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Digitaler Nachhilfeunterricht - "Nur ernstgemeinte, seriöse Hilfsangebote"

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Per Videochat unterrichten Studenten Schüler ehrenamtlich in der "Corona School". 20.000 machen mit. Mitinitiator Lukas Pin über den Erfolg des Projektes und was nach Corona kommt.

Nachhilfe per Internet
Digitale Nachhilfe: Lücken füllen, wo die Schule gerade nicht ausreicht.
Quelle: ZDF

ZDFheute: Gut 8.500 Studierende unterrichten heute etwa 11.500 Schülerinnen und Schüler in der "Corona School". Wie läuft der Schulbetrieb?

Lukas Pin: Es herrscht reger Betrieb, es melden sich immer mehr Studierende, Schüler und Schülerinnen bei uns. Inzwischen führen 60 Leute von uns jeden Tag von 9 bis 17 Uhr Screening-Calls, in denen wir mit Studierenden sprechen, die Schülern Nachhilfe geben wollen. Da prüfen wir die Identität und Eignung der Leute, bevor es losgeht mit dem Unterricht per Videochat.

ZDFheute: Was hat den Anstoß zu diesem Projekt gegeben?

Pin: Als es richtig ernst wurde mit Corona in Deutschland, haben wir uns wie viele andere gefragt, was wir machen könnten, um anderen zu helfen. Medizinstudenten sind in Kliniken gegangen, wir als Mathematiker haben eine Lern-Plattform programmiert, weil wir da einen Bedarf gesehen haben.

ZDFheute: Unterrichten Sie persönlich auch?

Pin: Ich habe am Anfang Mathe unterrichtet und bin mit meinem Schüler gut vorangekommen, momentan bin ich aber mehr mit der Organisation des wachsenden Projekts beschäftigt.

ZDFheute: Aus welchen Gründen melden sich Schüler in der "Corona School" an?

Pin: Neben fachlicher Unterstützung geht es vielen Schülern um den sozialen Aspekt: Also darum, einen persönlichen Ansprechpartner zu haben, wenn Lehrer oder Eltern nicht greifbar sind. Die größte Schülergruppe kommt aus dem Abi-Jahrgang und dem Abschlussjahrgang der Realschule. Da sind die Aufgaben natürlich auch komplexer als bei jüngeren Schülern.

Abgesperrter Bereich in einer Kita. Archivbild

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ZDFheute: Der Bundeselternrat kritisiert, dass der Kontakt zwischen Lehrern und vielen besonders hilfsbedürftigen Schülern völlig abgerissen sei. Wie eng verbunden sind Studierende und Schüler in der Corona-School?

Pin: Die Lern-Tandems vereinbaren im ersten Gespräch, ob es eine einmalige Nachhilfe sein soll oder eine regelmäßige. Bisher haben wir hauptsächlich Lernpaare, die sich regelmäßig im Videochat treffen. Das variiert von einmal pro Woche bis einmal täglich. Wir bekommen da sehr viel positives Feedback von Schülern.

ZDFheute: Mit welchem Tenor?

Pin: So nach dem Motto: Dass sich da mal jemand wirklich mit mir hinsetzt und mir allein die ganze Aufgabe erklärt, das habe ich in meiner normalen Schule noch nie erlebt.

ZDFheute: Und was sagen kritische Stimmen?

Pin: Da geht es vor allem um die Frage, weshalb es nach der Schüler-Anmeldung einige Zeit dauert, bis wir einen passenden Studierenden gefunden haben. Das hängt mit unserem Screening zusammen: Wir müssen sichergehen, dass wir nur ernstgemeinte, seriöse Hilfsangebote vermitteln.

ZDFheute: Das Projekt sollte Schülern ursprünglich in der Zeit unterstützen, in der die Schulen geschlossen waren. Nun öffnen die Schulen ihre Tore wieder. Das Aus für die Corona-School?

Pin: Nein, denn wir wissen ja nicht, wann die Corona-Zeit wirklich vorbei ist. Unser Angebot wird auf jeden Fall noch eine Zeitlang bestehen bleiben. Wir arbeiten auch schon an Konzepten für die Sommerferien.

ZDFheute: Eine Corona-Summer-School?

Pin: Ja, so in der Art. Es sind verschiedene Organisationen an uns herangetreten, die über unsere Plattform zum Beispiel Kurse anbieten wollen wie etwa: in einer Woche spielerisch programmieren lernen. Parallel dazu bauen wir mit Universitäten ein Programm auf, dass Lehramtsstudierende ihr Praktikum über uns machen können.

Das Interview führte Marcel Burkhardt.

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