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Wie junge Italiener die Corona-Krise meistern

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Coronavirus in Italien - Wie junge Italiener die Corona-Krise meistern

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Eine Krise kann auch Positives hervorbringen. Junge Italiener machen es vor - mit Spendenaktionen, Online-Klassenzimmer und Live-Konzerten.

Clara Masiero
Die Corona-Krise wird bleibende Veränderungen in der Gesellschaft hinterlassen, so Schülerin Clara Masiero.
Quelle: Privat

In Italien gilt seit sieben Tagen: "Io resto a casa" - "ich bleib‘ zu Hause". Rund 60 Millionen Italiener bleiben in den eigenen vier Wänden - aus Solidarität. Was der Ausnahmezustand mit einem Land macht? Vier junge Italiener erzählen, welche positiven Dinge sie der Corona-Krise in Italien abgewinnen können.

Solidarität und Spendenaktionen in der Corona-Krise

Carlotta Rubaltelli ist Bloggerin und lebt in Mailand. Dort gilt schon seit dem 8. März ein Ausgehverbot, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Für die 28-Jährige ist die Situation surreal. "Allerdings muss ich sagen, dass wir ihr mit großer Stärke, Solidarität und Zusammenhalt begegnen", sagt sie. Das Wichtigste sei, den Egozentrismus abzulegen.

Rubaltelli hat ihre große Followerschaft genutzt und in den sozialen Medien eine Spendenaktion gestartet, um die Intensivstation des Krankenhauses von Parma zu unterstützen. Innerhalb weniger Tage hat sie rund 300.000 Euro für die Klinik in Parma gesammelt. Die Solidarität der Italiener mit dem Krankenhaus- und Pflegepersonal ist enorm. Im Netz laufen zahlreiche solcher Spendenaktionen.

"Wir Jungen könnten denken, wir sind sowieso nicht gefährdet, aber es geht hier nicht um unsere Gesundheit, sondern um die der anderen", sagt Carlotta Rubaltelli, Bloggerin aus Parma.

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Trotz Schulschließungen motivierte Schüler

Hannes Chronst unterrichtet in Bozen eine Oberstufe in Englisch. Obwohl die Schulen landesweit seit einer Woche geschlossen sind, geht der Unterricht für seine Klassen im Netz weiter. Von der Lernmotivation seiner Schülerinnen und Schüler ist der 28-Jährige überrascht. "Die positiven Nebeneffekte dieser auferlegten Maßnahmen in Italien sind, dass die Schüler ziemlich viel Selbstverantwortung und Engagement zeigen, ja einen Elan, den man im bisherigen Schuljahr oftmals vermisst hat", freut sich Chronst.

Die Corona-Krise hat den Englischlehrer erfinderisch gemacht. Er kommuniziert mit seinen Schülern, nicht nur über Email und dem digitalen Klassenregister, sondern hat auf Instagram einen "Teacher-Account", auf dem er Inhalte vermittelt und Fragen beantwortet. Seit wenigen Tagen bietet er seinen Englischunterricht jetzt auch online in Video-Konferenzen an. Die Maßnahmen der Regierung findet der Lehrer gut, denn nur so könne die Ausbreitung des Virus verlangsamt werden.

"Mir ist es wichtig, dass ich den Schülerinnen und Schülern ein Stück Normalität biete und sie auch weiterhin untereinander in Kontakt bleiben", sagt Hannes Chronst, Englischlehrer in Bozen.

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Ausnahmezustand zeigt, was wirklich wichtig ist

Eine seiner Schülerinnen ist Clara Masiero aus Bozen. Obwohl sie derzeit auf vieles verzichten muss, sieht auch sie positive Nebeneffekte des Ausnahmezustands. In dem Blog zum Coronavirus, der als Schulprojekt im Englischunterricht gestartet wurde, schreibt die 18-Jährige:

"Ich habe im Moment viel Zeit, etwas, das auch uns in unserem jungen Alter immer kostbarer wird. Ich merke wie die Gesellschaft wieder Zusammenhalt erfährt und vor allem merkt man endlich wieder, was wirklich wichtig ist und worauf man eigentlich problemlos verzichten kann. Ich nehme mir Zeit für meine Familie und bin in meinen Gedanken immer bei meinen Großeltern. Ich bin überzeugt davon, dass das Coronavirus nicht spurlos vorübergehen und bleibende Veränderungen in der ganzen Welt hinterlassen wird. Ganz bestimmt auch viel Positives."

"Ich finde das Funktionieren und den Einfallsreichtum der Gesellschaft in diesem Ausnahmezustand faszinierend."
Clara Masiero, Schülerin aus Bozen

Live-Konzerte in sozialen Medien

Die sozialen Medien nutzen Prominente derzeit, um über die Corona-Krise aufzuklären oder die rund 60 Millionen Italiener im Land aufzumuntern. Denn die langen Tage in den eigenen vier Wänden schlagen auf die Stimmung.

Musiker bieten derzeit kostenlos Live-Konzerte in sozialen Medien an - auch Singer-Songwriter Max von Milland. "In diesen Zeiten entdeckt man, dass man sich in der Isolation nicht alleine fühlen muss", sagt der Musiker aus Brixen. Seine Botschaft an Deutschland: "Nehmt die Warnungen, die aus Italien kommen, ernst."

"Ein Live-Konzert auf Instagram kann echte Interaktion nicht ersetzen, aber es zeigt, dass man die Menschen auch in solchen Situationen vernetzen und berühren kann", sagt Singer-Songwriter Max von Milland aus Brixen.

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