verteilung an die berechtigten Empfänger erschweren. Und die Feuerwehr ist auch involviert.

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Software soll Überblick über Impfgeschehen geben

Das sorgt für Unmut, weil der Verdacht aufkommt, so geimpfte Bürgermeister und andere Funktionsträger würden sich vordrängeln, um eher gegen Covid-19 geschützt zu sein. Doch gegenwärtig scheint niemand einen Überblick über das Impfgeschehen in Deutschland zu haben.

Die Anforderungen an eine Software fürs Impfmanagement sind klar: Sie soll die Impfstoffversorgung genau planen und den künftigen Bedarf an Impfdosen und Personal für die einzelnen Impfzentren präzise simulieren und prognostizieren.

Salesforce bietet bereits Lösung an

Impftermine müssten dann nicht mehr verschoben oder abgesagt werden, und es könnten mehr Menschen geimpft werden. In dem Punkt sind sich alle Beteiligten einig. Nur welche Softwaresysteme dafür erforderlich sind, darüber scheint keine Einigkeit zu bestehen.

"Der gerechte, schnelle und gleichmäßige Zugang zu Impfstoffen ist wesentlich, um die Pandemie zu beenden", stellt zum Beispiel ein Sprecher des Softwareherstellers Salesforce fest. Salesforce arbeitet mit der Impfallianz Gavi zusammen. Mit der eingesetzten Software von Salesforce sollen zwei Milliarden Impfdosen weltweit in den nächsten Monaten verteilt werden.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie läuft die digitale Umstellung in den Gesundheitsämtern nur schleppend. Fax oder E-Mail sind für die Ämter oft die einzige Möglichkeit, sich auszutauschen.

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SAP hat Erfahrung mit Management von Impfstoff-Lieferketten

Die Lieferketten für den Impfstoff gelten als komplex. Damit hat man auch beim Softwarehersteller SAP schon Erfahrungen gemacht. "18 der 20 weltgrößten Impfstoffhersteller steuern ihre Produktionsanlagen bereits mit SAP-Lösungen, die sämtliche Prozesse von der Fertigung über eine kontrollierte Verteilung bis hin zur Impfung und Impfnachverfolgung abdecken", berichtet ein SAP-Sprecher.

Biontech-Konkurrent Curevac zum Beispiel will seinen Impfstoff, der zur Zeit noch das Zulassungsverfahren durchläuft, mit der Management-Software von SAP verteilen. "Wir benötigen SAP für die weltweite Fertigung und Verteilung unseres Impfstoffs", erklärt Pierre Kemula, Finanzvorstand von Curevac.

Software-Durcheinander durch Biontech gesteigert

Weshalb Biontech in dieser Situation eine weitere Software fürs Impfmanagement entwickelt, die zuerst in Bayern und danach bundesweit eingesetzt werden soll, um das Impfmanagement zu vereinheitlichen, haben weder Biontech selbst noch das Bundesgesundheitsministerium bisher beantworten können.

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek betont dagegen, sein Bundesland habe bereits "eine kluge und vorausschauende Logistik entwickelt". Gleichwohl spiele die Software von Biontech eine wichtige Rolle:

Um dieses komplexe System noch weiter auszubauen, unterstützen wir den Hersteller Biontech bei der Entwicklung einer Software zur weiteren Optimierung der Lieferverteilung.
Klaus Holetschek, Gesundheitsminister Bayern

Zurzeit werden in Deutschland vor allem über 80-Jährige und Menschen in Alten- und Pflegeheimen geimpft. Wenn Menschen geimpft werden, die noch nicht dran sind, sorgt das für Unverständnis.

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Vielzahl von Zuständigkeiten beim Impfmanagement

Neben den bisher verwendeten Softwaresystemen von Salesforce, SAP, Microsoft mit seiner Tabellenkalkulation Excel und den altgedienten Faxgeräten wird es dann künftig zusätzlich die Management-Software von Biontech geben. Im Berliner Gesundheitsministerium wird von Mitarbeitern bereits geunkt, dass dieses Impfmanagementsystem dann auch die unterschiedlichen Zuständigkeiten gut abbilde.

Zuständig sind nämlich neben der Digitalabteilung im Bundesgesundheitsministerium, der Digital-Staatsministerin, der Digitalabteilung im Bundeskanzleramt und dem Chief Information Officer im Bundesinnenministerium noch die Digitalabteilungen der zuständigen Ministerien in 16 Bundesländern und diverse Corona-Stäbe in den Landkreisen und kreisfreien Städte. Eine Menge Abstimmungsarbeit scheint nötig.

Auf der Grafik sieht man den langen Weg von der Herstellung des Impfstoffes bis er bei den Menschen ankommt.

Corona-Impfstoff - Die große logistische Herausforderung 

Über 12 Milliarden Impfdosen werden weltweit benötigt. Bis der Impfstoff bei den Menschen ankommt, sind etliche logistische Hürden zu nehmen. Die wichtigsten Schritte im Überblick.

von J. Werner und K. Kaminski

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