Wie Google Maps beim Spritsparen helfen soll

    FAQ

    Neue Funktion beim Kartendienst:Wie Google Maps beim Spritsparen helfen soll

    von Kevin Schubert
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    Möchte ich möglichst schnell ankommen oder lieber spritsparend? Wer mit Google Maps fährt, kann sich das nun aussuchen. Was die neue Option bietet - ein Überblick.

    Google-Routes
    Drei Minuten länger unterwegs, aber 18 Prozent Benzin gespart: Google Maps will beim sparsamen Fahren helfen.
    Quelle: Google

    Was sind kraftstoffsparende Routen bei Google Maps?

    Google Maps erweitert die Navigations-Möglichkeiten für Autofahrerinnen und Autofahrer. Statt der schnellsten Strecke lässt sich in den Einstellungen nun auch ein kraftstoffsparender Weg als bevorzugte Route auswählen - vorausgesetzt, die Ankunftszeit ist ähnlich:
    Google-Routes
    Quelle: Google

    Dabei zeigt Google Maps auch direkt an, wie viel Kraftstoff oder Energie eingespart werden könnte. In den USA und Kanada funktioniert das bereits seit Ende 2021 beziehungsweise Anfang 2022. In Europa ist Deutschland nun das erste Land, in der Nutzer die Wahl haben.

    Wie berechnet Google, welche Strecke am effizientesten ist?

    Timo Rang, zuständiger Partnermanager bei Google, nennt mehrere Faktoren:
    • Die Streckenlänge: "Häufig ist die schnellste Route auch die kraftstoffsparendste", sagt Rang.
    • Die Höchstgeschwindigkeit, die auf der Strecke gefahren werden darf.
    • Die aktuelle Verkehrslage.
    • Die Topografie: Ist die Strecke flach oder gibt es viele Steigungen?
    • Die Streckenführung: Kann ich flüssig fahren oder müsste ich oft bremsen und neu anfahren?
    Dabei berechne Google Maps die Informationen zur Ersparnis "live", sagt Rang, "in dem Moment, in dem ich die Route abrufe".  
    Außerdem neu bei der deutschen Version: Erstmals könnten Autofahrerinnen und Autofahrer Angaben zu ihrem Motor machen. Das ermögliche noch mehr Effizienz, sagt Rang, denn die sparsamste Strecke könne bei einem E-Auto anders aussehen als bei einem Benziner. "Das E-Auto bietet die Möglichkeit der Rekuperation bei Bremsmanövern", erklärt der Google-Manager. "Da können noch einmal ganz andere Verkehrsmuster gefragt sein."
    Google-Routes
    Quelle: Google

    Ab wann kann ich die Funktion nutzen?

    "Die ersten Nutzerinnen und Nutzer können die spritsparenden Routen bereits nutzen", sagt Rang. In den kommenden Tagen und Wochen soll die Funktion dann für alle verfügbar sein.
    Ein Update brauche man übrigens nicht, sagt Rang, die Integration erfolge sowohl in der iOS- als auch in der Android-App automatisch. Das heißt aber auch: Beschleunigen lässt sich die Integration nicht.

    Wo kann ich die kraftstoffsparenden Routen nutzen?

    In ganz Deutschland sowie bei Fahrten in Nachbarländer - solange der Startpunkt der Fahrt in Deutschland liege, sagt Rang. "Wenn ich von München nach Wien fahre, bekomme ich auch eine spritsparende Route angezeigt."
    Darüber hinaus soll es keine Unterschiede geben. Ob Stadt oder Land, im Berufsverkehr oder nachts: Die Funktion solle "überall und jederzeit hilfreich sein", sagt Rang.

    Wie viel Sprit oder Energie kann ich mit Google Maps sparen?

    Einen Pauschalwert könne Google nicht nennen, sagt Rang - dafür gebe es zu viele Faktoren, inklusive des individuellen Fahrverhaltens. Google Maps biete aber "schon bei kleinen Ersparnissen im einstelligen Prozentbereich" eine kraftstoffsparende Route an.

    Wie groß ist das Klimaschutz-Potenzial von sparsamen Routen?

    Für Axel Friedrich sind die spritsparenden Routen "ein kleiner Baustein". Der internationale Verkehrsberater sagt: "Das hilft etwas, löst aber die Probleme nicht." Entscheidender sei noch immer die Fahrweise. Ein Training für vorausschauendes, sparsames Fahren habe einen größeren Effekt.
    Auch die Technologie an sich sei ausgereizt, sagt Friedrich. Die Fahrweisen, die Geschwindigkeiten - alle Stellschrauben seien bereits perfekt eingestellt.

    Die bessere Lösung ist noch immer: weniger fahren.

    Axel Friedrich, Verkehrsberater

    Für Google selbst sind die kraftstoffsparenden Routen "ein weiterer Teil des Gesamtpakets, um möglichst umweltschonend von A nach B zu kommen, wenn ich wirklich auf das Auto angewiesen bin", sagt Rang. Er verweist auf Fahrradrouten und die Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln, die seit 2005 hinterlegt seien.
    In den USA und Kanada sind nach Unternehmensangaben bereits 500.000 Tonnen CO2 mit den kraftstoffsparenden Routen eingespart worden. Das entspricht laut Google so viel Kohlendioxid, wie von 100.000 Autos verbraucht worden wäre. Weltweit könne jedes Jahr mehr als eine Million Tonnen CO2 eingespart werden.
    Zur Einordnung: In Deutschland haben die privat zugelassenen Pkw 2018 nach Angaben des Statistischen Bundesamts insgesamt 110.780.000 Tonnen CO2 ausgestoßen - also das etwa 110-fache des weltweit von Google berechneten Sparpotenzials.

    Wie viele Menschen nutzen Google Maps?

    Zur Zahl der Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland macht Google keine Angaben. Weltweit wird der Kartendienst nach Angaben des Unternehmens von einer Milliarde Menschen genutzt.
    Quelle: ZDF, dpa