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Werbeboykott bei Facebook - Halten sich die Dax-Konzerne an ihre Worte?

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In einer ZDFheute-Umfrage hatten viele Dax-Konzerne angegeben, sich am Werbeboykott gegen Facebook zu beteiligen. Halten sie sich auch daran? Wir haben nachgeschaut.

Facebook Schriftzug durch eine Brille fotografiert
Große Firmen stoppten ihre Werbung auf Facebook und trafen damit das Netzwerk an empfindlicher Stelle.
Quelle: dpa

Das Aktionsbündnis "Stop Hate For Profit" hatte Mitte Juni Firmen dazu aufgerufen, keine Werbung mehr auf Facebook zu schalten. Dem Online-Netzwerk von Mark Zuckerberg wird vorgeworfen, nicht konsequent genug gegen Hasskommentare und Fake News vorzugehen. Große Konzerne wie Unilever und Coca-Cola sind dem Aufruf gefolgt und haben ihre Werbetätigkeit auf der Plattform eingestellt.

ZDFheute hatte daraufhin bei den größten deutschen Firmen nachgefragt, wie sie es mit dem Boykottaufruf halten. Von den insgesamt 30 angefragten Dax-Unternehmen haben 20 an der ZDFheute-Umfrage teilgenommen. Viele gaben an, im Juli keine Werbung auf Facebook zu schalten. Halten Sie sich auch daran?

Großteil der Unternehmen schaltet aktuell keine Werbung bei Facebook

Von den 30 DAX-Unternehmen schalten laut der offiziellen Werbebibliothek des Facebook-Konzerns aktuell nur noch acht Werbeanzeigen bei Facebook oder Instagram.

  • Allianz SE: ca. 140 Anzeigen
  • Bayer AG: Zwei Anzeigen
  • BMW (Internationale Seite): 10 Anzeigen
  • Covestro AG: 9 Anzeigen
  • Deutsche Bank: eine Anzeige
  • Deutsche Post: Zwei Anzeigen
  • Telekom: ca. 150 Anzeigen
  • Siemens: 18 Anzeigen

Bis auf eine Ausnahme hatten diese Unternehmen auch in der ZDFheute-Umfrage angegeben, dass sie ihre Werbetätigkeiten nicht einstellen, oder sie hatten sich gar nicht zu der Frage geäußert.

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hatte gegenüber ZDFheute angegeben: "Wir haben uns in den letzten Tagen dieser Initiative angeschlossen und werden Bayer-weit, sprich global und cross-divisional, im Juli keine Facebook-Anzeigen schalten." Aktuell sind jedoch zwei Werbeanzeigen auf Instagram geschaltet, was zum Facebook-Konzern gehört. Bayer hat demnach in den letzten sieben Tagen 4.847 Euro für Werbung auf einer Facebook-Plattform ausgegeben.

Konzerne konsequent, einige Marken werben weiter

16 Unternehmen hatten in der Befragung angegeben, keine Werbung mehr zu schalten, und tun dies laut der Werbebibliothek auch nicht.

  • Adidas
  • BASF
  • Beiersdorf
  • Deutsche Börse
  • Deutsche Wohnen (Facebook-Auftritt gelöscht)
  • E.ON
  • Fresenius
  • Fresenius Medical Care
  • Heidelberg Cement
  • Henkel
  • Merck
  • MTU Aero Engines
  • Münchener Rück
  • SAP
  • Volkswagen

Bei einigen Konzernen werben jedoch einzelnen Marken oder die Karriere-Seiten der Unternehmen. So schaltet zum Beispiel der Henkel-Konzern keine Anzeigen, die Henkel-Marken Persil, Perwoll und Pril werben jedoch bei Facebook. Bei BASF werden per Anzeige nach neuen Auszubildenden und Studenten gesucht.

Mittlerweile hat auch Facebook auf den Boykott reagiert: Die Plattformen hat rund 320 Konten, mehr als 100 Gruppen und 28 Seiten eines in den USA nach Gewalt strebenden rechtsextremen Netzwerks gesperrt.

Initiator des Boykotts: Webseite von "StopHateforProfit"
Gastbeitrag

#StopHateforProfit - Facebook-Boykott: Doppelmoral der Konzerne 

Adidas, Coca-Cola oder Volkswagen: Sie und viele weitere Konzerne setzen ihre Werbemaßnahmen auf Facebook aus. Aber was steckt wirklich dahinter? Ein Gastkommentar.

von Kevin Tiedgen
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