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Wie gut funktioniert das digitale Lernen?

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Schulschließungen wegen Corona - Wie gut funktioniert das digitale Lernen?

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Nahezu alle Schulen Deutschlands schließen diese Woche. Lehrer und Schüler versuchen, den Unterricht online durchzuführen. Sind wir darauf gut vorbereitet? Welche Angebote gibt es?

Schüler arbeitet mit dem iPad im digitalen Unterricht
Schüler über das Tablet unterrichten - wegen des Coronavirus jetzt zwingend nötig. (Symbolbild)
Quelle: dpa

Seit dem Wochenende ist klar: In fast allen Bundesländern schließen diese Woche flächendeckend alle Schulen, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Jedes Bundesland hat eigene Regelungen, wann welche Schulen für wie lange schließen. Viele Bildungseinrichtungen versuchen nun, den Unterricht blitzartig ins Digitale zu verlagern. Kann das funktionieren?

Schüler, Eltern und Lehrer sind deswegen verunsichert. Was kann ich als Elternteil tun, um meinem Kind in dieser Situation optimal zu helfen? Auf welche Online-Bildungsangebote können Schüler und Lehrer zurückgreifen, um ausgefallenen Unterricht auszugleichen? Es ist eines der größten Bildungsexperimente der deutschen Geschichte.

Wie können Schulen jetzt ihren Unterricht digitalisieren?

In vielen Schulen fanden sie schon vor der Corona-Krise begrenzt Anwendung: digitale Arbeits- und Kommunikationsplattformen wie Office365, Slack oder Skype. Wurden sie bislang nur für einzelne Projektarbeiten oder von besonders Technologie-affinen Lehrern genutzt, sollen diese Angebote jetzt plötzlich den gesamten Schulalltag stemmen. Auf eines sollten sich Lehrer und Eltern einstellen: oft beherrschen die Kinder die Technik bereits besser als sie selbst. Beide Seiten können voneinander lernen.

Es gibt auch zahlreiche kommerzielle Anbieter von digitalen Lernmaterialien. Lehrermarktplatz bietet von anderen Lehrern gestaltete Arbeitsblätter und Übungshefte zum Kauf an. Nachhilfeportale wie Sofatutor oder Simpleclub bieten Übungen für verschiedene Fächer, Klassen und Schulformen. Auch für diese Anbieter ist die aktuelle Situation eine Herausforderung: Die Lernplattform Anton blendet aktuell den Warnhinweis ein, dass es wegen der erhöhten Nachfrage zu Verzögerungen in der App kommen könnte.

Auch das Landesmedienzentrum Bayern (mebis), die digitale Lernplattform für 5.200 bayerische Schulen berichtet seit Montagmorgen über Störungen - allerdings böswilliger Natur:

Seit den frühen Morgenstunden sind die mebis-Server einer DDoS-Attacke ausgesetzt. Dabei handelt es sich um einen Angriff auf unser System durch hunderttausendfache automatisierte Seitenaufrufe. Abwehrmaßnahmen werden aktuell ergriffen!
Warnhinweis auf der mebis-Webseite

Ob technisch versierte Schüler hinter der Überlastung stecken, ist nicht bekannt.

Fast alle Bundesländer haben beschlossen, wegen des Coronavirus ihre Schulen und Kindertagesstätten für mehrere Wochen zu schließen. Nicht nur in Bayern stehen Eltern vor der Herausforderung, Betreuung und Arbeit unter einen Hut zu bekommen.

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3 min
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Wie gut steht Deutschland im internationalen Vergleich da?

Im Februar 2019 einigten sich die Bundesländer auf den Digitalpakt Schule. Fünf Milliarden Euro stehen seitdem bereit, um Schulen finanziell unter die Arme zu greifen beim Kauf von Laptops, Software und anderer digitaler Infrastruktur.

Von diesen fünf Milliarden wurde bislang nur ein kleiner Bruchteil beansprucht. Der Branchenverband Bitkom kritisierte, dass bislang erst zwölf Bundesländer überhaupt Förderanträge bewilligt haben. "Der Digitalpakt Schule kann und muss ein Meilenstein für die Digitale Bildung werden, aber wir kommen mit der Umsetzung viel zu zögerlich voran", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. Hessen, das Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein haben bislang noch gar keine Projekte im Rahmen des Digitalpakts bewilligt.

Dass Deutschland so lange braucht, seine Schulen zu digitalisieren, ist in der aktuellen Corona-Krise eine Bürde. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) kritisiert das.

Jetzt rächt sich, dass sich in Deutschland bei der Digitalisierung der Schulen so lange nichts richtig bewegt hat.
VBE-Präsident Udo Beckmann

So häufig werden verschiedene digitale Geräte im Unterricht in Deutschland genutzt:

So gut ist das IT-Wissen der deutschen Schülerinnen und Schüler im internationalen Vergleich:

Welche kostenlosen Bildungsangebote gibt es?

Die öffentlich-rechtlichen Medien bieten zahlreiche Informationsangebote für Kinder und Erwachsene an.

In der ZDF Mediathek finden Sie ein virtuelles Klassenzimmer mit Inhalten geordnet nach Altersgruppen. Im ZDF erklären Harald Lesch und Terra X Naturwissenschaften anschaulich. Auch die Grafikvideos von Kurzgesagt – einem Gemeinschaftsangebot von funk, dem jungen Content-Netzwerk von ARD und ZDF – bietet bunt aufbereitetes Wissen.

Wer über Themen wie Geschichte, Literatur oder Computer lernen und dabei sein Englisch verbessern möchte, für den sind die Youtube-Videos von CrashCourse eine gute Adresse.

Wegen des Coronavirus müssen viele Bibliotheken in Deutschland gerade schließen. Wer einen Bibliotheksausweis besitzt, kann oft dennoch auf ihre digitalen Inhalte zugreifen. Die sogenannte Onleihe bietet Zugriff auf eBooks, digitale Zeitschriften und Hörbücher. Mehr als 3.200 Bibliotheken nehmen an dem Programm teil.

Lesen Sie alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in unserem Liveblog:

Coronavirus-Illustration.

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