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Handy-Netze im Test - Licht und Funk-Schatten

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Im Zug, auf dem Land, im Auto - der Ruf der deutschen Handynetze ist schlecht. Doch stimmt das 2020 noch? Und was ist mit dem 5G-Standard? Ein Netz-Test zeigt den aktuellen Stand.

Ein Computerfachmagazin hat getestet, wie gut Deutschlands Mobilfunk-Netze sind. Vieles sei besser geworden, beim Hochleistungsnetz 5G gibt es aber immer noch Defizite.

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2020 ist das Jahr der Wahrheit für die deutschen Mobilfunkbetreiber. Die Corona-Krise hat die Anforderungen an stabile Netze auf eine harte Probe gestellt. Home Office per Mobilfunk? Funktioniert offenbar. Aber es zeigte den Betreibern O2, Telekom und Vodafone, wie wichtig ein gutes Mobilfunknetz in der Stadt wie auf dem Land ist, weil es noch höhere Datenmengen transportieren muss.

Die Bundesnetzagentur hat Versorgungsauflagen gemacht, die Netzbetreiber letztlich bis Ende dieses Jahres erfüllen müssen: 97 Prozent der Haushalte in jedem Bundesland müssen mit mindestens 50Mbit pro Sekunde surfen können, was mit LTE/4G zu erreichen ist. Hinzu kam die Auflage, alle Hauptverkehrswege - insbesondere Autobahnen und ICE-Strecken - entsprechend auszurüsten.

Abgeschnitten vom Handynetz - Home Office auf dem Land

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Netzbetreiber müssen Flächenausbau nachbessern

Noch im August urteilte die Bundesnetzagentur: Keiner der drei Anbieter habe die Hauptverkehrswege durchgehend versorgt. Für den Ausbau in der Fläche müsse O2 nachbessern, Vodafone sei auf Kurs, ebenso die Telekom.

Doch wie sieht es in der Praxis aus? Dem "Chip"-Ressortleiter für Test und Technik, Markus Mandau, ist aufgefallen: "Alle drei Mobilfunknetze haben einen großen Sprung gemacht." Und vor allem: "Bei O2 verzeichnen wir ein Plus von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr."

Bei den anderen beiden Anbietern sei die Verbesserung moderater, allerdings habe die Telefonica-Tochter auch den größten Nachholbedarf gehabt. Deren Deutschland-Vorstand Markus Haas spricht gegenüber ZDFheute von einer Hochinvestitionsphase: "Bis 2022 investieren wir dafür insgesamt rund 4 Milliarden Euro - so viel wie nie zuvor."

Nachholbedarf vor allem auf dem Land

In den Städten liegen bei der LTE-Verfügbarkeit alle drei bei Werten von deutlich über 90 Prozent. Auf dem Land ist das Bild klarer: "Für O2 registrieren wir eine LTE-Verfügbarkeit in der Fläche von 78,7 Prozent, für Vodafone von 91,5 Prozent sowie für die Telekom von 93,4 Prozent." Nach wie vor gebe es Regionen, die Nachholbedarf hätten, bemängelt Mandau.

Besonders in ländlichen Gegenden sind Funklöcher keine Seltenheit. In Städten hingegen verspricht die 5G-Mobilfunktechnik schon jetzt Datenübertragung nahezu in Echtzeit.

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Für die Mobilfunkbetreiber hemmen vor allem zu lange Genehmigungsverfahren den Ausbau:

In Deutschland kann es teilweise bis zu zwei Jahre dauern, um eine neue Station in Betrieb zu nehmen.
Tobias Krzossa, Vodafone-Sprecher

Das stellt auch der für den Ausbau bei der Telekom zuständige Vorstand, Walter Goldenits, fest: "Konkret wünschen wir uns einfachere Verfahren und eine größere gesellschaftliche Akzeptanz für den Bau von Mobilfunkmasten." Der Widerspruch: Immer mehr Menschen brauchen und wollen ein schnelles Handynetz, doch die Masten dafür bleiben unbeliebt.

5G-Standard überraschend gut ausgebaut

Beim neuen Mobilfunkstandard 5G liegt die Telekom mit Abstand vorne, so das Ergebnis des "Chip"-Tests: "Im Netz der Telekom war 5G mit dem Auto sehr gut verfügbar, in den getesteten Städten sogar zu 95 Prozent", zeigt sich der Mandau überrascht.

Nach eigenen Angaben erreicht die Telekom Ende dieses Jahres bereits 40 Millionen Menschen mit 5G, so Technikvorstand Goldenits.

Der 5G-Standard bietet ein schnelleres Netz und mehr Möglichkeiten. Noch gibt es beim Netzausbau große Lücken. Empfiehlt es sich jetzt schon ein 5G-fähiges Handy zu kaufen?

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Vodafone ist da bescheidener. Das Ziel: 15 Millionen Menschen bis Ende 2020 erreichen, bis Ende 2021 sollen es 30 Millionen sein. Für O2/Telefonica-Deutschland-Chef Haas ist das Ziel: "Bis Jahresende 2021 werden wir ein Drittel der deutschen Bevölkerung mit 5G versorgen."  

Im Gesamtergebnis der "Chip" hat die Telekom die Nase vorn vor Vodafone und O2. Da aber auch das "Schlusslicht" inzwischen auf einen Gesamtschnitt von 1,59 kommt - Note 1,0 wäre optimal - sieht Tester Markus Mandau Deutschland "auf dem Weg zu drei sehr guten Netzen".

Glasfaserausbau - Typical

Deutschland im Datenstau -
Der verschlafene Glasfaserausbau
 

Schnelles Internet überall - Fehlanzeige! Deutschland hinkt beim Breitbandausbau hinterher. Seit viele im Homeoffice arbeiten, herrscht Stau auf den veralteten Datenautobahnen.

von Oliver Koytek und Anja Marx
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