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Cookie-Banner im Netz - Datenschützer starten große Beschwerdewelle

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Im Netz sind sie allgegenwärtig: Cookie-Banner, mit denen Betreiber eine Zustimmung zum Datensammeln einfordern. Aktivisten vermuten Manipulationen - und wollen dagegen vorgehen.

Ein Mauszeiger klickt auf einen Button mit der Aufschrift "Cookies akzeptieren".
Mit Hilfe von Cookies können Nutzerprofile erstellt werden, die weitreichende Rückschlüsse über Surfverhalten, Vorlieben und Lebensgewohnheiten zulassen.
Quelle: dpa

Die europäische Datenschutzorganisation Noyb will mit einer großangelegten juristischen Beschwerdewelle gegen rechtswidrige Cookie-Zustimmungsabfragen im Web vorgehen. Am Montag verschickte der Verein rund 560 Beschwerdeschreiben an Unternehmen in Europa und den USA, die nach Einschätzung von Noyb rechtswidrig mit Cookie-Bannern eine Zustimmung zum Datentracking einholen.

Noyb: Anbieter tricksen Verordnung aus

Der vom Datenschutzaktivisten Max Schrems gegründete Verein Noyb erklärte, die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gebe vor, dass Anwenderinnen und Anwender vor eine klare Auswahl "Ja oder Nein" gestellt werden müssen. Stattdessen versuchten Anbieter dies mit Tricks zu umgehen. Lästige Cookie-Banner tauchten an jeder Ecke auf und machten es oft äußerst kompliziert, etwas anderes als den "Akzeptieren"-Knopf anzuklicken.

Menschen mit Tricks zum Zustimmen zu verführen ist ein klarer Verstoß gegen die Prinzipien der DSGVO.
Max Schrems

Noyb hat eine Software entwickelt, die verschiedene Arten von rechtswidrigen Cookie-Bannern erkennen und automatisch Beschwerden generieren kann. Nach dem Start mit rund 560 großen Websites - darunter auch die Angebote der US-Internetkonzerne Facebook, Google und Twitter - will der Verein bis zu 10.000 der meistbesuchten Websites in Europa unter die Lupe nehmen.

Was genau verbirgt sich hinter Cookies? Für den PC sind diese kleinen Dateien nicht gefährlich - aber für die eigene Privatsphäre schon. Ein Grafikvideo.

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Bevor die formalen Beschwerden bei den zuständigen Datenschutzbehörden eingebracht werden, räumt Noyb den betroffenen Unternehmen jeweils einen Monat lang Zeit ein, ihre Cookie-Banner an die rechtlichen Anforderungen anzupassen. Wenn ein Unternehmen seine Einstellungen nicht innerhalb eines Monats ändere, werde Noyb die Beschwerde bei der zuständigen Behörde einreichen, die ein Bußgeld von bis zu 20 Millionen Euro verhängen könne.

Verein: Keine "Gewinnerzielungsabsicht"

Im Gegensatz zu manchen Abmahnvereinen will Noyb aus der Beschwerdewelle aber selbst kein Geld machen. "Wir machen das auf einer Pro-Bono-Basis ohne Gewinnerzielungsabsicht." Das Projekt werde aus dem allgemeinen Etat von Noyb finanziert, das zu einem großen Teil auf rund 4.000 Mitglieder aus ganz Europa angewiesen sei.

In Europa gelten strenge Cookie-Regeln. Surfer und Nutzer sind genervt - jede Seite verlangt nach einer eigenen Einwilligung. Im Service zeigen wir, wie man gut durch den Click-Parkour kommt.

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Max Schrems ist vor allem durch seine Auseinandersetzung mit Facebook bekannt geworden. Vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) hat er zwei spektakuläre Erfolge erzielt, die den Datenaustausch zwischen den USA und der Europäischen Union betreffen. Im Oktober 2015 kippte der EuGH die Vereinbarung "Safe Harbor". Im vergangenen Juni brachte Schrems vor dem EuGH auch die Nachfolgeregelung "Privacy Shield" zu Fall.

Ein junger Mann sitzt in einer S-Bahn und benutzt dabei sein Smartphone.

Datensammelwut der Tech-Konzerne - Apple, Google - Datenschutz? 

Alle viereinhalb Minuten sendet unser Smartphone Daten an Apple und Google, sagt eine Studie. Unklar ist, wozu. Google steht wegen eines Tracking-Codes gar eine Klage ins Haus.

von Elisa Miebach
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