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Katastrophenwarnung per Handy : Experte zu Warn-SMS: "Das kann Leben retten"

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In vielen Ländern werden Menschen bei Katastrophen automatisch mit einer Art SMS gewarnt - in Deutschland nicht. "Es ist möglich und es ist mehr als sinnvoll", sagt ein IT-Experte.

Ein Mobilfunknuzer neben einem Sendemast
Für Deutschland wird auch Cell Broadcasting gefordert
Quelle: picture alliance / NurPhoto

Unwetter-Warnungen sollte es künftig auch als Cell Broadcast Meldung geben, eine Art Warn-SMS, das fordert der IT-Experte Manuel Atug gegenüber ZDFheute:

Es ist möglich und es ist mehr als sinnvoll - denn ich möchte leben.
Manuel Atug, AG Kritische Infrastrukturen

Beim so genannten Cell Broadcasting wird eine Textnachricht an alle Handy-Nutzer geschickt, die sich zu dem Zeitpunkt in einer bestimmten Funkzelle aufhalten. Technisch gesehen ist es keine SMS.

"Wir brauchen mehr Warnmöglichkeiten, um uns gegen die Klimakatastrophe zu wappnen. Der Mosaikstein Cell Broadcasting kann als Teil des Katastrophenschutzes Leben retten." Atug ist Gründer und Sprecher der AG Kritische Infrastruktur und auch für den Chaos Computer Club tätig. Er lobt das Verfahren:

Es ist die datenärmste, schnellste, effektivste und lokal optimalste Möglichkeit, Menschen zu warnen, bevor Strom und Mobilfunk wegbrechen.
Manuel Atug, AG Kritische Infrastrukturen
ie Brücke in dem Dorf im Kreis Ahrweiler ist nach dem Unwetter mit Hochwasser unpassierbar geworden am 15.07.2021

App-Warnungen teils viel zu spät - Die Flut bei Katwarn - und in der Realität 

Die App schickt Leute in die höheren Stockwerke, während die Feuerwehr schon Orte evakuiert: ZDFheute zeichnet die Katwarn-Protokolle der Flutnacht für drei Städte nach.

von Oliver Klein

Nina und Katwarn - und bald auch Cell Broadcasting?

Nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands mit rund 170 Toten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz läuft eine Debatte darüber, ob die Menschen rechtzeitig gewarnt wurden und an welcher Stelle die Kommunikationsketten versagt haben. Hierzulande wurde digital auch über die Apps Nina und Katwarn gewarnt. Ein Problem: Nicht alle Menschen haben die Apps heruntergeladen - die meisten Menschen besitzen dagegen ein Smartphone. Und das reicht schon, um eine Warn-Nachricht per Cell Broadcasting zu erhalten.

Umsetzen müssten das die Mobilfunkanbieter. Atug schätzt, dass es jeden Provider rund 500.000 Euro kosten könnte. Er kritisiert, dass die Anbieter aber weitaus höhere Preise dafür ansetzen würden.

Es ist keine Raketenwissenschaft, das lässt sich schnell und vergleichsweise günstig machen.
Manuel Atug, AG Kritische Infrastrukturen

In anderen Ländern wie den USA sind solche Warnungen schon Standard. Der Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Armin Schuster, hatte indessen gesagt, eine Einführung werde "teuer".

Seehofer: Zeichen stehen gut für Warn-Nachrichten

In der Politik mehren sich die Stimmen, die die Warn-Textnachrichten fordern, darunter die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und FDP-Chef Christian Lindner.

Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte heute, er glaube, dass die Warn-SMS bald kommen werden. Denn BBK-Chef Schuster habe schon im Frühjahr eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Schuster gehe davon aus, dass das noch vor der Bundestagswahl am 26. September erwartete Ergebnis positiv sein werde.

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