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Cyber Security Report 2021 - Politik vernachlässigt digitale Sicherheit

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Datenbetrug, Schadsoftware und Fake News sind die größten Cyber-Risiken. Die Allensbacher Demoskopen haben nachgefragt und erstaunliche Ergebnisse zu Tage gefördert.

Eine Hand tippt auf einer Computer-Tastatur.
Der Cyber Security Report zeigt die Schwachstellen der Politik in Sachen Cybersicherheit in Deutschland.
Quelle: Nicolas Armer/dpa/Archivbild

Das Urteil der befragten Manager und Politiker ist deutlich: Die Bedrohungslage im digitalen Bereich verschärft sich. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (54 Prozent) gaben im Cyber Security Report 2021 an, täglich oder wöchentlich digitalen Angriffen ausgesetzt zu sein.

Große Schäden durch digitale Angriffe

Satte 61 Prozent der Manager halten das Risiko, dass ihr Unternehmen durch einen digitalen Angriff geschädigt wird, für sehr groß bzw. eher groß. Jedes fünfte Unternehmen hat bereits spürbare Schäden verzeichnen müssen.

Politiker sehen mehrheitlich (55 Prozent) soziale Medien als Risiko für die Demokratie. 86 Prozent der befragten Abgeordneten halten die Gefahr, die von "Filterblasen" für die Demokratie ausgeht, für groß bzw. sehr groß. Filterblasen bezeichnen das Phänomen, dass Menschen nur die (digitalen) Medien nutzen, die ihre Meinung bestätigen.

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Fake News als neues Thema

Manager und Abgeordnete schätzen dabei Fake News, also bewusst konstruierte Falschnachrichten, als große Gefahr für Meinungsbildung ein, weil dadurch die öffentliche Meinung manipuliert wird (75 Prozent). "Im Wahljahr 2021 steigt das Risiko digitaler Wahlmanipulationen", halten die Meinungsforscher des Instituts für Demoskopie Allensbach und der Unternehmensberatung Deloitte fest.

Sie haben mehr als 400 Führungskräfte der Wirtschaft und 100 Abgeordnete aus den Landtagen, dem Deutschen Bundestag und dem Europäischen Parlament zur digitalen Sicherheitslage befragt. Datenbetrug und Schadsoftware waren auch schon in den Befragungen der Jahre 2013 und 2017 unter den Top 3 der Risiken. Neu hinzugekommen ist bei der aktuellen Befragung für den Sicherheitsreport 2021 die Manipulation der öffentlichen Meinung durch Fake News.

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Dafür machen die Meinungsforscher auch die Corona-Pandemie verantwortlich, durch die sich der Wahlkampf teilweise ins Netz verlagert. Auf die allgemeine Bedrohungslage durch digitale Angriffe hat die Corona-Krise allerdings keinen übermäßigen Einfluss gehabt. Lediglich 34 Prozent der befragten Wirtschaftsführer gaben an, dass das Thema "Cyber-Sicherheit" in ihrem Unternehmen in der Krise an Bedeutung gewonnen habe.

Differenzen zwischen Politik und Wirtschaft

Abgeordnete (65 Prozent) und Wirtschaftsführer (63 Prozent) stimmen weitgehend darin überein, dass die Arbeit im Homeoffice ein eher geringes Risiko für die IT-Sicherheit darstellt. Allerdings wird die Differenz zwischen Wirtschaft und Politik dann bei den Sicherheitsmaßnahmen fürs Homeoffice ausgesprochen deutlich.

82 Prozent der Unternehmensvertreter gaben an, dass für die Mitarbeiter im Homeoffice spezielle IT-Sicherheitsmaßnahmen getroffen wurden. Bei den Politikern waren es nur 52 Prozent.

Politik fühlt sich über Cybersicherheit nicht gut informiert

Überhaupt scheinen Politiker und Manager teilweise in unterschiedlichen IT-Sicherheitswelten zu leben. Denn 69 Prozent der Manger beklagen, dass die IT-Sicherheitsbedürfnisse der Wirtschaft von staatlichen Stellen nicht gut abgedeckt werden. Von den Abgeordneten finden die IT-Sicherheitsbedürfnisse der Wirtschaft  immerhin 41 Prozent gut oder sehr gut abgedeckt.

Allerdings fühlen sich 57 Prozent der Abgeordneten auch nicht gut darüber informiert, welche Probleme und Bedürfnisse die Wirtschaft in Sachen digitaler Sicherheit hat. Für die Manager ist klar: Die staatlichen Zuständigkeiten für IT-Sicherheit sind unzureichend geregelt. 71 Prozent der Manager wünschen sich hier eine stärkere Zentralisierung. Bei den Abgeordneten sind das nur 38 Prozent. Der Dauerbrenner von der unorganisierten Verantwortungslosigkeit des Staates in Sachen IT-Sicherheit erhält also auch durch den Cyber Security Report 2021 neue Nahrung.  

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