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Internetbrowser - Das Ende der Werbe-Cookies

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Um die Privatsphäre der Nutzer zu verbessern, wollen Apple und Google den Cookie ‎weitgehend abschaffen. Doch es gibt viel Streit, was danach kommen soll‎.

Cookie-Einstellungen beim Online-Shopping
Cookie-Einstellungen beim Online-Shopping. Symbolbild.
Quelle: picture alliance / Andrea Warnecke/dpa-tmn

Welche Internetseite man zurzeit auch aufruft: Fast überall poppt beim ersten Besuch ein Dialogfeld auf. Die Überschrift lautet zum Beispiel "Dein Datenschutz, unsere Aufgabe" oder "Wir benötigen Ihre Zustimmung". Wer die Dialoge liest - und nicht wegklickt - erfährt, dass man der Datenverarbeitung zustimmen soll, um damit die Finanzierung der Webseite zu ermöglichen oder um wichtige Funktionalitäten freizuschalten.

Digitale Lesezeichen

Hauptsächlich geht es hierbei um sogenannte "Cookies". Diese sind eine Art digitales Lesezeichen, das automatisch im Browser abgespeichert wird. Die Webseite eines Supermarktes kann etwa die Postleitzahlen seiner Kunden abspeichern, um ihnen beim nächsten Besuch direkt die Angebote der benachbarten Filialen anzuzeigen. Online-Shops können auch eine eindeutige Nutzer-Kennung abspeichern, damit sich diese nicht bei jedem Besuch neu einloggen müssen. Diese Anwendungen benötigen in der Regel keine explizite Zustimmung der Nutzer. 

Der Hauptzweck der Cookies ist heutzutage jedoch ein anderer. Sie dienen der personalisierten Werbung. So werden beim Besuch einer Website nicht nur Cookies der Betreiber selbst in den Browser gespeichert, auch Werbenetzwerke hinterlassen ihre digitalen Kennungen. Da die gleichen in Netzwerke auf Tausenden verschiedener Websites eingesetzt werden, lassen sich damit umfangreiche Interessensprofile bilden - vom vermuteten Alter über die Einkommensverhältnisse bis hin zu Musikgeschmack und Hobbies. Online-Shops speichern auch genau, welche Waren sich Kunden angesehen haben und werben dann genau für diese oder ähnliche Produkte.

Was genau verbirgt sich hinter Cookies? Für den PC sind diese kleinen Dateien nicht gefährlich - aber für die eigene Privatsphäre schon. Ein Grafikvideo.

Beitragslänge:
1 min
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Google hat die Cookies bereits angezählt

Über Jahre wurden solche Werbe-Cookies ungefragt gesetzt. Doch der Bundesgerichtshof beendete im Mai einen deutschen Sonderweg. Als Folge davon gibt es jetzt die vielen Cookie-Dialoge, die beim Lesen zum Kopfschütteln einladen. So steht im Kleingedruckten oft, dass man sich mit dem Klick auf "Akzeptieren" mit der Datenweitergabe an Hunderte verschiedener Firmen bereit erklärt. Zwar ist Widerspruch möglich, aber alles andere als einfach. Man muss schon sehr genau lesen und sich durch versteckte Dialoge klicken, um der Profilbildung zu widersprechen. Ein Zustand, der für keine Seite zufriedenstellend ist. So arbeiten die deutschen und europäischen Gesetzgeber derzeit an Neuregelungen.

Auch viele Firmen in der IT-Branche sind mit dem Werbetracking unzufrieden. So lästert Apple-Chef Tim Cook über den "daten-industriellen Komplex" und hat die Speicherung im konzerneigenen Browser Safari und auch beim iPhone wesentlich eingeschränkt. Der Todesstoß für die Technik kommt aber von Google. Der Hersteller des weltweit am meisten verbreiteten Browsers, Google Chrome, hat Anfang 2020 verkündet, innerhalb von zwei Jahren Werbe-Cookies nicht mehr zu akzeptieren.

Streit um die Zukunft nach den Cookies

Während sich die Werbeindustrie langsam an das Ende der Werbe-Cookies gewöhnt, gibt es großen Streit, was danach kommen soll. So plädiert Google für Lösungen, die die Interessensprofile der Nutzer direkt im Browser verwalten können. Dann würden nicht mehr alle Details über die Nutzer bei Dutzenden Firmen gespeichert. Der Werbeverband IAB hingegen wünscht sich eine Lösung, die jedem Nutzer automatisch eine eindeutige Kennung zuweist. Damit würde die Werbe-Datenverarbeitung noch effizienter gestaltet. Der Ausgang des Streits ist bisher offen.

Wer mit der Werbe-Datenverarbeitung nicht einverstanden ist, kann bereits heute datenschutz-freundlichere Browser wie Safari, Firefox oder Brave einsetzen. Allerdings wird derjenige dann von manchen Webseiten abgewiesen. Alternativen sind Browser-Erweiterungen wie "uBlock Origin" oder "Ninja Cookie". Sie unterdrücken die Cookie-Dialoge ohne damit der Datenverarbeitung zuzustimmen.

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