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Cyberkriminalität - Regierung setzt auf Digitale Ersthelfer

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Die Zahl der digitalen Angriffe, in Corona-Zeiten auch über Homeoffice, steigt monatlich. Sicherheitsbehörden sind oft überfordert. Die Regierung setzt auf Digitale Ersthelfer.

Home Office - Frau am Computer
Laut einer Studie beobachtet jeder Vierte Arbeitnehmer vermehrte Phishing-Angriffe im Homeoffice.
Quelle: dpa

Homeoffice ist angesagt in der Corona-Krise. Das hilft, um die Infektionszahlen herunterzudrücken. Aber es eröffnet auch Online-Kriminellen so manchen Zugang in Unternehmensnetzwerke. Industriespionage, Phishing-Attacken und Angriffe mit Verschlüsselungssoftware haben zugenommen.

Bewährtes Konzept der Rettungskette

Einer Studie der Unternehmensberatung Deloitte zufolge hat jeder vierte Arbeitnehmer in der Corona-Krise vermehrt Phishing-Versuche und andere digitale Angriffe beobachtet. In Sachen IT-Sicherheit hat Deutschland großen Nachholbedarf. Das ist in der Corona-Krise mit ihrem vermehrten Homeoffice-Einsatz wie unter einer Lupe deutlich geworden. [Lesen Sie hier fünf Tipps zur digitalen Selbstverteidigung.]

Die Bundesregierung hat auf diese Bedrohungen in der Vergangenheit durch die Schaffung neuer Dienststellen für IT-Sicherheit reagiert. "Vernetzte Unsicherheit" hat der Politikwissenschaftler Jakob Kullik diese Strategie bereits im Jahr 2014 in einer bis heute aufsehenerregenden wissenschaftlichen Arbeit genannt.

Strategiewechsel in der "Digitalen Rettungskette"?

Doch mit dem Konzept der "Digitalen Rettungskette" könnte sich jetzt ein Strategiewechsel anbahnen. Angelika Jaschob vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat das Konzept dafür auf dem 17. Deutschen IT-Sicherheitskongress vorgestellt.

"Wir sind gerade dabei, eine flächendeckende dezentrale Struktur aufzubauen", erläutert Diplom-Mathematikerin und Sicherheitsexpertin Jaschob die Grundidee.

Die neue Verordnung zur Homeoffice-Pflicht sei völlig unverbindlich, kritisieren Rechtsexperten und Arbeitgeberverbände.

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8 min
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So funktioniert die "Digitale Rettungskette"

Auf einer Notfall-Website und bei einer Hotline des BSI sollen sich betroffene Bürger, Freiberufler, Kleinunternehmer und andere im Falle eines digitalen Angriffs zum Beispiel mit einem Trojaner oder anderen Viren schnelle Hilfe holen können.

"Das reicht aber nicht aus, die Unterstützung vor Ort ist oft das Entscheidende", urteilt Angelika Jaschob. Und diese Hilfe direkt am PC der Betroffenen soll künftig von Digitalen Ersthelfern geleistet werden. "Die bilden die Basis und werden in einem Online-Kurs ausgebildet", berichtet Angelika Jaschob.

Ersthelfer vor Ort sind entscheidend

Ähnlich wie Ersthelfer mit Kenntnissen über lebensrettende Sofortmaßnahmen bei Unfällen zum Beispiel im Straßenverkehr sollen die Digitalen Ersthelfer mit ihren Basiskenntnissen in Sachen IT-Sicherheit die ersten Hilfsmaßnahmen bei einem Sicherheitsvorfall einleiten.

Sie übergeben dann an die "Vorfalls-Experten", die im Bild der traditionellen Rettungskette am besten mit Sanitätern zu vergleichen wären.

Per Onlinekurs zum Ersthelfer

Für die Schulung der Vorfalls-Experten hat das BSI bereits einen Lehrplan erstellt. Fünf Schulungsanbieter haben schon jetzt ihre Zusammenarbeit mit dem BSI bei derartigen Aufbau-Seminaren bekanntgegeben. Auch Universitäten wollen hier mit dem Bundesamt kooperieren und digitale Ersthelfer bzw. Vorfall-Experten ausbilden.

Dieses Notfallangebot ist als Teil eines bundesweit agierenden Cybersicherheits-Netzwerks geplant, das vom BSI koordiniert wird. Je mehr Helfer und Experten mitmachen, umso effektiver und schneller kann zum Beispiel bei einem digitalen Angriff direkt vor Ort der Angriff abgewehrt oder zumindest der Schaden begrenzt werden.

Dokumentation zur Zukunft der Arbeitswelt und wie die Corona-Krise diese beeinflusst.

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29 min
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Auf dem Weg zur Cyberwehr

"Selbstverständlich werden wir auch bestehende Initiativen in das Cybersicherheits-Netzwerk mit hineinnehmen", lädt BSI-Mitarbeiterin Angelika Jaschob zur Mitarbeit ein. Denn von diesem Engagement sollen nicht nur zirka drei Millionen Kleinunternehmer, Solo-Selbstständige und Freiberufler profitieren, sondern auch die 83 Millionen Bürger in Deutschland.

Im Homeoffice kann dadurch mehr Sicherheit erreicht werden. Manuel Atug von der AG Kritis, die sich mit der Sicherung kritischer Infrastruktur beschäftigt, begrüßt die Digitale-Ersthelfer-Initiative des BSI sehr.

"Wir werden uns da auch einbringen", betont er. Eine Cyberwehr, ähnlich den der Freiwilligen Feuerwehr, könnte die jetzt aufgesetzte Digitale Rettungskette dabei gut ergänzen.

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