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Ethikrat: Weniger Datenschutz wäre vertretbar

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Buyx zur Corona-Warn-App - Ethikrat: Weniger Datenschutz wäre vertretbar

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Die Vorsitzende des Ethikrats Alena Buyx findet, der Datenschutz dürfte zur Pandemie-Bekämpfung eingeschränkt werden. Sie sieht in der Corona-Warn-App noch mehr Potential.

Die Politik hat intensiv appelliert, bevor sie die Corona-Regeln verschärft hat. Dass die Betroffenen jetzt Hilfe bekommen, sei wichtig, so Alena Buyx, Vorsitzende des Ethikrates.

Beitragslänge:
35 min
Datum:

Sehen Sie oben das ganze Interview im Video und lesen Sie es hier in Auszügen. Das sagt Buyx zu ...

...der Corona-Warn-App:

"Stärkeren Datenschutz in der Umsetzung, das gibt’s kaum. Und deswegen kann die App auch ganz viel nicht. Und da muss man so langsam wirklich fragen - und da bin ich nicht die Einzige - wir schränken so viele Grundrechte ein und den Datenschutz so gar nicht? Bei dem sind wir bis auf Punkt und Komma extrem präzise?

Ich glaube, da gibt es inzwischen auch aus ethische Perspektive wirklich gute Argumente zu sagen, also liebe Leute, vielleicht können wir da ein bisschen zurückhaltender sein, mit dem absolut perfekten Datenschutz und dieser App noch die ein oder andere Funktion dazugeben, damit sie zumindest mal an die Gesundheitsämter melden kann. Das kann sie ja auch nicht.

Sie ist ja mit nichts verbunden, das ist ja alles komplett freiwillig und so verschlüsselt - also das finde ich auch gut, dass wir in Deutschland so einen starken Datenschutz haben - aber da haben wir ein Potential, mit Blick auf die ganzen anderen Grundrechte, die wir einschränken, noch mehr Hilfe aus dieser App zu holen, wenn wir da noch ein bisschen runter regulieren."

...den psychischen Folgen:

"Die psychische Seite ist meiner Wahrnehmung wirklich unterbelichtet. Die ist aber sehr wichtig. Todesfälle sind das eine, aber viele Fälle tauchen in den Statistiken ja gar nicht auf. Und wir haben wirklich viele Fälle von Leuten, die Monate lang total fertig und massiv eingeschränkt sind und dann natürlich diese psychischen Folgen haben wegen dieser Zeit. Ich würde mir wirklich wünschen, dass wir da noch genauer hingucken.

Wir alle müssen auf unsere psychische Gesundheit gucken, jetzt mit Blick auf diesen Winter. Das fasst uns sehr an. Und mir wird darüber zu wenig gesprochen. Es ist wichtig, dass wir darüber reden, wie wir damit zurechtkommen, abgesehen von den wirtschaftlichen Herausforderungen für betroffene Gruppen."

... den Corona-Maßnahmen der Regierung:

"Ich glaube, es war richtig von der Politik, zunächst mit Geboten, mit Appellen, zu arbeiten, zu sagen: Ihr lieben Leute, jetzt hatten wir einen relativ entspannten Sommer gehabt, jetzt müssen wir schnell umschalten, das Wetter wird schlecht, wir gehen alle wieder in die Räume rein, wo wir wissen, dass die Ansteckung viel stärker ist als draußen.

Und wir haben auch leider eine Verbreitung gehabt in der ganzen Republik und nicht mehr so kleine Cluster, sondern das hat sich ja überall verbreitet - und das war eine Phase von wenigen Wochen, in denen wir alle hätten sehr schnell unser Verhalten ändern müssen, um die Dynamik aufzuhalten und da hat die Politik, jedenfalls in meiner Wahrnehmung, schon ziemlich intensiv appelliert und das haben wir gemeinsam nicht hingekriegt."

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