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Corona-App: 18 Millionen sind nicht genug

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Drei-Monats-Bilanz - Corona-App: 18 Millionen sind nicht genug

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Sie soll helfen, die Corona-Pandemie einzudämmen. Noch ist die Corona-Warn-App aber nicht auf genügend Smartphones installiert. Eine Bilanz nach drei Monaten.

Corona-Warn-App auf einem Smartphone
Die Corona-Warn-App ist bislang auf über 18 Millionen Smartphones geladen.
Quelle: picture alliance/imageBROKER

Bei der Vorstellung der Corona-Warn-App vor drei Monaten gab sich Kanzleramtschef Helge Braun selbstbewusst: "Es ist nicht die erste Corona-Warn-App weltweit, aber ich bin überzeugt, es ist die beste."

Im internationalen Vergleich liegt die deutsche Warn-App tatsächlich vorn, zumindest was die Downloadzahlen im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße angeht. Das zeigen Daten der Analytics-Firma Sensor Tower, die dem ZDF vorliegen.

Downloads der Corona-Warn-App
Downloads der Corona-Warn-App

Corona-Warn-App: Wachstum der Downloads verlangsamt

Demnach wurden nur die Warn-Apps in Australien und der Türkei von einem größeren Teil der Bevölkerung heruntergeladen. Alles in allem funktioniert die datensensible Kontaktverfolgung durch die App, das zeigen Messungen des Programmierers Christian Bennefeld.

In Deutschland wurde die App nach ihrer Veröffentlichung in wenigen Tagen millionenfach heruntergeladen. Mittlerweile hat sich das Wachstum aber merklich verlangsamt. Insgesamt gab es bislang gut 18 Millionen Downloads.

Corona-Warn-App - Was hat sie gebracht? Hotspot Schulbusse - Infektionsrisiko für Kinder; Lebensmittelkontrolle - Fehlanzeige: Zu wenig Personal, zu wenig Geld; u.a

Beitragslänge:
41 min
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Schätzungen: Bis zu 15 Millionen nutzen Warn-App

18 Millionen Downloads heißt aber nicht zwingend, dass die App von 18 Millionen Menschen genutzt wird. Denn nicht jeder, der die App heruntergeladen hat, nutzt sie auch.

Aus Datenschutzgründen wird nicht erfasst, wenn Nutzer die Risikoermittlung der App abschalten oder sie wieder deinstallieren. Die Entwickler der App gingen von 14 bis 15 Millionen aktiven Nutzern aus, so das RKI. Genau weiß man es aber nicht.

Keine Daten zu Standort oder Alter der Nutzer

Was wir auch nicht wissen: wer die App nutzt. Gibt es zum Beispiel Städte, in denen besonders viele Menschen die App aktiviert haben? Oder nutzen bestimmte Altersgruppen die App intensiver als andere? Professor Gert G. Wagner, Mitglied im Sachverständigenrat für Verbraucherfragen, hält es deshalb für sinnvoll, freiwillige Datenspenden zu ermöglichen.

Mehr Informationen über die App-Nutzer könnten wertvolle Informationen liefern, wie die App optimiert werden könnte. Momentan, so schätzt er, werden nur ungefähr fünf Prozent aller Kontakte überhaupt erfasst. Dass die App den Kontakt eines Infizierten mit einem Gesunden registriert, ist daher eher selten.

Corona-Warn-App auf Apple Handy

Widersprüchliche Warnmeldungen -
Kritik an unverständlicher Corona-App wächst
 

Die Kritik an der Corona-Warn-App wächst. Nutzer klagen über unverständliche Warnmeldungen. Und die FDP wirft der Regierung schwere Versäumnisse bei der Kommunikation der App vor.

von Dominik Rzepka

Warnmeldungen verunsichern Nutzer

Nach dem Start im Juni gab es in den Sozialen Netzwerken zahlreiche Meldungen von Usern: bei manchen stürzte die App häufig ab, andere bekamen kryptische Fehlermeldungen und manch einer fand die Hinweise, die die App gab, schwer verständlich.

Das muss besser werden.
Henning Tillmann, Digital-Experte

"Die Menschen sind teilweise verunsichert, ob der Warnmeldungen die auftreten. Und auch sollte man überlegen, dass die Funktionalität ausgeschöpft werden sollte. Es ist mehr möglich", sagt Digital-Experte Henning Tillmann.

Forderung nach neuen Funktionen der App

In einem Gastbeitrag auf Zeit-Online forderte er zusammen mit dem SPD-Politiker Karl Lauterbach, dass die App weiterentwickelt werden müsste.

Mehr Transparenz für die Nutzer, die Möglichkeit, freiwillig mehr Informationen preiszugeben und die Funktion, Infektions-Cluster zu erkennen - das sind ihre Kernforderungen. Ob diese weitreichenden Schritte aber gegangen werden, ist fraglich. Immerhin eine Weiterentwicklung wird nun angegangen.

Datenaustausch europäischer Warn-Apps geplant

Seit dieser Woche läuft der Test eines europäischen Gateway-Servers. Der soll ermöglichen, dass die Warn-Apps zahlreicher EU-Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland, miteinander Daten austauschen können.

Das sollte es zwar schon längst geben, bis alle Absprachen getroffen und die technische Infrastruktur aufgesetzt war, zogen jedoch Monate ins Land. Bis die aktuell laufenden Tests ab- und alle Apps angeschlossen sind, wird es auch noch mal dauern. Mindestens bis Anfang Oktober.

Ein Modell eines Körpers mit Organen.

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