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Auch deutsche Firmen betroffen - Was über den US-Hackerangriff bekannt ist

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Nach der verheerenden Cyberattacke auf die US-Regierung ist klar: Die Reparatur der Schäden wird dauern. Auch deutsche Firmen könnten Opfer geworden sein.

Symbolbild Hacker.
Der großangelegte Hackerangriff betrifft offenbar nicht nur US-Regierungsstellen.
Quelle: Oliver Berg/dpa

Nach einem schweren Hackerangriff auf Behörden und Institutionen in den USA ist nach wie vor unklar, wer dahinter steckt. Für die USA war es das größte Versäumnis im Bereich der Cyberspionage, das jemals bekannt wurde, heißt es aus Expertenkreisen. Doch nicht nur die USA sind betroffen.

Was wir über den Hackerangriff wissen

  •  Ziel des Cyberangriffs: Regierungsbehörden, kritische Infrastruktur wie Stromnetze und private Unternehmen. Allein in den USA wurden 18.000 Organisationen zwischen März und Juni gehacked. Auch die US-Ministerien für Finanzen und Handel sind Berichten zufolge betroffen.
  • Ausmaß der Attacke: Die betroffenen Rechner wurden mit einer Schadsoftware infiziert. Über diese hätten sich die Hacker Zugang zu den Systemen verschaffen können. Allerdings wurde sie - soweit bisher bekannt ist - nur in wenigen Fällen aktiviert.
  • Folgen des Angriffs: In den US-Regierungsbehörden müssen Mitarbeiter davon ausgehen, dass jeder Austausch von Informationen auch in den kommenden Monaten mitgehört wird, wenn er nicht verschlüsselt ist.

Gehackte Software wird auch von Nato verwendet

Die Hacker nutzten eine Software der Firma SolarWinds, die für das Management von Netzwerken verwendet wird, um darüber einzudringen. Die meisten großen Unternehmen in den USA zählen zu den Kunden der Firma, ebenso wie zahlreiche Regierungsbehörden. Doch nicht nur in den USA wird sie verwendet.

Auch die Nato nutzte nach eigenen Angaben die Software in ihrem Hauptquartier in Belgien. Bisher gebe es aber keine Beweise für ein Eindringen in Nato-Systeme, sagte ein Nato-Vertreter. Experten würden weiter nachforschen, um eventuelle Risiken auszuschalten.

In den USA kämpfen Bundesbehörden und Unternehmen schon seit Anfang des Jahres gegen Hacker-Attacken. Der Verdacht: die hochprofessionellen Angreifer sitzen in Russland.

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Bericht: Deutsche Firmen ebenfalls gewarnt

Auch die EU überprüft nach Angaben eines Sprechers ihre Computersysteme. Bisher sei aber kein Eindringen entdeckt worden. Ein EU-Vertreter sagte, dass die fragliche Software von SolarWinds nur in einem Fall bei der EU-Kommission eingesetzt sei und dass sie nicht betroffen sei.

Das Bundesinnenministerium habe auch in Deutschland betroffene Unternehmen und Behörden ausgemacht, heißt es in einem "Handelsblatt"-Bericht. Die Zahl der Betroffenen ist demnach aber gering. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) habe bisher keinen Fall aufgedeckt, in dem Angreifer in den infizierten Netzen aktiv waren.

Hacker sind nur schwer aus System zu bekommen

Die Zahl der Opfer werde weiter wachsen, sagte Microsoft-Präsident Brad Smith. Es handele sich nicht um "gewöhnliche Spionage". Der Angriff habe vielmehr eine "ernsthafte technologische Verwundbarkeit für die USA und die Welt" zur Folge.

Die Hacker wieder aus all diesen Systemen herauszubekommen, werde dadurch erschwert, dass die SolarWinds-Software selbst sehr komplex sei. Experten zufolge gibt es nicht ausreichend Spezialisten, um alle Computersysteme zu identifizieren, in die die Hacker eingedrungen sind, und ihre Spuren dort zu verfolgen.

Wer steckt dahinter?

US-Außenminister Mike Pompeo sagte, es sei ziemlich klar, dass Russland dafür verantwortlich sei. Präsident Donald Trump widersprach seinem Außenminister: Er schrieb am Samstag auf Twitter, in einem solchen Fall werde in den Medien immer auf Russland gezeigt, aber es könnte sehr wohl auch China gewesen sein. Trump schrieb außerdem, der Hackerangriff werde in den Medien schlimmer dargestellt als er eigentlich gewesen sei. Russland bestritt jegliche Beteiligung an dem Angriff.

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