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Angriff aufs Homeoffice

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IT-Sicherheit in Corona-Krise - Angriff aufs Homeoffice

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Weltweit sind viele Arbeitnehmer im Homeoffice. Und genau dorthin begeben sich die Cyberkriminellen auch. Zu oft haben sie allzu leichtes Spiel.

Joachim Bühler, Geschäftsführer beim TÜV- e.V. erklärt, dass Kriminelle Unsicherheiten im Homeoffice ausnutzen. Besondere Vorsicht sei geboten.

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Im Darknet gab es zu Ostern als Überraschungsangebot Zugangsdaten für den Videokonferenzdienst Zoom zu Sonderpreisen. Mitarbeiter der IT-Sicherheitsfirma Cyble kauften mehr als eine halbe Million gestohlene Zugangsdatensätze für etwas mehr als 1.000 Dollar.

Konferenzspione im Video

Die Überprüfung ergab: Es handelte sich um echte Zugangsdaten. Sie bestanden aus Mail-Adresse, Meeting-Webadresse, dem sogenannten Zoom-Host-Key und dem Passwort.

Videokonferenzen von Zoom werden von Universitäten und Schulen, Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen eingesetzt. Dort werden auch vertrauliche Firmenstrategien und sensible politische Themen besprochen.

Doch Videokonferenzen sind beileibe nicht die einzige Möglichkeit für Cyberkriminelle, an vertrauliche Informationen zu kommen. Hastig eingerichtete Ersatz-Server, mäßig bis gar nicht abgesicherte Privat-Laptops oder offene Ports an den Routern im Homeoffice erleichtern den Kriminellen den Job enorm.

Zahl der Angriffe steigt massiv

"Die Zahlen sind leider eindeutig, Tendenz steigend", urteilt eine Sprecherin des IBM-Sicherheitsunternehmens X-Force. Auch Trend Micro und Kaspersky bestätigen, dass die Zahl der Angriffe aufs Homeoffice seit Mitte März massiv gestiegen ist.

Die größten Sicherheitsrisiken liegen in ungesicherten Heimnetzwerken und ungeschützten Zugängen zum Unternehmensintranet. Da stimmen die Experten aller IT-Sicherheitsberatungen überein.

Mitte März fehlten in vielen Fällen noch Zugänge, die über ein privates virtuelles Netzwerk (VPN) abgesichert waren. Die Zahl der Lizenzen reichte für den massenhaften Umzug ins Homeoffice nicht aus.

Mehr zu fehlender Technik im Homeoffice im Video:

Bei manchem fehlt es zu Hause an Leitungen und Rechnern.

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Hier haben Einkaufsabteilungen und Systemadministratoren gemeinsam mit den VPN-Anbietern die Situation in recht kurzer Zeit verbessern können. Doch einige im Homeoffice Tätige lassen die eigentlich verfügbaren VPN-Zugänge nach wie vor weitgehend liegen und bleiben bei Ausweichlösungen für ihre Teams wie zum Beispiel der Kommunikation per Whatsapp oder unverschlüsseltem Dokumentenaustausch über kostenfreie Plattformen.

Phishing bringt Kriminellen viel Geld

Explosionsartig gestiegen ist nach Recherchen der IBM-X-Force auch die Zahl der Phishing-Attacken. Mails, die angeblich vom Chef oder der Personalabteilung stammen, entpuppen sich als geschickte Fälschungen, in deren Anhang Schadsoftware lauert.

Auch beliebte Websites mit neuen Informationen zum Verlauf der Corona-Krise sind von Kriminellen nachgebaut und mit Schadsoftware gespickt worden. Anfang April zählten Sicherheitsexperten allein 20 Nachbauten der Website der Johns-Hopkins-Universität mit dem neuesten Zahlenmaterial zum Pandemie-Verlauf.

Wer solch eine Nachbau-Seite anklickte, holte sich Spionage-Software und andere Malware auf den Computer im Homeoffice. Vor allen Dingen amerikanische Sicherheitsbehörden machen allerdings sehr effizient Jagd auf solche Fake-Seiten und legen sie sehr rasch still.

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