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Digitale Souveränität : Blackout zeigt: Facebook-Logins sind riskant

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Milliarden Internet-Nutzer waren am Montag irritiert und hilflos. Grund: Facebook-Server waren ausgefallen. Das hatte weitreichende Folgen. Die kann aber jeder Einzelne vermeiden.

Eine Frau mit Smartphone steht vor einem Facebook-Logo
Quelle: dpa

Sechs Stunden lang ging nichts mehr: Totalausfall am Montagabend bei Facebook, Instagram und WhatsApp. Der Grund: Die "Straßenkarten" zu den Servern bei Facebook funktionierten nicht mehr. Netzwerktechniker des Internet-Konzerns hatten offenbar bei Konfigurationsarbeiten geschlampt und damit eine ganze Fehler-Kaskade ausgelöst.

Facebook-Logins sind riskant

Das bedeutete: Keine Posts auf Facebook, keine Bilder auf Instagram, keine Nachrichten an die Liebsten via WhatsApp mehr. Und für viele Nutzer hatte der Blackout auch Folgen abseits der Facebook-Plattformen.

„Experten gehen nicht von einem Cyberhack aus, somit seien Userdaten zu keiner Zeit gefährdet gewesen“, so ZDF-Korrespondentin Claudia Bates zu den Ausfällen der Plattformen.

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Sie konnten nicht mehr in ihren Online-Shops einkaufen oder Plattformen wie buffer.de nutzen. Diese Anwender verwenden nämlich ihre Facebook-Zugangsdaten auch auf anderen Plattformen und Shops.

Das ist bequem, weil man sich dann keine Benutzernamen und weiteren Passwörter merken muss. Aber es ist auch störanfällig. Denn die Facebook-Zugangsdaten funktionieren eben nur, wenn die Server von Facebook auch ordentlich arbeiten.

Für jeden Nutzer stellt Cyber-Kriminalität heutztage eine große Gefahr dar. Hacker verschaffen sich Zugang zu Online-Accounts und erhalten die Möglichkeit, die Daten des Nutzers herauszufinden und zu missbrauchen.

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Online-Shoppen via Facebook-ID gefährlich

Will ich mit meiner Facebook-ID bei einem Online-Shop einkaufen, gebe ich meinen Facebook-Nutzernamen und mein Passwort ein. Die werden vom Shop an Facebook weitergeleitet und dort bestätigt oder eben nicht. Werden sie bestätigt, bin ich im Shop und kann einkaufen.

Am Montagabend aber haben derartige Bestätigungen nicht funktioniert, weil die Facebook-Server nicht erreichbar waren. Wer sich davor schützen will, kann das ganz einfach tun. Er oder sie muss nur darauf verzichten, die Facebook-Zugangsdaten für andere Dienste zu verwenden.

Das heißt, bei jedem Online-Dienst, bei jedem Shop, bei jeder digitalen Plattform muss ich mir dann ein eigenes Benutzerkonto anlegen und sollte auch jedes Mal ein anders Passwort wählen – aus Sicherheitsgründen.

Denn wenn bei einem Dienst mein Passwort geknackt wird, sind die anderen Dienste für den Angreifer offen, wenn ich dasselbe Passwort verwende. Das ist genauso leichtsinnig, wie die Nutzung von Shops und Diensten über die Facebook-Zugangsdaten.

Alternativen zu Facebook und Instagram

Außerdem sind Facebook, Instagram oder WhatsApp nicht alternativlos. Posten, Bilder und Videoclips austauschen oder via Messenger Kontakt zu anderen halten, dafür gibt es im Netz zahlreiche Angebote.

Dienste wie Facebook oder Instagram werden auch als nichtkommerzielle Dienste im sogenannten Fediversum angeboten. Sie werden dort dezentral von ganz unterschiedlichen Gruppen betrieben. Die machen das in der Regel freiwillig und kostenlos, ehrenamtlich eben.

Dezentrale Dienste sichern Privatsphäre

Statt Instagram gibt es im Fediversum den Bilderdienst Pixelfed. Statt Facebook lassen sich Friendica, Hubzilla oder Diaspora nutzen. Und auch zu WhatsApp gibt es viele alternative Anbieter:

Signal, Telegram oder Threema - Acht Alternativen zu WhatsApp 

Videolänge
von Peter Welchering

Wer diese nutzt, hat noch einen Vorteil: Die Nutzerdaten werden von diesen alternativen Diensten nicht wie bei Facebook zu Nutzerprofilen verdichtet und weiterverkauft. Wer seine Privatsphäre schützen will, profitiert davon.

Natürlich werden diese Services und Dienste nicht von so vielen Menschen genutzt wie die Facebook-Dienste. Die sogenannte "Reichweite" ist hier also viel geringer. Das dürfte den meisten Privatanwendern allerdings nichts ausmachen.

Im Gegenteil: Weil diese Dienste viel weniger Nutzer haben, sind sie auch meist als Ziele für digitale Angreifer uninteressanter. Auch das macht diese alternativen Social-Media-Angebote sicherer als die Services der großen Internetkonzerne und Datenhändler.

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