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Technik-Messe im Kleinformat - IFA ohne Publikum und Geräte

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Als erste Großmesse geht die IFA nach den Pandemie-Beschränkungen wieder auf einem Messegelände an den Start. Doch die weltgrößte Heimelektronikschau ist kaum wieder zu erkennen.

In Berlin findet die Internationale Funkausstellung (IFA) und damit die erste Großmesse seit Beginn der Pandemie wieder analog statt. Ein Hoffnungsschimmer für die Messebranche.

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IFA ohne Menschenmassen, Flachbildschirme oder Lifestyle-Elektronik zum Anfassen - die Berliner Technik-Messe ist zur Vortragsveranstaltung geschrumpft. Geräte sucht man dieses Jahr fast vergeblich unterm Funkturm. Auch das Publikum muss draußen bleiben, nur Fachbesucher und Presse dürfen rein. Wo sich sonst Besucherströme drängen, pfeift der Wind zwischen verriegelten Messehallen. Heute beginnt die Messe.

Geschrumpfte IFA: 100 statt 2.000 Ausstellern

Noch im letzten Jahr war das weitläufige Ausstellungs-Areal bis auf den letzten Quadratmeter ausgebucht. Dieses Mal reichen vier Hallen. Vor zwei Bühnen sollen dort jeweils maximal 750 Besucher Video-Vorträgen lauschen. Zum Vergleich: im Vorjahr drängten sich an sechs Tagen fast 250.000 Menschen in 26 Hallen. Und statt fast 2.000 Ausstellern sind jetzt nicht mal 100 in Berlin.

Messewirtschaft: Minus von 20 Milliarden Euro

Es geht wieder los, auch das will die Messewirtschaft zeigen. Nach hunderten abgesagter Schauen deutschlandweit nun das Signal, dass die Talsohle durchschritten ist.

In normalen Jahren tragen wir mit 28 Milliarden zum Bruttoinlandsprodukt bei. Unseren Schaden beziffern wir im Moment mit 20 Milliarden, das ist wirklich enorm.
Jörn Holtmeier, Geschäftsführer Ausstellungs- und Messeausschusses der Deutschen Wirtschaft (AUMA)

"Darunter leiden natürlich viele, die als Akteure im Ökosystem Messe unterwegs sind", so Holtmeier. Messebauer, Hotels, Restaurants oder Taxifahrer beispielsweise.

Sachsen, Leipzig: Das Messemännchen steht in der leeren Glashalle der Leipziger Messe.

Abgesagte Großveranstaltungen -
Wie das Coronavirus die Messelandschaft ins Chaos stürzt
 

Immer mehr Messen werden abgesagt, der wirtschaftliche Schaden ist immens. Die Menschen, die auf diesen Messen arbeiten, sind oft kaum geschützt gegen solche Verdienstausfälle.

von Nils Metzger

IFA für Geschäfte vor Weihnachtsgeschäft wichtig

Tatsächlich war die IFA neben Publikumsspektakel auch immer eine der wichtigsten Order-Messen vor dem Weihnachtsgeschäft, wo in Hinterzimmern Händler und Hersteller um Margen und Stückzahlen feilschten.

Als noch nicht absehbar war, wann Großveranstaltungen wieder erlaubt sein würden, hatten die Veranstalter entschieden, sich auf diesen Business-to-Business-Aspekt zu konzentrieren.

Und das auch virtuell. Auf einer Online-Plattform zeigen hunderte Anbieter ihre Neuheiten nun zum Durchklicken. Im "IFA Xtended Space" können registrierte Benutzer den Präsentationen in Livestreams und Aufzeichnungen folgen. Dahinter steht auch das Problem, dass aufgrund von Reisebeschränkungen die Mitarbeiter zahlreicher asiatischer Hersteller gar nicht nach Berlin anreisen können.

[So lief die IFA im vergangenen Jahr:]

Flachbildschirm statt Fernreise in Corona-Zeiten

Dabei geht es der Elektronik-Branche in Corona-Zeiten eigentlich nicht schlecht. Vor allem Computerhersteller melden ungeahnte Umsatz-Zuwächse: fast 20 Prozent bei "privat genutzten IT-Produkten", also vor allem Laptops und PCs - ein vormals fast schon totgesagtes Marktsegment erlebt dank Homeoffice eine Renaissance.

Auch der mangels großer Innovationsschübe zuletzt eher stagnierende Absatz von "Consumer Electronics", Flachbildschirmen und Audiogeräten etwa, stieg laut Branchenindex "Hemix" im ersten Halbjahr 2020 um mehr als fünf Prozent.

Offenbar hat mancher das Geld für die ausgefallene Fernreise in Heimkino und Spielekonsole investiert.

Das hat damit zu tun, dass die Konsumenten sich zuhause eingenistet haben, zuhause arbeiten und sich zuhause mehr und mehr mit elektronischen Produkten befassen. Das hat zu einem regelrechten Boom geführt
Kai Hillebrandt, Aufsichtsratschef der GFU, dem IFA Veranstalter

Messe auch ein Begegnungsort

Währenddessen ist Messe-Verbandschef Holtmeier überzeugt, dass trotz aller digitalen Möglichkeiten die klassische Messe als Begegnungsort noch lange nicht ausgedient hat: "Ich glaube, alle, die miteinander Geschäfte machen wollen, die brauchen das persönliche Gespräch, um Vertrauen aufzubauen, um dann zu einem Abschluss zu kommen. Das ist der Kern, der wird auch stark bleiben im Messegeschäft."

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